Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Öl unter Strom - Neuartiges Reinigungssystem für Schmierstoffe

03.07.2003


Das Mechanik Center Erlangen, eine Siemens-Tochter, hat jetzt ein revolutionäres Reinigungssystem für industrielle Öle im Angebot. Schmier- und Maschinenöle, die in Dampfturbinen, Kompressoren, Hydrauliksystemen oder Dieselmotoren verwendet werden, verschmutzen im Lauf der Zeit durch Gummiabrieb, eindringendes Wasser, Pilze oder Bakterien. Im schlimmsten Fall kann dies zu einer Schädigung der kompletten Anlage führen.


Verschmutztes Maschinenöl kann mit dem ISOPur-Verfahren billig, schnell und umweltschonend aufbereitet werden. Die Siemens-Tochter Mechanik Center Erlangen bietet die Methode an. Sie verwendet elektrische Spannung zur Abtrennung von Verschmutzungen wie Schwebeteilchen, Mikroorganismen oder Wasser.



Herkömmliche Filteranlagen entfernen unerwünschte Verunreinigungen rein mechanisch: entweder nach dem Prinzip eines Kaffeefilters oder mit einer Zentrifuge. Das neue Verfahren des amerikanischen Unternehmens ISOPur Fluid Technologies basiert dagegen auf der so genannten elektronischen Flüssigkeitsdialyse. ISOPur wird von der Risikokapitalgesellschaft Siemens Venture Capital (www.siemensventurecapital.com) gefördert. Bei der Methode wird das verschmutzte Öl zunächst in zwei gleich große Mengen geteilt und jeweils über eine positive bzw. negative Elektrode geleitet. Alle Partikel, die sich in dem nicht leitenden Öl befinden, werden dadurch entweder positiv oder negativ aufgeladen. Danach werden die Teilvolumen des Öls wieder vereint, wobei sich die unterschiedlich polarisierten Teilchen anziehen und miteinander zu größeren Partikeln verklumpen. Diese können danach leicht abgesondert werden. Genauso wie in normalen Filteranlagen reinigt das ISOPur-Verfahren das Öl während des Betriebs.



Die Methode bringt erhebliche Vorteile: Herkömmliche Filter verstopfen schnell und müssen oft gereinigt werden, was zu Ausfallzeiten der Maschinen führt. Kleinste Partikel wie beispielsweise Pilzsporen werden von mechanischen Filtern nicht abgesondert. Deswegen muss das verwendete Öl in relativ kurzen Abständen ganz ausgetauscht werden. Die ISOPur-Technik (www.mechanikcenter.de) hingegen entfernt Fremdkörper bis zu einer Größe unter 0,1 Mikrometern - also sogar Bakterien. Dadurch wird das Öl so rein, dass es über einen extrem langen Zeitraum wieder verwendet werden kann. Auf diese Weise reduziert das System Wartungs- und Ausfallzeiten dramatisch: Nach sechs bis 18 Monaten haben sich die Kosten der Reinigungsanlage amortisiert. Zugleich fällt weniger umweltschädliches Altöl an.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens NewsDesk
Weitere Informationen:
http://www.siemensventurecapital.com
http://www.mechanikcenter.de

Weitere Berichte zu: ISOPur Partikel Reinigungssystem Schmierstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht 3D-Bilder von Krebszellen im Körper: Medizinphysiker aus Halle stellen neues Verfahren vor
16.05.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

nachricht Innovatives Verfahren zur umweltschonenden Gülleaufbereitung kommt auf den Markt
03.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics