Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Potenziale nutzen: Rad- und Fußgängerverkehr stärker fördern

24.09.2001


Mehr Lebensqualität für Städte und Gemeinden - Umweltbundesamt stellt Leitfaden und Modellvorhaben vorMehr Fußgänger- und Radverkehr anstelle des Autoverkehrs verbessert die Lebensqualität in Stadt und Land erheblich. Aber: Immer weniger Menschen gehen in Deutschland zu Fuß, und der Radverkehr steigt auch nur geringfügig an. Wie der Rad- und Fußverkehr vor allem in kleinen und mittleren Kommunen gefördert werden kann, zeigt die Studie "Chancen des Rad- und Fußverkehrs als Beitrag zur Umweltentlastung", die von der Planersocietät Dresden, der ISUP GmbH, Dresden und Schriftverkehr - Büro für Publizistik und Planung, Dortmund, im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstellt wurde.

Ein Modellprojekt mit den Auftragnehmern plan & rat und PGV (Planungsgemeinschaft Verkehr) hat gerade begonnen. In den Städten Lingen, Wittenberg und Plauen will das UBA zeigen, wie die Förderung von Fußgänger- und Radverkehr in der Praxis aussehen kann und wie wenig sie kostet.

Der erste Teil der Studie enthält einen Leitfaden mit Strategieansätzen und Maßnahmen. Ein attraktives Fußwegenetz beispielsweise muss engmaschig sein, geringe Beeinträchtigungen durch andere Verkehrsteilnehmer (auch Radfahrer) aufweisen und objektive und subjektive Sicherheitskriterien erfüllen. Wichtig sind auch Überschaubarkeit und eine fußgängerorientierte Ausstattung mit Wegweisern sowie eine gute Vernetzung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr.

Im zweiten Teil wird in einer Defizitanalyse auf rechtliche und planerische Mängel sowie die Bedeutung des politischen Klimas, des Engagements der Verwaltung, der Verkehrssicherheit und der Öffentlichkeitsarbeit hingewiesen. Um konkret zu zeigen, wie Fußgänger- und Radverkehr gezielt gefördert werden kann, hat das Umweltbundesamt drei Modellstädte ausgewählt:

  • Lingen an der Ems,

  • die Lutherstadt Wittenberg und

  • Plauen in Sachsen.

Wichtigstes Ziel ist es, ein fußgänger- und fahrradfreundliches Klima in der Verkehrspolitik und im täglichen Miteinander aller Verkehrsteilnehmer zu erreichen.

Das UBA fördert die Entwicklung eines umfassenden Handlungskonzepts, das neben Infrastrukturmaßnahmen auch eine unterstützende Öffentlichkeitsarbeit, ein breit gefächertes Service-Angebot sowie eine Vernetzung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln enthält.

So kann das Zufußgehen und das Fahrradfahren wieder zu einer lohnenswerten und sicheren Alternative zur Fahrt mit dem Auto werden - mit Spaß, Entspannung und Gesundheitsvorsorge für den einzelnen, einer gesteigerten Aufenthaltsqualität in den Städten und Klimaschutz für alle.

Mit dem Modellprojekt soll gezeigt werden, dass es möglich ist, den Anteil der Fußgänger und Radfahrer am Verkehr innerhalb kurzer Zeit deutlich zu steigern. Hierfür sollen in intensiver Zusammenarbeit zwischen den Modellstädten. den Auftragnehmern und dem Umweltbundesamt kosteneffektive, innovative und unkonventionelle Lösungen erdacht und in die Wirklichkeit umgesetzt werden.

Hintergrund:

Über 20 Jahre Forschung bei der Fahrradverkehrsförderung und das Engagement von Interessenverbänden haben dazu geführt, dass sich die Situation des Radverkehrs in einigen Kommunen deutlich verbessert hat. In vielen Städten und Gemeinden sind indes kaum oder gar keine Fortschritte erkennbar. Trotz Novellierung der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 95), der Fahrradnovelle der Straßenverkehrordnung (StVO) und des ersten Berichts der Bundesregierung über die Situation des Fahrradverkehrs in Deutschland: Ein alltägliches Verkehrsmittel ist das Fahrrad bei uns noch lange nicht.

Viel weniger als der Radverkehr wird der Fußverkehr als eigenständige Art der Fortbewegung wahrgenommen. In der Verkehrsplanung taucht er, wenn überhaupt, meist nur als Restgröße auf, und in der Forschung spielt er bisher auch nur eine Nebenrolle, obwohl die Zahl der Fußwege trotz rückläufiger Tendenz immer noch höher liegt als die des Radverkehrs oder der anderen Verkehrsmittel.

Häufig wird Radverkehr zu Lasten der Fußgänger gefördert, zum Beispiel, indem der Fußweg durch Abtrennung eines Radweges noch schmaler wird. Dies soll in dem Modellprojekt vermieden werden.

! Die Veröffentlichung "Chancen des Rad- und Fußgängerverkehrs als Beitrag zur Umweltentlastung (Leitfaden und Defizitanalyse)" ist in der Reihe TEXTE des Umweltbundesamtes als Nummer 32/2001 erschienen. Sie umfasst 60 Seiten, kostet DM 15 (€ 7,67) und kann gegen Zusendung eines Verrechnungsschecks an die
Firma

... mehr zu:
»Radverkehr »Verkehrsmittel

Werbung und Vertrieb,
Ahornstraße 1-2,
10787 Berlin, bestellt werden.

Bitte unbedingt die TEXTE-Nummer und den Namen des Bestellers angeben. Die Studie kann auch via Internet bestellt werden.

Informationen über das Modellprojekt "Fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt" gibt es bei Dr. Annette Rauterberg-Wulff, Telefon 030/89 03-2058 und Alice Döldissen, Telefon -2620.

Karsten Klenner | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de

Weitere Berichte zu: Radverkehr Verkehrsmittel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wie E-Autos effizient genutzt werden
16.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland
26.09.2017 | Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz