Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weiterhin Rezession in der Bauwirtschaft: Deutsche Zementhersteller melden erneuten Absatzrückgang

10.05.2001


... mehr zu:
»Bauwirtschaft
Die deutsche Baukonjunktur hat auch im Jahr 2000 ihren schon seit 1995 anhaltenden Abwärtstrend weiter fortgesetzt. Mit einem Minus von real 3,1 Prozent lag das Bauvolumen sogar unerwartet deutlich unter dem Vorjahreswert.
Alle optimistischen Prognosen hinsichtlich eines baldigen Endes der Baurezession wurden damit hinfällig. Die Negativ-Entwicklung traf auch die 38 Mitglieder des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie e.V. (BDZ), Köln, die mit ihren 64 Zementwerken im Jahr 2000 deutlich weniger Zement absetzen konnten. Im Rahmen der diesjährigen Jahrespressekonferenz am 9. Mai in Berlin stellte BDZ-Präsident Dr. Jürgen Lose die Wirtschaftszahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres vor.

Demnach lag der Zement-Inlandsversand der BDZ-Mitglieder in Höhe von 32 Millionen Tonnen im Jahr 2000 um 5,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Konjunktureinbruch war dabei im Osten mit einem Rückgang auf 6 Millionen Tonnen (minus 9,6 Prozent) mehr als doppelt so stark wie im Westen, wo der Zementabsatz um 4,3 Prozent auf 26 Millionen Tonnen zurückging.

BDZ-Präsident Dr. Jürgen Lose: "Das Ergebnis wäre noch schlechter ausgefallen, wenn nicht die rückläufige Entwicklung der inländischen Zementnachfrage zum Teil durch eine günstige Entwicklung der Im- und Exporte abgefedert worden wäre." So konnten die deutschen Zement- und Klinkerexporte gesteigert werden. Etwa 85 Prozent hiervon wurden in Länder der Europäischen Union geliefert; der größte Teil in die Niederlande.

Gleichzeitig gingen die Zementeinfuhren um etwa 19 Prozent auf 3,05 Millionen Tonnen zurück. Zwar kommen immer noch etwa 70 Prozent der gesamten Zementimporte aus den Ländern Osteuropas, hier stieg aber die Binnennachfrage, so dass sich die Einfuhren der Hauptlieferländer Tschechische Republik, Polen und Slowakei deutlich verringerten.

Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2000 mit 35 Millionen Tonnen 7,1 Prozent weniger Zement verbraucht. Hiervon stammten 32 Millionen Tonnen aus inländischer Produktion, der Rest wurde importiert. Der Pro-Kopf-Verbrauch ging damit auf 434 kg (1999: 468 kg) zurück.

Für das Jahr 2001 gibt es derzeit keine Anzeichen einer grundlegenden Trendwende in der Bauwirtschaft. Die Forschungsinstitute gehen davon aus, dass die Bautätigkeit in Deutschland bestenfalls stagnieren wird. BDZ-Präsident Dr. Jürgen Lose: "Wir rechnen daher für 2001 mit einer weiteren Abnahme des Zementverbrauchs um 8 bis 9 Prozent. Dabei dürfte die Entwicklung in den neuen Bundesländern mit bis minus 15 Prozent deutlich schlechter ausfallen als im Westen, wo wir einen Rückgang von bis zu minus 6 Prozent erwarten." Anders als im letzten Jahr werden im Jahr 2001 weder erhöhte Exporte noch verringerte Importe eine wesentliche Entlastung für den Inlandsabsatz bringen. Lose abschließend: "Der Rückgang des Zementverbrauchs wird daher voll auf die Entwicklung des Inlandsversandes durchschlagen."

ots |

Weitere Berichte zu: Bauwirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise