Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stammzellen – ein Jungbrunnen für Patienten?

09.03.2012
Die Bayern Innovativ GmbH konzipiert und organisiert im Rahmen ihres internationalen „Netzwerk Life Science“ gemeinsam mit Partnern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg das erste Kooperationsforum "Zellbasierte Therapien" am 27. März 2012 in Erlangen.

Als Partner eingebunden sind das Bayerische Immuntherapie-Netzwerk BayImmuNet und der Cluster Biotechnologie Bayern.

Ziel des Forums ist es, über aktuelle Entwicklungen und Technologien aus Wissenschaft und Wirtschaft im Gebiet zellbasierter Therapien zu informieren.

Stammzellen bieten erfolgversprechende therapeutische Möglichkeiten für die regenerative Behandlung vieler Krankheiten von Krebs bis hin zu Multipler Sklerose oder Parkinson. In den letzten drei Jahrzehnten konnten Biowissenschaftler die molekularen und zellulären Mechanismen dieser Alleskönner mehr und mehr entschlüsseln. Nun geht es darum, diese Forschungsergebnisse vom Labor in die Produktion und in die Klinik bis hin zu marktfähigen Produkten umzusetzen. Das erfordert ein Zusammenspiel von Akteuren aus verschiedensten Bereichen – Wissenschaft, Technik, Kliniken und Genehmigungsbehörden.

Auf dem Forum präsentierne führende Experten neuartige Ansätze und zeigen Perspektiven der Immuntherapie, zellbasierter Therapien von Tumoren und (neuro-)degenerativen Krankheiten auf. Vorgestellt werden Technologieplattformen für die Herstellung von Zelltherapeutika sowie rechtliche und sicherheitsrelevante Anforderungen an solche Produkte.

Die Referenten (Auswahl)
Er wird als „Zellenwart“ (Financial Times) und „Pionier der Stammzellenforschung“ (taz) bezeichnet: der Neurobiologe Prof. Dr. Oliver Brüstle, Direktor des Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie der Universität Bonn. Insbesondere die Gewinnung neuraler Vorläuferzellen aus embryonalen Stammzellen für Krankheiten wie Parkinson oder Multiple Sklerose sind das Fachgebiet von Prof. Brüstle. Erst kürzlich wurde der Patentstreit mit Greenpeace durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg beendet, wonach embryonale Stammzellen nicht patentiert werden können. Daraus ergeben sich mögliche negative Auswirkungen auf die Markteinführung Stammzell-basierter Therapeutika.

Die Kultivierung humaner Stammzellen ist schwierig und erscheint oftmals wie ein geheimes Ritual. Methoden, die im Labor manuell funktionieren, lassen sich nicht unmittelbar in einen automatisierten Produktionsmaßstab überführen. Die Rolle des „Übersetzers“ und Ingenieurs in der Welt der Zellbiologie spielt Prof. Dr. David Williams von der Loughborough University in Großbritannien. Seine interdisziplinäre Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit neuen Technologien zur Automatisierung und Herstellung von Zellen für die regenerative Medizin.

Während sich die therapeutische Anwendung humaner Stammzellen bei neurodegenerativen Erkrankungen noch in der Entwicklungsphase befindet, ist sie für die Behandlung bestimmter Arten von Krebs bereits etabliert. In der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Gerold Schuler, Leiter der Hautklinik am Universitätsklinikum Erlangen, wurden Methoden zur Herstellung dendritischer Zellen entwickelt. Im aufwendigen Hochreinlabor des Klinikums werden nun die Zellen aus Patienten-eigenen Vorläuferzellen generiert, gereift und mit Patienten-spezifischer Tumorzielerkennung (Tumorantigenen) ausgestattet. Die so modifizierten dendritischen Zellen dienen als Impfstoff zur gezielten Aktivierung des Immunsystems des Patienten.

Prof. Schuler arbeitete lange Zeit mit Prof. Dr. Steinmann zusammen, der unter anderem die dendritischen Zellen entdeckte und für seine wissenschaftlichen Arbeiten 2011 posthum mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Das Forum stellt mit einem anspruchsvollen Programm, der begleitenden Fachausstellung und den thematisch abgestimmten Besichtigungen am Vortag eine ideale Plattform dar, um Einblicke in jüngste Entwicklungen, neuartige Technologien und klinische Konzepte zu bekommen.

Ziel ist es, relevante Partner aus der gesamten Wertschöpfungskette zusammenzuführen und Impulse für weitere Kooperationen zu geben.

Aktuell haben sich bereits ca. 100 Teilnehmer angemeldet; sie vertreten Firmen wie Apceth, Aurigon, BD Becton, CellGenix Technologies, Corning, Dornier MedTech, Edingburgh Research & Innovation, Heraeus, Invetech, ipal, Lophius Biosciences, Merck, Miltenyi, Minerva Biolabs, Roche, Siemens oder Stage Cell Therapeutics. Seitens der Wissenschaft nehmen Einrichtungen und Universitäten aus Erlangen, München, Regensburg, Würzburg, Berlin und aus Großbritannien teil.

Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme an diesem Kooperationsforum ein.
Veranstaltungshinweis
Am Vortag, 26. März 2012, können Teilnehmer am Institut für Medizinische Physik ein kombiniertes MR-PET-Gerät sowie die Produktion von Kernspintomographen bei Siemens besichtigen. Beim anschließenden Get-together lassen sich Kontakte vertiefen.

Dr. Petra Blumenroth | idw
Weitere Informationen:
http://www.bayern-innovativ.de/zelltherapie2012

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Wie Menschen wachsen
27.03.2017 | Universität Trier

nachricht Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme
27.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE