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Meist 30 Tage Urlaub und bis zu 1.944 Euro für die Reisekasse - ein Plus gegenüber dem Vorjahr zwischen 7 und 67 Euro

17.06.2008
Die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben bis zu 30 Tage Urlaub und erhalten Urlaubsgeld - einen Rechtsanspruch gibt es darauf allerdings nur, wenn die Tarifverträge entsprechende Regelungen vorsehen.

Die Höhe der tariflich vereinbarten Urlaubsextras fällt je nach Branche sehr unterschiedlich aus: Zwischen 155 und 1.944 Euro bekommen Beschäftigte in der mittleren Lohn- und Gehaltsgruppe in diesem Jahr als tarifliches Urlaubsgeld (ohne Berücksichtigung von Zulagen/Zuschlägen; bezogen auf die Endstufe der Urlaubsdauer). Das zeigt die aktuelle Auswertung für 22 Wirtschaftszweige, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung vorlegt.

Am wenigsten Geld für die Reisekasse bekommen Beschäftigte in der Landwirtschaft und im Steinkohlenbergbau. Die höchsten Zahlungen erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter anderem in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, in der Druckindustrie sowie in der Metallindustrie (Branchendaten siehe Grafik und Tabellen im Anhang zu dieser PM - erreichbar über unten stehenden Link).

Verglichen mit 2007 ist das tarifliche Urlaubsgeld in gut einem Drittel der untersuchten Branchen angestiegen, die Erhöhungen bewegen sich zwischen drei Prozent (z.B. Druckindustrie, Versicherungen) und 4,1 Prozent (Metallindustrie). Beispiele:

In der Metallindustrie in Nordwürttemberg/Nordbaden erhalten die Angestellten ein Plus von 62 Euro (1.578 Euro), die Arbeiter/innen ein Plus von 54 Euro (auf 1.375 Euro). In Sachsen fallen die Steigerungen ähnlich aus.

In der Textilindustrie Westfalen-Osnabrück beläuft sich das Plus auf 22 Euro (auf 638 Euro), in Ostdeutschland steigt es um 7 Euro (auf 270 Euro).

In der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie Westfalen-Lippe gibt es für die Angestellten mit 1.944 Euro insgesamt 67 Euro mehr als im Vorjahr, bei den Arbeiter/innen sind 58 Euro mehr (auf 1.643 Euro).

In der Druckindustrie beträgt das Plus für die Arbeiter/innen in West und Ost gleichermaßen 48 Euro (auf 1.634 Euro).

Im Versicherungsgewerbe steigt das Urlaubsgeld um 36 Euro auf 1.230,50 Euro.
In einer Branche, im Bauhauptgewerbe, erfolgte hingegen eine Absenkung des Urlaubsgeldes um bis zu 17 Prozent: Für die Arbeiterinnen und Arbeiter beträgt das Minus im Westen (ohne Berlin-West) 196,20 Euro (auf 933,90 Euro), im Osten geht es um 162,97 Euro (auf 845,02 Euro) zurück. Für die Angestellten beträgt der Kürzungsbetrag einheitlich 123,60 Euro (auf 720 Euro).

In mehr als der Hälfte der ausgewerteten Branchen hat sich das Urlaubsgeld nicht verändert. Dazu gehören unter anderem die Bereiche Landwirtschaft, Steinkohlenbergbau, chemische Industrie, Papierverarbeitung, Süßwarenindustrie, Groß- und Einzelhandel und die Deutsche Bahn AG.

Im Westen ist das Urlaubsgeld vielfach höher als in Ostdeutschland. Im öffentlichen Dienst und in der Stahlindustrie gibt es kein gesondertes tarifliches Urlaubsgeld. Es wird mit dem Weihnachtsgeld zu einer einheitlichen Jahressonderzahlung zusammengefasst. Auch im Bankgewerbe gibt es kein tarifliches Urlaubsgeld.

Rainer Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.boeckler.de
http://www.boeckler.de/pdf/pm_ta_2008_06_17.pdf

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