Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von europäischen Erfahrungen lernen und Verbraucher weiter stärken

08.11.2011
Deutsche und ausländische Experten diskutierten auf BVL-Symposium Methoden zur Stärkung der Verbraucher bei grenzüberschreitenden Geschäften

Effektiver Verbraucherschutz muss heutzutage die schwindenden Staatsgrenzen bei gleichzeitig zunehmender Globalisierung des Handels berücksichtigen. Die europäischen Staaten können dabei aus den Erfahrungen und unterschiedlichen strukturellen Ansätzen sowie Kompetenzverteilungen für ihr eigenes Vorgehen wichtige Lehren ziehen.

Zu diesem Fazit kamen die rund 120 internationalen Teilnehmer des Symposiums „Verbraucherschutz grenzenlos!? – Effektive Rechtsdurchsetzung, starke Verbraucher“, das das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am 7. November 2011 in Berlin veranstaltete.

Die erhöhte Mobilität und der erleichterte Zugang zu Waren und Dienstleistungen über den Online-Handel bergen für den wirtschaftlichen Verbraucherschutz neue Herausforderungen. Zwar sind die Rechte der Verbraucher durch europäische Vorschriften vielfach angeglichen worden. Dennoch gilt es nach wie vor, durch geeignete Maßnahmen und Strukturen auch die tatsächliche Einhaltung und Durchsetzung dieser Vorschriften zu gewährleisten. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn sich Verbraucher und Händler in unterschiedlichen Ländern befinden. Ergänzend zum individuellen Rechtsschutz kommt es hier auf praxisgerechte Mechanismen im kollektiven Verbraucherschutz an.

Genau diese Thematik wurde beim BVL-Symposium von Rednern aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Großbritannien sowie von der Europäischen Kommission beleuchtet. Angeregt diskutierten Teilnehmer und Redner anhand der europäischen Praxiserfahrungen über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen existierenden Modelle zur Durchsetzung kollektiver Verbraucherinteressen. Vorrangig ging es um die Frage, wie Kompetenzen verteilt bzw. gebündelt und nach welchem methodischen Ansatz vorgegangen werden sollte.

So haben sich etwa die Niederlande für eine vorwiegend behördliche Durchsetzung von Verbraucherrechten entschieden, während in Deutschland die Durchsetzung kollektiver wirtschaftlicher Verbraucherinteressen national weiterhin ganz überwiegend privatrechtlich, etwa durch die Verbraucherverbände erfolgt. In Belgien sind die Kompetenzen wiederum weitgehend bei einer Behörde konzentriert.

Mit dem europäischen Behördennetzwerk für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz, in dem auch das BVL eingebunden ist, können grenzüberschreitende Verbraucherrechtsverstöße mit Erfolg abgestellt werden. Dennoch zeigte das BVL-Symposium Potential auf, wie die gesamteuropäische Rechtsdurchsetzung optimiert werden könnte.

Schließlich hat sich auf der Veranstaltung gezeigt, dass die klassische Rechtsdurchsetzung sinnvoll durch weitere Aktivitäten zum Schutz der Verbraucher ergänzt werden kann. So gelingt es durch konzertierte EU-weite Prüfaktionen, sogenannte Sweeps, Rechtsverstöße im großen Maß aufzudecken und abzustellen. Darüber hinaus hat Dänemark gute Erfahrungen damit gemacht, im Dialog mit den Unternehmen interessengerechte Lösungen zu entwickeln. Die Zusammenarbeit in internationalen Netzwerken trägt ferner dazu bei, von den Erfahrungen anderer Behörden zu profitieren.

Der Austausch über die unterschiedlichen europäischen Ansätze und Erfahrungen im Verbraucherschutz bot die Möglichkeit, das eigene System kritisch zu hinterfragen und Verbesserungspotential aufzudecken.

Hintergrund
Das Symposium "Verbraucherschutz grenzenlos!? – Effektive Rechtsdurchsetzung, starke Verbraucher" ist Teil einer BVL-Veranstaltungsreihe. Experten tauschen sich vor einem jährlich wechselnden Themenhintergrund über die Herausforderungen des kommenden Jahres aus.

Das BVL ist eine selbstständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und hat seinen Aufgabenschwerpunkt im gesundheitlichen Verbraucherschutz mit vielfältigen Zuständigkeiten im Bereich der Lebensmittelsicherheit. Das BVL nimmt darüber hinaus aber auch gesetzliche Zuständigkeiten im wirtschaftlichen Verbraucherschutz wahr. So engagiert es sich in einem Netzwerk europäischer Behörden für den grenzüberschreitenden Schutz kollektiver Verbraucherinteressen, indem es Informationen austauscht und für die Durchsetzung von Verbraucherrechten sorgt. Zudem informiert es Dienstleistungsempfänger durch die Webseite „Portal 21“ über den Verbraucherschutz in Europa und kooperiert außerdem mit Verbraucherschutzbehörden weltweit.

Nina Banspach | idw
Weitere Informationen:
http://www.bvl.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie