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Weltgesundheitstag: Malaria und Gelbfieber – auch die Leber ist betroffen

26.03.2014

Am 7. April 2014 macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem Weltgesundheitstag auf vektorübertragene Erkrankungen aufmerksam. Im Mittelpunkt stehen dabei Krankheiten, die durch lebende Organismen wie Mücken, Fliegen oder Zecken (sogenannte Vektoren) von einer Person auf die andere übertragen werden können. Dabei kann auch die Leber in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die wichtigste durch Vektoren übertragbare Krankheit ist sicherlich Malaria. In Afrika, so schätzen Experten, wurden im Jahr 2010 etwa 660.000 Todesfälle durch Malaria – eine durch die weibliche Anopheles-Mücke übertragene Erkrankung – hervorgerufen.

„Hier spielt die Leber eine ganz wichtige Rolle, denn die Erreger (sogenannte Plasmodien) gelangen durch das Blut in den menschlichen Körper und erreichen zuerst die Leber. In den Leberzellen vermehren sie sich und schädigen dann andere Organe“, sagt Prof. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, anlässlich des Weltgesundheitstages.

Gelbfieber ist eine weitere klassische Infektionserkrankung, bei der auch die Leber im Mittelpunkt steht. Gelbfieber wird durch das Gelbfiebervirus (ein Flavivirus) verursacht, das durch Stechmücken als Vektor übertragen wird. Wie der Name schon sagt, sind Gelbsucht und Fieber wichtige Symptome. Die durch das Gelbfieber verursachte Gelbfiebervirushepatitis ist eine akute, sehr lebensbedrohliche Hepatitis mit zusätzlichen Gerinnungsproblemen, der „Hämorrhagischen Diathese“.

Häufig tritt blutiges Erbrechen auf, daher wird die Krankheit auch „Schwarzes Erbrechen“ genannt. Gelbfieber ist häufig in Südamerika und Afrika. Die WHO schätzt, dass jährlich 200.000 Personen erkranken und 30.000 Personen an Gelbfieber sterben; schätzungsweise 90 Prozent der Infektionen entfallen auf den afrikanischen Kontinent.

Nicht nur vektorübertragene Infektionen sind eine Gefahr bei Reisen in subtropische oder tropische Länder. Infektionen wie bspw. Virushepatitisinfektionen können auf vielen Wegen übertragen werden, z. B. durch verunreinigtes Essen, ungeschützten Geschlechtsverkehr oder durch Tätowierungen, wenn diese unter nicht hygienischen Bedingungen ausgeführt werden.

Gegen viele dieser Infektionen gibt es Impfungen, so dass vor einer Reise in betroffene Regionen eine Impfberatung empfehlenswert ist. Nach der Rückkehr empfiehlt sich ggf. eine Kontrolle der Leberwerte und bei erhöhten Werten ein Untersuchung auf eine Virushepatitis. Dies ist besonders wichtig, da einige Formen chronisch verlaufen und dann Leberzirrhose sowie Leberzellkrebs zur Folge haben können.

Die rechtzeitige Diagnose einer Lebererkrankung ist wichtig. Viele Betroffene, zum Beispiel Patienten, die mit einer Hepatitis B oder C infiziert sind, können mittlerweile sehr erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden – vor allem, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird.

Die Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. 

Kontakt:
Deutsche Leberstiftung
Bianka Wiebner
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel 0511 – 532 6815
Fax 0511 – 532 6820
presse@deutsche-leberstiftung.de
www.deutsche-leberstiftung.de

Rita Wilp | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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