Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rund 50 Prozent der Unternehmen verkaufen ihre Leistungen auch ins Ausland

17.10.2005


Dienstleister der Informationsgesellschaft - Im dritten Quartal 2005 berichten knapp drei Viertel der Dienstleister der Informationsgesellschaft, dass sie sich auf ihren heimischen Märkten auch gegen ausländische Konkurrenz behaupten müssen.


Mit jeweils mehr als 80 Prozent ist der Anteil der Unternehmen, die mit ausländischen Firmen konkurrieren, in der Telekommunikation, in der Forschung und Entwicklung, bei EDV-Dienstleistern und -Vermietern sowie in der technischen Beratung und Planung überdurchschnittlich hoch. Am geringsten ist der Anteil der Unternehmen, die angeben, dass sie auch mit ausländischen Firmen konkurrieren, bei den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern, mit knapp zehn Prozent.

Dies ist Ergebnis einer Konjunkturumfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform, Neuss, im September und Oktober 2005 durchgeführt hat. An der Umfrage beteiligten sich rund 1.000 Unternehmen. Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT-) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen EDV-Dienste und -Vermietung, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung).


Die Exportfähigkeit der vom Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft angebotenen Dienstleistungen zeigt sich aber nicht nur an der Präsenz ausländischer Anbieter am deutschen Markt, sondern auch an der Exporttätigkeit deutscher Dienstleister. So geben im dritten Quartal 2005 etwa 50 Prozent der Unternehmen dieses Wirtschaftszweigs an, dass sie ihre Dienstleistungen ins Ausland verkaufen. Am höchsten ist der Anteil exportierender Unternehmen im dritten Quartal 2005 mit knapp 70 Prozent in der Forschung und Entwicklung. Auch bei den EDV-Dienstleistern und -Vermietern sowie bei den Telekommunikationsdienstleistern exportieren überdurchschnittlich viele Unternehmen die eigenen Leistungen ins Ausland (jeweils mehr als 65 Prozent). Am geringsten ist der Anteil der exportierenden Firmen wiederum bei den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern mit knapp acht Prozent. In allen Branchen des Wirtschaftszweigs ist der Anteil der exportierenden Unternehmen geringer als der Anteil der Unternehmen, die berichten, dass sie am deutschen Markt mit ausländischen Firmen konkurrieren. Am größten ist dieser Unterschied in der Werbebranche. Hier geben knapp drei Viertel der Unternehmen an, dass sie auf ihren Heimatmärkten mit ausländischen Firmen im Wettbewerb stehen. Dagegen sind nur etwa ein Viertel von ihnen selbst im Ausland tätig.

Um sich im Wettbewerb mit in- und ausländischen Konkurrenten zu behaupten, setzen die Dienstleister der Informationsgesellschaft weiterhin stark auf Produktinnovationen, also auf das Angebot neuer oder wesentlich verbesserter Dienstleistungen. Der Anteil der Unternehmen, die zwischen Herbst 2004 und Herbst 2005 Produktinnovationen durchgeführt haben, beträgt mehr als 60 Prozent. Den höchsten Anteil an Produktinnovatoren gibt es bei den Telekommunikationsdienstleistern. In den Branchen Unternehmensberatung, technische Beratung und Planung sowie im IKT-Handel liegt der Anteil der Produktinnovatoren bei jeweils weniger als 50 Prozent. Neben Produktinnovationen bieten auch Prozessinnovationen, also der Einsatz neuer oder wesentlich verbesserter Technologien in der Dienstleistungserstellung, die Möglichkeit, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Im dritten Quartal 2005 geben mehr als 70 Prozent der Dienstleister der Informationsgesellschaft an, dass sie zwischen Oktober 2004 und Oktober 2005 mindestens eine Prozessinnovation eingeführt haben. Dieser Anteil ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als 10 Prozentpunkte gestiegen. Den höchsten Anteil an Prozessinnovatoren weisen die Telekommunikationsdienstleister auf. Aber auch bei den von der schlechten Baukonjunktur hart getroffenen Architekten spielen Prozessinnovationen eine bedeutende Rolle.

Ansprechpartner:

Jörg Ohnemus, Telefon: 0621/1235-354, Fax: -333, E-Mail: ohnemus@zew.de
Margit Vanberg, Telefon: 0621/1235-351, Fax: -333, vanberg@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind
27.04.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie