Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fit für den CO2-Emissionshandel

23.04.2003


Unternehmerverbände Niedersachsen und DBU wollen vor allem mittelstän-dische Unternehmen auf den Handel mit Emissionsrechten vorbereiten



Am Mittwoch stellten die Unternehmerverbände Niedersachsen e. V. und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Anwesenheit des niedersächsischen Umweltministers Hans-Heinrich Sander in Hannover ein Projekt zur Vorbereitung der niedersächsischen Wirtschaft auf einen branchenübergreifenden Emissionsrechtehandel vor. Damit fiel der Startschuss für ein Pilot-Vorhaben zur Umsetzung von europäischem Recht zum Klimaschutz auf nationaler Ebene.



Für die praktische Anwendung des für das Jahr 2005 geplanten europäischen Handels mit Emissionsrechten gibt es bisher keine Erfahrungen. „Mit diesem Projekt greift erstmalig in der Bundesrepublik ein Wirtschaftsverband aktiv das Thema Emissionshandel auf, um praxisnahe Instrumente und Werkzeuge zu erproben und die weitere Ausgestaltung zu begleiten“, sagte Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen e.V., heute vor Journalisten in Hannover.

„Die Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, für sich realistische Szenarien für die Einsparung von Kohlendioxid zu entwickeln, um auf deren Basis investitionsrelevante Entscheidungen für CO2-Reduzierungsmaßnahmen treffen zu können“, fasste Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, das Projektziel zusammen. Letztlich solle jedes Unternehmen dann selbst bewerten können, ob es die vorgegebenen Reduktionsziele durch Beteiligung am Emissionshandel oder durch direkte Investition in Emissionsminderungsmaßnahmen kostengünstiger vornehmen kann. Die DBU fördert das auf zwei Jahre angelegte Projekt mit 600.000 Euro.

Die Erfahrungen vereinzelter deutscher und europäischer Simulationsprojekte sollen zunächst ausgewertet und unter den Gesichtspunkten der Praxistauglichkeit vernetzt werden, um den Unternehmen ein einheitliches Informationsniveau zur Entscheidungsfindung zu geben. Hierbei ist es dringend erforderlich, insbesondere auch die kleinen und mittleren Unternehmen über die Chancen und Risiken aufzuklären.

Zu den teilnehmenden Unternehmen gehören aber auch größere, unter anderem Kraftwerke, Zementhersteller, Papierproduzenten und Unternehmen der Stahlindustrie, da diese zu den Hauptbetroffenen zählen. „Wir haben uns bewusst dazu entschlossen, auch große Unternehmen einzubeziehen, da nur so die für eine realistische Handelssituation erforderliche Menge an Zertifikaten zusammenkommen kann“, erläuterte Brickwedde. Ziel des Projektes ist es, Betriebe einzubeziehen, die für etwa zehn Prozent des gesamtdeutschen CO2-Ausstoßes verantwortlich sind.

Bereits jetzt liegen mehrere Anfragen von interessierten Mittelständlern vor – dies beweist das große Interesse an diesem neuen marktwirtschaftlichen Instrument der Klimapolitik. Um das Vorhaben auf eine breite Basis zu stellen und möglichst viele Unternehmen an den Ergebnissen teilhaben zu lassen, werden Interessenten gebeten, sich direkt mit der den Unternehmerverbänden angeschlossenen Dienstleistungsgesellschaft der Niedersächsischen Wirtschaft (DNW) in Hannover in Verbindung zu setzen. Ein projektbegleitender, regelmäßig tagender Beirat, dem Vertreter der Bundes und des Landes Niedersachsen ebenso angehören wie Unternehmer, Umweltorganisationen und Unternehmerverbände sowie die DBU als Förderer, soll den intensiven und offenen Austausch zwischen allen beteiligten Parteien garantieren.

Katja Diehl | DBU
Weitere Informationen:
http://www.uvn-online.de
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: DBU Emissionshandel Emissionsrecht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht WSI-Tarifarchiv: Tariflöhne und -gehälter 2016: Reale Steigerungen von 1,9 Prozent
05.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Trotz leichtem Rückgang positiver Ausblick auf 2017
29.12.2016 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie

Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa

16.01.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz