Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Viszeralmedizin 2012: Verstopfung wirkungsvoll behandeln

04.09.2012
Blähbauch, Darmträgheit, Völlegefühl:
Verstopfung nach Stufenkonzept wirkungsvoll behandeln
Etwa 10 bis 15 Prozent der deutschen Erwachsenen leiden unter chronischer Verstopfung. Blähbauch, Völlegefühl und eine gestörte Stuhlentleerung sind vor allem bei Frauen häufig.

Um die sogenannte Obstipation erfolgreich zu behandeln, setzen Viszeralmediziner unter anderem auf neue Medikamente: Diese Prokinetika regen die Darmbewegung an. Anhand eines Stufenkonzepts, das ausgehend von ballaststoffreicher Ernährung in Ausnahmefällen sogar bis hin zur Operation reicht, können Verstopfungserkrankungen heute effektiv therapiert werden, betonen die Experten im Vorfeld der Fachtagung „Viszeralmedizin 2012“, die vom 19. bis 22. September 2012 in Hamburg stattfindet.

Folge einer Erkrankung? Zunächst Ursachen der Verstopfung abklären

„Chronische Obstipation ist keine Befindlichkeitsstörung, an der Betroffene womöglich selbst schuld sind“, erklärt Professor Dr. med. Peter Layer, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und Direktor der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus, Hamburg. In schweren Fällen könnten die Beschwerden zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen; dann ist eine eingehende Untersuchung oft die Voraussetzung für eine wirksame Behandlung. „Zu einer gründlichen Diagnostik gehört auch die Klärung, ob die Verstopfung Folge einer anderen Erkrankung ist“, erklärt Layer. So kämen zum Beispiel Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenunterfunktion als Ursache in Frage. Auch eine Dauermedikation mit bestimmten Schmerzmitteln könne zu einer gestörten Darmmotorik führen.
Erste Maßnahme: Ernährung umstellen und Sport treiben

Um chronische Verstopfung zu therapieren, wenden Experten ein spezielles Stufenkonzept an. „Die Behandlung hängt davon ab, wie stark die Symptome sind, wie gut der Patient auf die Maßnahmen anspricht und ob er diese verträgt“, erläutert Dr. med. Viola Andresen, zweite Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) und Ärztin an der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus, Hamburg. Bei milderen Formen helfe es oft schon, wenn der Patient mehr Ballaststoffe und Flüssigkeit zu sich nehme und mehr Sport treibe. Helfen diese Maßnahmen nicht, sieht die nächste Stufe dann den Einsatz von Abführmitteln vor. „Wenn diese gut wirken und der Patient sie verträgt, können Laxantien auch längerfristig eingesetzt werden“, so Andresen, die auf einer Vorab-Pressekonferenz zum Kongress über aktuelle Therapien bei Verstopfung informiert.
Bei hartnäckiger Verstopfung: Neue Medikamente regen den Darm an

Ist dies nicht der Fall, empfiehlt der Stufenplan die Einnahme sogenannter Prokinetika. „Prokinetika vom Typ der 5-HT4-Agonisten sind eine gute, neue Therapieoption“, sagt Andresen. „Diese Mittel regen die Bewegung des Magen-Darmtraktes an und helfen in der Mehrzahl der Fälle, die Beschwerden zu lindern.“ Als ebenfalls wirksame Kandidaten zur Behandlung der Obstipation haben sich in klinischen Studien die neuen Wirkstoffe „Linaclotid“ und „Lubiproston“ entpuppt, welche die Wasser- und Elektrolyt-Sekretion in den Darm anregen und so den Stuhlgang in Schwung bringen. „Allerdings sind beide Mittel in Deutschland bislang nicht zugelassen und ausschließlich „off label“ einsetzbar“, erklärt Expertin Andresen.

Wenn nichts hilft, bleibt die Operation
Nur bei Patienten, die einem hohen Leidensdruck ausgesetzt sind und denen keine anderen Therapien helfen, ziehen die Mediziner auch eine Operation in Betracht. „Die Entfernung von Dickdarm-Anteilen oder der Einsatz eines „Darmschrittmachers“, der mit schwachen elektrischen Impulsen die Sakralnerven stimuliert, ist nur bei schwersten Formen eine Behandlungsoption“, erklärt Professor Dr. med. Stefan Post, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralmedizin (DGAV). „Diese Eingriffe sollten auch ausschließlich durch erfahrene Experten und im interdisziplinären Konsens zwischen Gastroenterologen und Viszeralchirurgen sowie, unabdingbar, nach umfassender Funktionsdiagnostik erfolgen.“
„Aufgrund ihrer Häufigkeit kommt der Problematik der chronischen Obstipation im Bereich der Viszeralmedizin eine bedeutende Rolle zu“, erklärt Professor Peter Layer. Auf der „Viszeralmedizin 2012“ haben die Kongresspräsidenten dem Thema deshalb eine eigene Sitzung gewidmet: Im Rahmen des Programmpunkts „Vom Müsli bis zum Skalpell: Was hilft bei chronischer Verstopfung ?“ wird einer der weltweit führenden Experten für gastrointestinale Funktionsstörungen, Professor Dr. Michael Camilleri aus der Mayo Clinic in Rochester/USA, über neue medikamentöse Entwicklungen in der Obstipations-Therapie berichten.

Das ausführliche Kongressprogramm finden Sie hier: http://www.viszeralmedizin.com

Terminhinweise:

Kongresssitzungen zum Thema:
„Vom Müsli bis zum Skalpell: Was hilft bei chronischer Verstopfung ?“
Termin: Freitag, 21. September 2012, 15.30 bis 17.00 Uhr
Ort: CCH Congress Center Hamburg, Saal 4

Vorab-Pressekonferenz im Vorfeld des Kongresses „Viszeralmedizin 2012“
Termin: Mittwoch, 12. September 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: HanseGourmet im Hafen-Klub, Raum Elbe 1,
Anschrift: Bei den St. Pauli Landungsbrücken 3, 20359 Hamburg

Vorläufige Themen und Referenten:

Entzündung der Bauchspeicheldrüse heilen:
Neue Therapien senken die Sterblichkeit bei Pankreatitis deutlich
Professor Dr. med. Peter Layer, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik, Israelitisches Krankenhaus, Hamburg
und
Professor Dr. med. Stefan Post, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV), Direktor der Chirurgischen Klinik, Universitätsklinikum Mannheim

Vom Müsli bis zum Skalpell:
Was hilft bei chronischer Verstopfung?
Dr. med. Viola Andresen, Medizinische Klinik, Israelitisches Krankenhaus, Hamburg
und
Professor Dr. med. Stefan Post, Mannheim

Spenderlebern trotz Knappheit sinnvoll verteilen:
Wer sollte das lebensrettende Organ erhalten?
Professor Dr. med. Wolf O. Bechstein, Vorsitzender der Deutschen Transplantations¬gesellschaft e. V., Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt

Hepatitis B und C jetzt heilbar?
Welche neuen Erkenntnisse stoppen die chronische Leberentzündung?
Professor Dr. med. Ansgar Lohse, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Hamburg

Kongress-Pressekonferenz anlässlich der Viszeralmedizin 2012
Termin: Donnerstag, 20. September 2012, 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Saal 18/19, Congress Center Hamburg (CCH)
SILS – mehr als ein Trend!?
Donnerstag, 20. September 2012, 8.30 – 10.00 Uhr, Saal A, CCH

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle Viszeralmedizin 2012
Christine Schoner, Irina Lorenz-Meyer
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931-573
Fax: 0711 8931-167
schoner@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.viszeralmedizin.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien
24.05.2018 | Universität Wien

nachricht 22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin
22.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics