Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Booz Allen Hamilton: China bietet großes Wachstumspotenzial für

20.02.2006


Verzehnfachung der inländischen Nachfrage / 30% niedrigere Herstellkosten als Wettbewerbsvorteil / Neue Herausforderung an Kooperationen mit Flugzeugkonstrukteuren


Mit der Ankündigung Chinas, innerhalb der nächsten zehn Jahre Großraumpassagierflugzeuge zu entwickeln, geraten etablierte Flugzeughersteller wie Boeing und Airbus unter Druck. Bereits heute wird jedes sechste Flugzeug nach China geliefert. Die demografische Situation des Landes und die langfristigen wirtschaftlichen Indikatoren lassen einen gewaltigen Nachfrageanstieg nach Flugreisen und damit nach Passagierflugzeugen in den kommenden zwanzig Jahren erwarten. Um den steigenden Bedarf zu decken, müssen die Kapazitäten der chinesischen Airlines entsprechend exponentiell ausgeweitet werden. "Wir gehen innerhalb der nächsten 20 Jahre von einer Verdreizehnfachung der angebotenen inländischen Kapazität auf bis zu 1 Mrd. Passagiere pro Jahr aus sowie von einer Verneunfachung von und nach China auf bis zu 150 Mio. Passagiere pro Jahr", so Richard Hauser, Partner und Flugzeugbau-Experte der internationalen Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton. Chinesische Fluglinien planen für diesen Zeitraum Ausgaben von rund 180 Mrd. Dollar für etwa 2.600 Flugzeuge unterschiedlicher Größenordnung. Gleichzeitig sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre 100 neue Flughäfen entstehen. In den kommenden Jahren werden die entscheidenden Weichen gestellt, welche Anbieter den chinesischen Nachfrageschub nach Passagierflugzeugen bedienen können. Grundsatzentscheidungen über Produktionsstandorte, Technologietransfer, Kooperationen und den nachhaltigen Schutz von geistigem Eigentum müssen daher zeitnah getroffen werden.

Standortfaktoren sprechen für China


Die chinesische Luftfahrtindustrie hat mittlerweile eine global relevante Größe erreicht, China beschäftigt in diesem Industriezweig mehr Menschen als die EU. "International hat sich der Standort als Zulieferer und Kooperationspartner gut etabliert, auch wenn er im globalen Vergleich noch deutliche Produktivitäts- und Erfahrungsnachteile aufweist. Diese Faktoren gleicht China durch die niedrigeren Arbeitskosten wieder aus", so Luftfahrtexperte Hauser. Die Analyse simuliert die gesamte Wertschöpfungskette am Beispiel des Baus eines Flugzeugs mit 120 Sitzen am Standort China. Das Ergebnis: Selbst unter der Annahme, dass wichtige Systeme wie Triebwerke oder Avionik (elektrische und elektronische Geräte) weiterhin von etablierten europäischen oder amerikanischen Lieferanten bezogen würden, können die Herstellkosten mittelfristig um bis zu 30% unter denen in Europa und der USA liegen - mögliche Produktivitätsgewinne durch moderne Fertigungstechnologien noch nicht eingerechnet. Momentan reicht der aktuelle Technikstand der Chinesen nicht aus, um schnell ein komplett neues Großflugzeug zu entwickeln. Richard Hauser: "Doch das wird sich innerhalb der nächsten 10 Jahre ändern, mit dem zusätzlichen Vorteil, auf einer völlig neuen Technologieplattform aufbauen zu können." Dann wird China nicht nur von den niedrigen Faktorkosten, sondern auch von den neuesten Material- und Fertigungstechnologien sowie den damit erzielbaren Betriebskosteneinsparungen profitieren. Investitionsentscheidungen in die kapitalintensive Flugzeugproduktion werden durch den volumenstarken Heimatmarkt dabei erheblich erleichtert.

Gründung zukunftsträchtiger Kooperationen

Erste konkrete Schritte hat China bereits mit der Entwicklung des chinesischen Regionalflugzeugs ARJ21 unternommen. Die europäischen und amerikanischen Hersteller versuchen daher aktuell ihren noch bestehenden Technologie- und Infrastrukturvorteil intelligent zu nutzen und sich gleichzeitig den Marktzugang zu sichern. Sie errichten eigene Produktionsstätten, um so die Herstellungskosten durch Standortvorteile zu senken. Airbus bereitet den Aufbau einer eigenen Endmontagelinie für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge in China vor - es wäre keine Überraschung, wenn innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre der erste Airbus-Jet aus einer chinesischen Endmontagelinie rollen würde. Kooperationen mit regionalen Herstellern sollten daher so aufgesetzt sein, dass sie parallel zum Wissenstransfer den Weg für die zukünftige Zusammenarbeit ebnen. Nur so können sich chinesische und internationale Hersteller gemeinsam der boomenden Nachfrage in den kommenden Jahren stellen.

Mit rund 17.000 Mitarbeitern und Büros auf sechs Kontinenten zählt Booz Allen Hamilton zu den weltweit führenden Strategie- und Technologieberatungen. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner 250 aktiven Partner. Der Umsatz beläuft sich weltweit auf 3,5 Mrd. US$. Sechs Büros sind im deutschsprachigen Raum: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Wien und Zürich.

Sabine Bayer | Booz Allen Hamilton
Weitere Informationen:
http://www.boozallen.de

Weitere Berichte zu: Airbus Endmontagelinie Passagierflugzeug Technologieberatung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Ostfalia forscht an Ultraleichtflugzeug mit Elektroantrieb
19.10.2017 | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften – Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel

nachricht Wie E-Autos effizient genutzt werden
16.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise