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Experten für Betriebsfestigkeit tagen in Clausthal

14.10.2011
Bauteile im modernen Fahrzeug- und Flugzeugbau müssen leicht, aber trotzdem stabil und sicher sein. Wie dies zu bewerkstelligen ist, stand im Mittelpunkt der 38. Tagung des Arbeitskreises Betriebsfestigkeit, zu der Mitte Oktober 234 Teilnehmer in die Aula der TU Clausthal gekommen waren.

Der Arbeitskreis Betriebsfestigkeit ist einer von sechs im Deutschen Verband für Materialforschung und -prüfung (DVM). Einmal jährlich führt er seine Tagung mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft durch, dieses Mal zu dem Thema: Konsequenter Leichtbau und Festigkeitssteigerung – (k)ein Widerspruch? „Wir legen Wert auf branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch“, betonte Lothar Krüger aus dem DVM-Vorstand bei der Eröffnung.

Nach 1999 ist der Oberharz zum zweiten Mal Austragungsort der Tagung. „Wir kehren damit zu einer Wiege der Betriebsfestigkeit zurück“, sagte Dr. Martin Brune, der Obmann des Arbeitskreises. Denn 1834 hatte der Clausthaler Oberbergrat Julius Albert bei Versuchen, die Betriebsfestigkeit von Eisenketten zu erhöhen, das stabilere Drahtseil erfunden. Brune freute sich noch aus einem zweiten Grund über den Veranstaltungsort: „Für mich ist das ein Heimspiel: Ich habe an der TU Clausthal Maschinenbau studiert und später hier als wissenschaftlicher Assistent gearbeitet.“

Den aktuellen Bezug der Hochschule zu den Themen Betriebsfestigkeit und Materialforschung stellte Professor Thomas Hanschke bei seiner Begrüßung heraus. Der Clausthaler Unipräsident verwies auf das Institut für Maschinelle Anlagentechnik und Betriebsfestigkeit (IMAB), das Clausthaler Zentrum für Materialtechnik sowie die Kooperation mit der Berliner Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. Mit dem Prüftechnik-Hersteller SincoTec ist zudem ein Unternehmen der Branche in der Bergstadt ansässig. Ihren 20. Geburtstag verband die Firma mit der Tagung.

Im Eröffnungsvortrag der Veranstaltung stellte Professor Alfons Esderts, Dekan der Clausthaler Fakultät für Mathematik/Informatik und Maschinenbau, gegenwärtige Forschungen auf dem Gebiet der Betriebsfestigkeit vor. Im Verbundprojekt „Geothermie und Hochleistungsbohrtechnik“ werden beispielsweise neue Bohrtechnologien entwickelt, damit Erdwärme künftig zu einer wirtschaftlichen Energiequelle wird. Aufgabe der Fachleute für Betriebsfestigkeit ist es, „die Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Bohrkomponenten zu betrachten“, so Professor Esderts.

Grundsätzlich sei der Leichtbau ein großes Thema, besonders in Hinblick auf leichtgewichtige Elektrofahrzeuge, unterstrich Arbeitskreis-Obmann Dr. Brune. Dazu werde das Gebiet der Faserverbunde, die verstärkt im Flugzeugbau eingesetzt werden, immer wichtiger. Um die Zuverlässigkeit von Bauteilen voranzutreiben, bedienen sich die Experten neben Prüftechniken zunehmend der Simulation.

Zu Beginn der Tagung, deren Teilnehmer auch das Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft besichtigten, wurden zudem Ehrungen verliehen. So erhielt Diplom-Ingenieur Klaus Pape von der ZF Friedrichshafen AG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Betriebsfestigkeit die DVM-Ehrennadel in Gold und Professor Joachim Bergmann (Weimar) die August-Wöhler-Medaille des DVM.

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de

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