Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Westeuropäischer Markt für Informationstechnik und Telekommunikation leicht im Plus

10.10.2002


Der westeuropäische Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) liegt im laufenden Jahr 2002 weiterhin leicht im Plus. Ein Wachstum um 1,1% hebt die Umsätze mit ITK-Hardware, -Infrastruktursystemen, -Software und -Dienstleistungen auf 641 Mrd. €. Im Jahr 2003 soll die Nachfrage in Westeuropa um 3,2% anziehen und der Branche Umsätze von insgesamt 662 Mrd. € bringen. Dies sind die Kernaussagen der neuesten Studie des European Information Technology Observatory EITO. Die USA liegen im Vergleichszeitraum bei plus 3,2% (2002) bzw. plus 5% (2003) und Japan bei plus 4,4% bzw. plus 5%. Weltweit kann in 2002 von einem Zuwachs um 3,2% auf 2.365 Mrd. € und in 2003 um 6,2% auf 2.511 Mrd. € ausgegangen werden. „Deutschland liefert zurzeit die schwächsten Werte ab“, kommentierte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder die neuen Zahlen anlässlich der Vorstellung der Studie in München. In 2002 geht die Nachfrage in Deutschland voraussichtlich um 1,3% zurück und für 2003 rechnet BITKOM mit einer schwarzen Null. Wichtig sei es in dieser Phase, Bedingungen zu schaffen, die zukünftiges Wachstum und zusätzliche Arbeitsplätze in der Branche fördern. Rohleder: „Ob es uns gelingt, die Potenziale der ITK-Branche auch in Deutschland zur Geltung zu bringen, hängt ganz maßgeblich von den Spielregeln ab, die die Politik setzt.“ Hierzu fordert BITKOM eine Entschlackung des Arbeitsrechts, die Vereinfachung des Steuersystems, eine Reform des Bildungswesens und die beschleunigte Einführung von E-Government. Auch müssten Mittelständler und Start-ups stärker entlastet werden. Besondere Wachstumspotenziale sieht BITKOM in Deutschland insbesondere im Umfeld von UMTS sowie bei Sicherheitslösungen und im Bereich des Wissensmanagements. Dies sind auch einige der Schwerpunkte der Messe Systems, die am 14. Oktober in München beginnt.



Die Umsätze entfallen etwa hälftig auf Informationstechnik einerseits und Telekommunikation anderseits. Der westeuropäische Telekommunikationsmarkt (TK) wird in 2002 nach Berechnungen der EITO-Experten um 2% auf 322 Mrd. € und im Jahr 2003 um 4,4% auf 336,2 Mrd. € wachsen. Noch immer ist die Nachfrage nach TK-Endgeräten schwach. In diesem Segment sind die Umsätze bereits im Vorjahr um 1,9% auf 42,4 Mrd. € gesunken. Sie werden laut EITO im laufenden Jahr 2002 um 6,6% auf 39,6 Mrd. € schrumpfen. In 2003 sollen sich die Umsätze dann auf diesem Niveau stabilisieren. Die Investitionen in Datenkommunikations- und Netzinfrastrukturen gingen in 2001 um 7% auf 44,8 Mrd. € zurück und werden in 2002 voraussichtlich um 9,1% auf 40,7 Mrd. € schrumpfen. Auch in diesem Segment wird für 2003 mit einem nur noch leichten Minus von –0,7% und also mit einer allmählichen Beruhigung gerechnet. Bei vielen großen Netzbetreibern hat derzeit der Schuldenabbau höchste Priorität. Diese Gelder fehlen für Investitionen in Infrastrukturnetze. Telekommunikationsdienste, ohnehin unempfindlicher gegen konjunkturelle Schwächen als Hardware, wachsen in Westeuropa in diesem Jahr nach Berechnungen des EITO um 4,9% auf 256,7 Mrd. € und in 2003 um 5,4% auf 270,7 Mrd. €. Zwar sind einerseits durch die Ausweitung des Wettbewerbs die Gewinnmargen gesunken, andererseits werden insbesondere in der Mobilkommunikation und im Online-Sektor enorme Mengenzuwächse verzeichnet.

... mehr zu:
»EITO »Informationstechnik


Der Markt für Informationstechnik befindet sich europaweit mit einem Wert von +0,1% und einem Gesamtvolumen von zurzeit 319,3 Mrd. € in einer stabilen Situation. Für 2003 rechnen die EITO-Experten auch in diesem Segment mit einer leichten Belebung der Nachfrage um 1,9% auf 325,3 Mrd. €. Ähnlich wie in der Telekommunikation kommt es auch innerhalb der Informationstechnik zu einer Verlagerung der Nachfrage weg von der Hardware hin zu Software und Services. Computer Hardware hat mit einem Rückgang von -6,3% in diesem und -2,5% im kommenden Jahr zu kämpfen. Demgegenüber liegt Software mit 2,2% (2002) und 3,0% (2003) ebenso im Plus wie IT-Services mit 3,7% bzw. 4,6%. Es gibt einen Trend hin zu kleineren, weniger kostspieligen IT-Projekten, die einen schnellen Return-on-Investment versprechen. Im Vordergrund steht dabei die Optimierung der unternehmensinternen IT-Infrastruktur. Im Rahmen der Initiative „eEurope 2005“ und parallelen nationalen Programmen wie z.B. „BundOnline 2005“, die auf die Verbesserung der ITK-Ausstattung im öffentlichen Sektor abstellen, kann auch von dieser Seite mit steigender Nachfrage gerechnet werden. Trends sind neben der Integration verschiedener Business-Anwendungen Sicherheitslösungen, Web-based Services und Content Management.



Ansprechpartner Presse
Heike Hennemann

Tel.: 030 / 27576-112
Fax:
E-Mail: h.hennemann@bitkom.org

Fachreferent
Dr. Axel Pols
BITKOM / Referat Markt und Statistik
Tel.: 030 / 27576-120
Fax:
E-Mail: a.pols@bitkom.org

Heike Hennemann | BITKOM

Weitere Berichte zu: EITO Informationstechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind
27.04.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie