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Darf’s ein bisschen mehr sein? Banken forcieren margenstarke Produkte

05.08.2004


Die mageren Zeiten sollen ein Ende haben: Deutschlands Banken forcieren den Vertrieb margenstarker Produkte. Nachdem durch die Nutzung des Internets zwar die eigenen Kosten sanken, aber die Gewinne kaum stiegen, sollen Angebote rund um Altersvorsorge und Vermögensaufbau nun die Renditen der Banken wachsen lassen. Das zeigt der „Branchenkompass Kreditinstitute“, eine aktuelle Studie von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa.



Basis der Studie ist eine Umfrage unter 100 Topentscheidern deutscher Banken. Fast neun von zehn Befragten geben an, sich vor allem von der individuellen Finanzplanung und -beratung für Privatkunden mehr Rendite zu versprechen. Jeder zweite sieht hier sogar ein „sehr hohes“ Potenzial, um die Gewinne zu steigern.

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Den Schwerpunkt in der Beratung sehen die Institute in der Altersvorsorge: Mehr als drei Viertel der Banken wollen in dieses Geschäftsfeld investieren, fast genauso viele erwarten parallel, dass sich diese Erweiterung ihres Angebotes auch durch eine hohe oder sehr hohe Profitabilität sehr lohnend gestaltet. Auch die Vermögensverwaltung für Privatkunden, die eben erst von der Commerzbank zum bedeutenden Geschäftsfeld für das laufende Jahr erklärt worden ist, soll die Margen der Banken steigern: 32 Prozent der Topmanager erwarten hier eine hohe, weitere 28 Prozent eine sehr hohe Rendite.

Dass die deutschen Banken darauf angewiesen sind, pro Kunden mehr Geld zu verdienen, zeigt ein Vergleich zu anderen Branchen: Die durchschnittliche Eigenkapitalrentabilität liegt im Finanzsektor bei deutlich weniger als 10 Prozent, während beispielsweise die verarbeitende Industrie in Deutschland knapp 20 Prozent erzielt. International fällt auf, dass die Erlöse der Kreditinstitute pro Einwohner in Großbritannien etwa doppelt so hoch ausfallen wie die Kosten – in Deutschland hingegen liegen die Umsätze nur ein knappes Drittel darüber.

Für den Kunden bedeutet der Trend, dass er sich auf eine bessere Beratung freuen darf – wenngleich er dafür bezahlen muss. Immerhin besteht der Bedarf: Im ersten Quartal 2004 sparten 64 Prozent der deutschen Sparer für die Altersvorsorge, während es vor vier Jahren erst 56 Prozent waren. Auch der Trend zu Kapitalanlagen bzw. zum Vermögensaufbau hält an: Dafür legen derzeit 54 Prozent der deutschen Sparer Geld zurück, während es im Jahr 2000 gerade mal jeder fünfte war.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

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