Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ölverschmutzern auf der Spur - internationale Konferenz zu den biologischen Folgen von Ölkatastrophen

19.01.2009
110 Experten aus 15 Ländern treffen sich vom 20. bis 22. Januar 2009 am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, um darüber zu beraten, wie Auswirkungen von Ölkatastrophen künftig schneller abgeschätzt werden können.

Ziel ist es, die biologischen Effekte von großenflächigen Ölverschmutzungen in den Meeren besser vorhersagen zu können. Neben Teilnehmern aus Europa werden dazu auch Wissenschaftler aus den USA erwartet - darunter Prof. Hap Pritchard, der die Aufräumarbeiten nach dem Exxon-Valdez-Tankerunglück in Alaska auf Seiten der US-amerikanischen Umweltschutzbehörden begleitet hat.

Meere und Binnengewässer sind durch diffuse Öleinträge und große Tankerkatastrophen bedroht. Deren Auswirkungen auf einzelne Organismen, die gesamte Biodiversität und die Funktionen des Ökosystems sind in der gesamten Komplexität nur schwer vorherzusagen. Deshalb wurde das EU-Forschungsprojekt FACEiT (Fast Advanced Cellular and Ecosystems Information Technologies) ins Leben gerufen, an dem Universitäten, Forschungsinstitute und Firmen aus acht europäischen Ländern beteiligt waren.

Ausgewertet wird jetzt auch ein ungewöhnliches Experiment: Im Mai 2008 hatten Forscher in der Nordsee vor der niederländischen Küste einen Tankerunfall nachgestellt. Dazu wurden 5 Kubikmeter rot eingefärbtes arabisches Rohöl mit Genehmigung der Behörden verklappt, um die Ausbreitung des Ölteppichs sowie die Auswirkungen auf die Meeresorganismen in der Nordsee detailliert untersuchen zu können. An Bord des niederländischen Forschungsschiffs Pelagia waren 15 Wissenschaftler, welche den Einfluss des Öls auf das Meer-Ökosystem mit den von FACEiT erarbeiteten Techniken analysierten. Auch wenn der Ölfilm 48 Stunden später nicht mehr zu sehen war, so wurden die Meereswasserschichten von einem Schlauchboot aus regelmäßig beprobt. Zeitgleich liefen Experimente an Bord der Pelagia in mehreren 5- bzw. 1000-Liter-Containern.

Hier wurde mit verschiedensten Konzentrationen gearbeitet, um eine Vielzahl an möglichen Wasserbedingungen zu simulieren und die sich daraus ergebenden Einflüsse auf Ölabbau und Bioverfügbarkeit der Ölschadstoffe messen zu können. Die Aufgabe der UFZ-Forscher war es, die räumlichen und zeitlichen Veränderungen der Ölbestandteile im Wasser chemisch-analytisch zu erfassen. Die FACEiT Resultate werden es künftig ermöglichen, schneller Rückschlüsse auf die ökologischen Konsequenzen von Ölverschmutzungen zu ziehen. Die Ergebnisse werden jetzt auf der Konferenz in Leipzig präsentiert, wenn sich Wissenschaftler sowie Vertreter von Behörden und Industrie zu einem abschließenden Symposium am UFZ zusammenfinden.

Tilo Arnhold

Lesen Sie mehr über "Die Spur des Öls - Legale Ölverklappung zum Wohl der Meere" im Titelthema der aktuellen Ausgabe des UFZ-Newsletters:

http://www.ufz.de/data/ufz_newsletter_dez08_final_9564.pdf

Weitere fachliche Informationen:
Dr. Lukas Y. Wick
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1316, -1344, -1345
http://www.ufz.de/index.php?de=13567
und
Jan Weber
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235- 1363, -1344, -1345
http://www.ufz.de/index.php?de=16331
oder über
Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1635
E-mail: presse@ufz.de
Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg 900 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Tilo Arnhold | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.ufz.de/index.php?de=640

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Legionellen? Nein danke!
25.09.2017 | Haus der Technik e.V.

nachricht Posterblitz und neue Planeten
25.09.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops