Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blitzschutz-Tests erfolgreich beendet

25.07.2001


Die CargoLifter AG beendete letzte Woche eine weitere Phase der Blitzschutz-Tests zur Vorbereitung der Produktion ihres 260 Meter langen Transport-Luftschiffes CargoLifter CL 160 mit durchweg positiven Ergebnissen. Anhand eines heliumgefüllten Luftschiff-Modells im Maßstab 1:25 prüften die Entwickler im Hochspannungslabor der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus vom 12. bis 20. Juli 2001 die optimale Anordnung von metallischen Streifen zur Blitzableitung an der Außenhaut des Modells. Während dieser Tests hat das Luftschiff Einschläge von über einer Million Volt unbeschadet überstanden.

Der CargoLifter CL 160 wird mit maximal 2000 Metern Flughöhe in oder direkt unter der Wolkendecke fliegen - und damit einerseits selbst Blitze anziehen, sie aber auch selbst auslösen. "Ein optimaler Blitzschutz ist damit unerlässlich für die Flugsicherheit", erklärt Ralf Marcordes, Projektleiter für Blitzschutz und elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) bei der CargoLifter Development GmbH. "Der erfolgreiche Testverlauf bestätigt unsere bisherigen Berechnungen - und bringt uns einen großen Schritt näher an die Fertigung des ersten Prototypen." Andy Plumer, der in seinem Institut Lightning Technologies, Inc., in Pittsfield, Massachusetts, USA, Luft- und Raumfahrtgeräte auf Blitzschutz testet, leitete das internationale CargoLifter Expertenteam während der Tests. Dazu gehören Dieter Jaeger, der beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS in Ottobrunn die Blitzschutzarbeiten steuert, und Dr. Rodney Perala, der in seiner Firma Electro Magnetic Applications, Inc. in Denver, USA, Simulationsprogramme für Einschlagsverteilungen von Blitzen entwickelt. Die Versuche wurden an der BTU Cottbus durchgeführt, die über eines der modernsten Hochspannungslabore in Deutschland verfügt. Bundeskanzler Gerhard Schröder und Ministerpräsident Manfred Stolpe statteten anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der BTU am 7. Juli 2001 in Cottbus einen Besuch ab und informierten sich über den Entwicklungsstand des CL 160. Das eigens für die Tests konstruierte Luftschiff-Modell besitzt die gleichen elektrischen Eigenschaften wie die Hülle des CL 160 und wurde nach einem eigens entwickeltem Schweißverfahren am gleichen Schneidetisch geschnitten und von CargoLifter Personal am Standort Brand komplett gefertigt. Es ist nicht nur das größte Modell, das jemals in einem Blitzschlag-Labor getestet wurde, sondern auch das erste Mal, dass ein mit Helium gefülltes Luftschiff-Modell Blitzschutz-Tests unterzogen wurde. Außerdem besitzt es als erstes Blitzschutz-Modell eine Anordnung aus metallischen Streifen, die eine Optimierung des Blitzschutzes während der Test zulässt.

Die CargoLifter AG mit Sitz in Berlin entwickelt ein 260 Meter langes und 65 Meter dickes Luftschiff zum Transport überdimensional großer und schwerer Güter von bis zu 160 Tonnen Gewicht: den CargoLifter CL 160. Der "fliegende Kran" soll künftig aufwändige Schwerlast-Transporte schneller, einfacher und kosteneffizienter durchführen - ohne zu landen und nahezu unabhängig von der bestehenden Infrastruktur. Um eine marktnahe Entwicklung des Luftschiffes zu gewährleisten, kooperiert CargoLifter im Rahmen des "Lead-User"-Konzeptes bereits heute mit verschiedenen Industrie-Unternehmen. Seit Mai 2000 ist das Unternehmen am Amtlichen Handel der Frankfurter Wertpapierbörse notiert (WKN 540 261, Kürzel CLA), seit Dezember 2000 im MDAX.

Der CargoLifter Konzern beschäftigt derzeit über 435 Mitarbeiter, rund 235 davon in der Luftschiff-Entwicklung am Werftstandort Briesen-Brand (Brandenburg). Brand ist derzeit der Dreh- und Angelpunkt des Unternehmens: Ende 2000 wurde hier die Produktionshalle für den CL 160 fertig gestellt - mit 107 Metern Höhe, 210 Metern Breite und 360 Metern Länge die größte stützenfrei erbaute Halle der Welt. Um Interessenten die Möglichkeit zu geben, die Luftschiff-Entwicklung "live" zu verfolgen, hat das Unternehmen dort den Themenpark CargoLifter World eingerichtet, der seit der Eröffnung im Juni 2000 auf großen Zuspruch gestoßen ist.

Silke Rösser | ots

Weitere Berichte zu: BTU Blitzschutz Blitzschutz-Test Luft- und Raumfahrt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten