Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was wir von den Wäldern wirklich wissen müssen

02.10.2012
Internationale Tagung in Jena vom 9.-11. Oktober zu Waldbiomasse-Informationen
[Gemeinsame Pressemitteilung von Universität Jena und Max-Planck-Institut für Biogeochemie]

Wälder stellen nicht nur eine wichtige natürliche Ressource dar, sondern sind aufgrund ihrer Funktion als Kohlenstoffspeicher und -quelle vor allem im Rahmen der weltweiten Klimapolitik ein brisantes Thema.

Satellitendaten und daraus abgeleitete detaillierte Informationen über die räumliche Verteilung und Veränderung der Waldbiomasse sind daher für verschiedene Interessengruppen sowohl in Politik als auch in der Industrie von essenzieller Bedeutung.

Welche Informationen zum Wald die Anwender benötigen und welche davon die Forscher bereitstellen können, wird vom 9. bis 11. Oktober bei einer internationalen Tagung in Jena diskutiert. Das „European Space Agency (ESA) GlobBiomass User Consultation Meeting“ findet am Max-Planck-Institut für Biogeochemie (MPI-BGC) statt. Erwartet werden etwa 80 internationale Wissenschaftler und Nutzer von Biomassedaten. Das von der Europäischen Weltraumbehörde ESA, der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützte interdisziplinäre Treffen wird vom Lehrstuhl für Fernerkundung der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem MPI-BGC gemeinsam veranstaltet.

Neben den Wissenschaftlern, die sich mit der Ableitung von Waldbiomasse-Informationen aus Satellitendaten beschäftigen, werden vor allem die Nutzer dieser Fernerkundungsprodukte im Vordergrund der Tagung stehen. „Es gibt eine Vielzahl von Branchen, in denen Biomasse-Informationen benötigt werden. Wir möchten von ihren Erfahrungen aus der Praxis lernen und ihre Anforderungen ermitteln und sammeln“, berichtet Prof. Dr. Christiane Schmullius, Inhaberin des Lehrstuhls für Fernerkundung und Initiatorin des Treffens. So haben beispielsweise nationale Forstbehörden, Consulting-Unternehmen und internationale Organisationen wie World Wide Fund for Nature (WWF) oder Forest Stewardship Council (FSC) großes Interesse an aussagekräftigen Informationen über die räumliche Verteilung der Waldbiomasse und ihrer Veränderung.

Klimamodellierer sind ebenfalls auf die Fernerkundungsspezialisten und ihre Biomasseberechnungen angewiesen. „Die Biomasse ist bisher eine große Unbekannte im Kohlenstoffkreislauf. Doch sie bildet eine wichtige Komponente in unseren Modellen, um z. B. präzise Prognosen zum Kohlenstoffkreislauf und damit der Klimaentwicklung aufstellen zu können“, erklärt Dr. Markus Reichstein, neu ernannter Direktor des MPI-BGC, der gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Christian Beer die Tagung am MPI-BGC organisiert.

Neben Vorträgen sollen vor allem Diskussionsforen die Anforderungen der Anwender und die bisher bestehenden Methoden und Algorithmen der Fernerkundungsexperten herausarbeiten. Die darauf aufbauende Aufschlüsselung der Nutzeranforderungen und der verbleibenden Forschungsdefizite stellt eine wichtige Planungsgrundlage nicht nur für die akademischen Forscher sondern auch für Raumfahrtagenturen und kommerzielle Satellitenbetreiber dar, die während des Meetings ebenfalls vertreten sein werden.

Das ESA GlobBiomass Meeting findet in dieser Form zum ersten Mal statt. „Es bietet eine einzigartige Möglichkeit, mit Biomasseexperten aus Forschung und Praxis zusammenzukommen und so ein koordiniertes, internationales Konzept zur globalen Biomassekartierung und -überwachung weiter voranzubringen“, verdeutlicht die Fernerkundungsexpertin Schmullius den Stellenwert der Tagung. Das langfristige Ziel der Jenaer Organisatoren ist es, ein durch die ESA unterstütztes und mit der NASA abgestimmtes GlobBiomass-Programm zu etablieren, wie es bereits in ähnlicher Form für andere wichtige Landoberflächen- und Klimaparameter besteht: wie beispielsweise GlobWetland für Feuchtgebiete, GlobSnow für Schneebedeckung und GlobCover für Landnutzung. „Nur so können wir die für eine Überwachung der globalen Waldbiomasse notwendige Datengrundlage langfristig sichern und dazu beitragen, die Ungenauigkeiten der Klimamodelle zu reduzieren“, unterstreicht Prof. Schmullius.

Weitere Informationen unter:
http://www.gofc-gold.uni-jena.de/wg_biomass/globbiomass2012/

Kontakt:
Prof. Dr. Christiane Schmullius
Institut für Geographie der Universität Jena
Grietgasse 6, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948880
E-Mail: c.schmullius[at]uni-jena.de

Dr. Markus Reichstein
Max-Planck-Institut für Biogeochemie
Abteilung Biogeochemische Integration
Hans-Knöll-Str. 10, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 576273
E-Mail: markus.reichstein[at]bgc-jena.mpg.de

Claudia Hilbert | idw
Weitere Informationen:
http://www.gofc-gold.uni-jena.de/wg_biomass/globbiomass2012/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"
22.09.2017 | BusinessForum21

nachricht Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg
22.09.2017 | DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie