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Nichts Neues von den Aktienmärkten - und weiter fallende Zinsen

13.05.2005


Bei nervösem Unterton hielt das Auf und Ab an den internationalen Aktienmärkten auch in dieser Woche an. In der Tendenz zeigten die Kurse wieder nach unten, nachdem sie sich zuvor von dem Einbruch im April erholt hatten. Wie stark die Verunsicherung der Marktteilnehmer ist, zeigt sich auch daran, welche Bedeutung bloßen Gerüchten beigemessen wird. So gab es Meldungen, nach denen sich große Hedge-Fonds bei ihrer Anlagepolitik verkalkuliert hätten. Andere wollten von einer bevorstehenden Aufwertung der chinesischen Währung wissen. Stabilisierend wirkten auf der anderen Seite der nochmals rückläufige Ölpreis und weitere gute Unternehmensnachrichten, beispielsweise von Cisco Systems, die mit einem positiven Ausblick auf allgemein anziehende Kurse im Technologiesektor hoffen lassen.

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Allerdings fehlt derzeit vielen Anlegern einfach das Vertrauen, um verstärkt in Aktienwerte zu investieren. Auch positive Konjunkturdaten entfalten keine Wirkung. So ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal unerwartet stark um 1% gewachsen mit der Folge, dass nach vielen Revisionen nach unten nun die Wachstumsschätzungen für 2005 eher wieder nach oben korrigiert werden. Selbst diese gute Meldung verpuffte völlig. Deshalb erwarten die Experten der Commerzbank keine grundlegende Neuorientierung der Börsen in nächster Zeit. Privatanleger sollten die Aktie der Deutschen Telekom bevorzugen.

Spekulationen um Schieflagen von Hedge-Fonds und der Kursverfall bei einigen Unternehmensanleihen veranlassten viele Anleger zu einer Flucht in Staatsanleihen, deren Renditen abermals historische Tiefs erreichten und damit alle Prognosen der letzten Monate Lügen strafen. Auch wenn solch niedrige Renditen an den europäischen Rentenmärkten fundamental keine Rechtfertigung haben, scheinen die Kurse derzeit nicht bedroht. Denn erstens dürfte der Zustrom von Liquidität in die sicheren Häfen anhalten. Zweitens ist eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank nicht zu befürchten, solange sich die wirtschaftliche Entwicklung nicht grundlegend über einen längeren Zeitraum verbessert. Private Anleger sollten bei Neuanlagen weiterhin Laufzeiten zwischen zwei und vier Jahren wählen.


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