Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Wirtschaft behauptet sich eindrucksvoll im globalen Wettbewerb

09.06.2008
Stärke im Export treibt Wachstum und Beschäftigung an

Die deutsche Wirtschaft kann trotz des zunehmenden internationalen Wettbewerbsdrucks ihre starke Position auf den Weltmärkten behaupten. Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann Stiftung in ihrem aktuellen Standort-Check.

Während Deutschland seinen Marktanteil an den Weltexporten seit 1993 stabil bei über neun Prozent halten konnte, ist der Marktanteil aller OECD-Länder im gleichen Zeitraum von 75 Prozent auf 64,7 Prozent gesunken. "Von den großen Industrieländern Kanada, Frankreich, Italien, Japan, Großbritannien und USA ist Deutschland die einzige Volkswirtschaft, die keine Marktanteilsverluste hinnehmen musste. Dies belegt, dass die Unternehmen in Deutschland insgesamt gut für den internationalen Wettbewerb gerüstet sind", sagte Dr. Johannes Meier, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung.

Erfreulich sei in diesem Zusammenhang insbesondere, dass die deutsche Wirtschaft seit der Jahrtausendwende auf den Weltmärkten für technologieintensive Güter in allen Branchen Export­marktanteile hinzugewinnen konnte. Andere Länder wie Frankreich oder Großbritannien mussten im gleichen Zeitraum teilweise erhebliche Marktanteilsverluste hinnehmen. "Diese Entwicklung ist deshalb hervorzuheben, da technologieintensive Exporte in besonders starkem Maße als Wachs­tumstreiber wirken", so Meier. Allein im Jahr 2007 betrug der Anteil des Außenhandels am Wachstum des Bruttoinlandsprodukts nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 1,4 von 2,5 Prozentpunkten.

Die starke Export-Performance der deutschen Unternehmen war und ist der Hauptmotor für Be­schäftigung. So ist die Zahl der vom Export abhängigen Erwerbstätigen zwischen 1995 und 2005 um 2,7 Millionen gestiegen, wohingegen die binnenorientierte Beschäftigung um 1,3 Millionen ge­sunken ist. "Der Beschäftigungsaufbau vollzieht sich dabei keineswegs allein in den besonders erfolgreichen Exportsektoren. Vielmehr stellen viele Unternehmen aus den Bereichen Energie, Handel, Verkehr und Dienstleistungen in beachtlichem Maße Vorleistungen für den Export her und profitieren damit indirekt von der hohen Auslandsnachfrage nach deutschen Produkten", führte Meier aus.

Zum Erfolg deutscher Unternehmen auf den internationalen Märkten habe vor allem die Entwick­lung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit beigetragen. Diese habe sich seit Mitte der 90er Jahre vor allem in der Eurozone verbessert, in der Wechselkursveränderungen keine Rolle mehr spielen. Außerhalb der Eurozone hat die starke Gemeinschaftswährung dagegen in den letzten zwei Jah­ren dämpfend auf die Wettbewerbsfähigkeit gewirkt.

Die jüngste wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland beurteilen die Experten der Bertelsmann Stiftung insgesamt positiv. So befinde sich die Zahl der Erwerbstätigen in der Bundesrepublik mit 39,7 Millionen auf dem höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Da gleichzeitig die Zahl der Arbeitslosen seit Beginn des Aufschwungs um 14 Prozent zurückgegangen ist, ohne dass sich die Zahl der offenen Stellen wesentlich verändert hat, sehen die Gütersloher erstmals auch Fort­schritte beim Abbau der strukturellen Arbeitslosigkeit. Ursächlich für diese Entwicklung seien ne­ben dem günstigen weltwirtschaftlichen Umfeld insbesondere die Arbeitsmarktreformen im Rah­men der Agenda 2010, die zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes beigetragen haben. Kaum Fort­schritte seien hingegen beim Abbau der im internationalen Vergleich weiterhin hohen Langzeitar­beitslosigkeit zu verzeichnen. Hierfür sei vor allem die hohe Steuer- und Abgabenbelastung von Geringverdienern verantwortlich, die im Zusammenspiel mit der Ausgestaltung der Sozialleistun­gen die Anreize zur Arbeitsaufnahme senkt.

Zudem könnten viele Langzeitarbeitslose aufgrund fehlender bzw. unzureichender Qualifikation nicht ohne weiteres einen neuen Arbeitsplatz - insbesondere nicht in den wachsenden Hochtech­nologiesektoren - finden. Ziel müsse es daher sein, geringqualifizierte Arbeitslose mit Hilfe ent­sprechender (Weiter-) Bildungsmaßnahmen zu befähigen, einen Job zu finden, der ihnen ein aus­kömmliches Einkommen sichert. Gelingt eine entsprechende Qualifizierung nicht bzw. nicht in aus­reichendem Maße, so sei an eine Kombination aus verdientem Markteinkommen und ergänzenden staatlichen Transfers zu denken.

Der Standort-Check Deutschland der Bertelsmann Stiftung vergleicht und bewertet halbjährlich die Entwicklung Deutschlands im Vergleich zu den 20 wichtigsten Industrienationen in den Bereichen Wachstum und Beschäftigung. Die zugrunde liegende Methodik wurde von einer Expertengruppe unter der Leitung des Münsteraner Wirtschaftswissenschaftlers Professor Ulrich van Suntum ent­wickelt. Dabei wird für jedes der 21 Länder ein Erfolgsindex und ein Aktivitätsindex berechnet. Während der Erfolgsindex Auskunft über die aktuelle Situation des jeweiligen Landes mit Blick auf die beiden Zielgrößen gibt, erfasst der Aktivitätsindex die wichtigsten Erklärungsgrößen für Be­schäftigungssituation und Wirtschaftswachstum.

Über die Bertelsmann Stiftung:

Die Bertelsmann Stiftung setzt sich für das Gemeinwohl ein. Sie engagiert sich in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit sowie Internationale Verständigung und fördert das friedliche Miteinan­der der Kulturen. Durch ihr gesellschaftliches Engagement will sie alle Bürgerinnen und Bürger ermutigen, sich ebenfalls für das Gemeinwohl einzusetzen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapitalanteile der Bertelsmann AG. Die Bertelsmann Stiftung arbeitet ope­rativ und ist unabhängig vom Unternehmen sowie parteipolitisch neutral.

Rückfragen an: Eric Thode, Telefon: 0 52 41 / 81-81 581; E-Mail: Eric.Thode@Bertelsmann.de

Dr. Thorsten Hellmann, Telefon: 0 52 41 / 81-81 236; E-Mail: Thorsten.Hellmann@Bertelsmann.de

Ute Friedrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de

Weitere Berichte zu: Erwerbstätig Eurozone Standort-Check

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Kräftiger Anstieg setzt sich fort
25.04.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik