Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

China will Transrapid-Strecke um 30 Kilometer verlängern

12.02.2007
Auftragsabschluss für Siemens und ThyssenKrupp so gut wie sicher

Neben dem Bau einer Teststrecke zur Entwicklung einer eigenen Magnetschnellbahn-Technologie hat sich China dazu entschlossen, die Transrapid-Strecke in Shanghai um gut 30 Kilometer zu verlängern. Wie die Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins 'Capital' aus Kreisen der Shanghaier Stadtregierung erfuhr, soll die zusätzliche Trasse die bereits existierende Transrapid-Strecke beim internationalen Shanghaier Flughafen Pudong mit dem Finanzzentrum auf der Ostseite des Huangpu-Flusses und dem vor allem für Inlandsflüge benutzten Flughafen Hongqiao im Westen der Stadt verbinden.

Darauf haben sich laut 'Capital' das deutsche Transrapid-Konsortium aus ThyssenKrupp und Siemens und die Shanghai Maglev Transportation Development Co. Ltd., ein Tochterunternehmen der Shanghaier Stadtregierung, nach jahrelangen Verhandlungen geeinigt. Derzeit warten die Vertragspartner darauf, dass die Pekinger Zentralregierung den Bau genehmigt. Die endgültige Entscheidung soll noch vor dem chinesischen Neujahrsfest am 17. Februar bei einer Sitzung des Staatsrats fallen.

Für Siemens-Chef Klaus Kleinfeld wäre dies ein willkommener Image-Erfolg, auch wenn das Projekt für den Konzern wirtschaftlich relativ wenig Gewicht hat. Insgesamt beträgt das Auftragsvolumen für diesen zweiten Abschnitt etwa 1,2 Milliarden US-Dollar. Das entspricht etwa den Baukosten für die existierende Strecke. Trotzdem mussten Siemens und ThyssenKrupp nach 'Capital'-Informationen große Nachlässe geben, um im Geschäft zu bleiben. Denn die Baukosten für die Trasse sind etwa doppelt so hoch wie für die erste, weil neben dem Tunnel drei zusätzliche Stationen gebaut werden müssen und die Trasse durch die Innenstadt verläuft. Außerdem sind die Preise etwa für Stahl seit dem Bau der ersten Strecke vor fünf Jahren deutlich gestiegen.

... mehr zu:
»Transrapid-Strecke

Um die Preisanforderungen der Chinesen zu erfüllen, musste das Konsortium zustimmen, dass die zunächst 30 Zugsektionen ohne Schwebetechnik komplett in zwei chinesischen Fabriken gebaut werden. Die chinesischen Arbeiter werden in Deutschland angelernt. Nur etwa die Hälfte der Siemens-Leittechnik und die Schwebe-Kerntechnologie kommen noch aus Deutschland, lauten die 'Capital'-Informationen. Immerhin konnte sich China nicht mit seiner Bedingung durchsetzen, die gesamte Technologie übertragen zu bekommen. Die Chinesen erhalten auch die in Deutschland neu entwickelte Fahrzeugreihe 09 nicht.

Die Strecke soll spätestens bis zur Weltausstellung 2010 fertig gestellt sein. Selbst unter chinesischen Fachleuten gilt diese Planung als sehr knapp. Zwar ist es gut möglich, dass der Shanghaier Transrapid in einer weiteren Bauphase um einen dritten Abschnitt in die 175 Kilometer entfernte Sieben-Millionen-Stadt Hangzhou verlängert wird. Doch von den ursprünglichen Zielen ist das Konsortium weit entfernt. Ende der 90er Jahre waren Siemens und ThyssenKrupp angetreten, erst Shanghai und Peking mit einer Trasse von 1.200 Kilometern zu verbinden und dann das ganze Land zu vernetzen.

Für Rückfragen: Claudia Reischauer, Redaktion 'Capital', Tel. 0221/4908-119, reischauer.claudia@capital.de

Claudia Reischauer | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.capital.de

Weitere Berichte zu: Transrapid-Strecke

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE