Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bahnindustrie kommt wieder stärker zum Zug

29.05.2001


Nach schweren Jahren gibt sich die deutsche Bahnindustrie zuversichtlich. Die 79 im Verband der Bahnindustrie in Deutschland e. V. (VDB) zusammengeschlossenen Unternehmen registrieren in jüngster Zeit eine "erfreuliche Entwicklung". Sowohl bei den Bestellungen der Deutschen Bahn AG, ihres größten Kunden als auch bei Aufträgen aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland gebe es "interessante Signale" und einen höheren Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr, stellte Verbandspräsident Dr. Dieter Klumpp auf der Pressekonferenz des Verbandes am Dienstag in Frankfurt am Main fest.

Führendes Know-how

Gründe für die Trendwende sieht der Verband nicht zuletzt in technischen Innovationen als Ergebnis umfangreichen Know-hows sowie intensiver Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bahnindustrie hat sich dadurch deutlich verbessert. Das gelte nicht nur für die multinational ausgerichteten "Systemhäuser", sondern auch für die vielen, überwiegend mittelständisch strukturierten Unternehmen.

Aufwärtstrend

Im vergangenen Jahr erzielten die Mitgliedsunternehmen des VDB einen Umsatz von 15,8 Mrd. DM. 1999 waren es 13,9 Mrd. DM. Die absolute Zahl der Arbeitsplätze in den VDB-Mitgliedsbetrieben sank um 3 Prozent von 33.908 (1999) auf 32.939 im letzten Jahr (die bereinigten Zahlen, bezogen auf die 70 Mitgliedsunternehmen 1999, weisen daher eine Umsatzsteigerung von 10,5 Prozent, einen höheren Auftragseingang von 13,2 Prozent und einen Rückgang der Beschäftigten um 7,2 Prozent aus). Der Auftragseingang stieg von 11,9 auf 13,9 Mrd. DM und lag damit um 17 Prozent über dem Vorjahr. Die Auslandsaufträge erreichten ein Volumen von bald 50 Prozent.

Probleme bereitet der Branche nach wie vor der Preisverfall für rollendes Material und Ausrüstungen in Deutschland. Dies führte zum Beispiel bei der Fertigung von einfachen Güterwagen zur Verlagerung der Produktion in osteuropäische Länder. Technologisch anspruchsvolle Konstruktionen haben dagegen nach wie vor gute Chancen, in Deutschland gefertigt zu werden.

Stärkung der Infrastruktur unverzichtbar

Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreich operierende Bahn biete ein saniertes Netz stellte Klumpp fest. Das Steigerungspotenzial der Bahnen liege vor allem im funktionierenden Netz. Die Sanierung des Netzes sei inzwischen ein wichtiges Geschäftsfeld für die Bahnindustrie, die diese Projekte sehr intensiv mit ihren Produkten und Leistungen unterstütze. Leider konnten durch DB Netz noch nicht in ausreichendem Umfang Verträge für die Sanierung vergeben werden, da Engpässe bei den Projektierungs- und Planungskapazitäten bestünden. Positiv bewertet wurden die Ansätze, moderne Signal- und Sicherungstechnik zu installieren.

Der Bahnbetrieb muss nach den Worten von Klumpp immer als Gesamtsystem betrachtet werden. Aus der Sicht der Technik bildeten Schiene, Fahrzeug, Oberleitung und Betriebsleittechnik eine nicht auseinander zu dividierende Einheit. Auch aus Sicht des Betreibers bildeten Infrastruktur, Rollmaterial und Fahrplan eine Einheit. Die Bahnindustrie spreche sich für die einheitliche technische Systemverantwortung aus, denn dies biete Chancen zur gesamthaften Optimierung des längst noch nicht ausgereizten Systems. Netz und Betrieb zu trennen würde die großen Möglichkeiten zur Ausschöpfung des im System liegenden Innovationspotenzials und die Optimierung des Gesamtsystems zunichte machen.

Dagegen brauche die Vermarktung der Schienenverkehrsleistung mehr Wettbewerb. Der Druck des Marktes müsse auf Netz und Betrieb einwirken können.

Neue Chancen

Neue Chancen erhalten die Bahnen nach Ansicht des VDB dadurch, dass in Europa der Schienenverkehr schrittweise vereinheitlicht wird. "Die europäische Eisenbahnordnung muss geschaffen und die nationalen Eisenbahnen müssen im europäischen Rahmen harmonisiert werden", forderte Klumpp. Er befürwortete ausdrücklich das Forschungsprogramm "Mobilität und Verkehr" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Die Bahn sei in Zeiten der industriellen Revolution Träger des Fortschritts und wichtiger gesellschaftlicher Wertvorstellungen gewesen. Auch heute habe sie wieder große Chancen, die es zu nutzen gelte. "Der VDB sieht sich daher nicht nur als Industrie-Interessenverband, sondern auch als aktiver Mitstreiter in einer breiten Allianz, um die Schienenverkehrswirtschaft nachhaltig zu stärken", erklärte Klumpp abschließend.

Dipl.-Ing. Joachim Körber | ots

Weitere Berichte zu: VDB

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wie Blockchain die Finanzwelt verändert
28.09.2016 | HHL Leipzig Graduate School of Management

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: weiterhin positiver Ausblick
27.09.2016 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Im Focus: First quantum photonic circuit with electrically driven light source

Optical quantum computers can revolutionize computer technology. A team of researchers led by scientists from Münster University and KIT now succeeded in putting a quantum optical experimental set-up onto a chip. In doing so, they have met one of the requirements for making it possible to use photonic circuits for optical quantum computers.

Optical quantum computers are what people are pinning their hopes on for tomorrow’s computer technology – whether for tap-proof data encryption, ultrafast...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungen

Folgenschwere Luftverschmutzung: Forum zur Chemie der Atmosphäre

28.09.2016 | Veranstaltungen

European Health Forum Gastein 2016 beginnt

28.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Wie Blockchain die Finanzwelt verändert

28.09.2016 | Wirtschaft Finanzen

Neue Plasmaanlage - Präzise und hoch entwickelte Chips

28.09.2016 | Physik Astronomie