Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektromobilität fördern

18.03.2010
· Fachkongress zeigt Möglichkeiten von Elektrofahrzeugen auf
· VDI: Leistungsfähigkeit der Batterie größte Herausforderung

Mehr als 150 Experten diskutierten bei der ersten Fachkonferenz des VDI Wissensforum zur Elektromobilität Möglichkeiten, diese alternative Antriebstechnologie voranzutreiben. „Die ambitionierten Ziele der Bundesregierung sind nur mit einer gezielten Forschungsförderung zu erreichen“, sagte Tagungsleiter Professor Karl E. Noreikat.

„Die Elektromobilität kann in Zukunft einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Dafür müsste aber vor allem die Reichweite der Batterien erhöht werden.“ Mit knapp 20 Prozent ist der Straßenverkehr nach der Energiewirtschaft der größte Verursacher von energiebedingten CO2-Emissionen. Szenariorechnungen des VDI zeigen, dass bei Annahme einer weiterhin stark ansteigenden Güterverkehrsleistung die Energieeinsparungen nur unter 15 Prozent liegen. Das Ziel der Regierung fordert mehr. Deshalb muss zur Erreichung einer höheren CO2-Einsparung der Erdöleinsatz zugunsten von Treibstoffen aus Biomasse und des Elektroantriebs nennenswert zurückgefahren werden. Hierzu sind die Entwicklung und der Einsatz neuer Antriebskonzepte erforderlich.

VDI-Position zur Elektromobilität

Elektrofahrzeuge werden in den kommenden Jahren im Rahmen von Pilotprojekten eingeführt. Ob sich ambitionierte Ziele der Politik von einer Million Fahrzeuge bis 2020 realisieren lassen, hängt davon ab, ob und wie rasch sich Faktoren, die derzeit noch einer weiten Verbreitung von Elektrofahrzeugen im Wege stehen, beseitigen lassen. Eine entscheidende technische Herausforderung wird sein, die Reichweite der Batterien erheblich, d.h. von derzeit ca. 100 km auf 300 km bis 500 km zu erhöhen, um Elektrofahrzeuge alltagstauglich zu machen. Die hierzu notwendige Steigerung der Leistungsfähigkeit der Speichertechnologie sollte durch gezielte Forschungsförderung unterstützt werden und ist nach VDI-Angaben kaum vor 2020 zu erwarten.

Zudem müssen die derzeit noch erheblichen Aufwendungen der Produktion von Elektrofahrzeugen gesenkt werden. Trotz in Aussicht stehender Kostensenkungen werden Elektrofahrzeuge noch über Jahre hinweg aufwendiger und teurer in der Produktion sein als solche mit Verbrennungsmotor. Die Politik sollte daher Möglichkeiten schaffen, die Kundenakzeptanz von Elektrofahrzeugen z.B. durch steuerliche Anreize zu erhöhen.

Darüber hinaus erfordert ein Durchbruch bei der Elektromobilität den Aufbau eines engmaschigen Netzes an Ladestationen und intelligenten Abrechnungssystemen, was mit ganz erheblichen Investitionen und Kosten verbunden ist. Bis zum massenhaften Einsatz von Elektrofahrzeugen könnte die Hybridtechnologie, die den Verbrennungsmotor mit dem Elektroantrieb kombiniert, eine wichtige Rolle spielen. Sie könnte zur Reduktion des CO2-Ausstoßes beitragen und eine Brückentechnologie zum reinen E-Fahrzeug sein.

VDI-Konferenz: Automobilindustrie und Energiewirtschaft

Auf der Konferenz wurden unter anderem Projekte der Automobilindustrie und die Möglichkeiten von Energieunternehmen präsentiert. Holger Haas von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH zeigte auf, wie Stuttgart zunächst Hybridbusse im Alltagsbetrieb testet und gleichzeitig eine Ladeinfrastruktur aufbauen will. Hier kommen dann die Energieversorger ins Spiel. Auf dem VDI-Kongress verdeutlichte dies der Technische Geschäftsführer der RWE Effizienz GmbH, Dr. Nobert Verweyen. Entlang der E-Mobility-Wertschöpfungskette sieht das Unternehmen seine Aufgabe darin, den Strom zu liefern und eine Ladeinfrastruktur herzustellen. In den Metropolregionen Deutschlands wurden bis Ende 2009 über 200 öffentlich zugängliche Ladepunkte installiert. Allein in Berlin sind es heute schon 74.

Weiter im Fokus der Veranstaltung stand die Entwicklung von Batteriesystemen. Beispielsweise können in Zukunft sogenannte Redox-Flow-Batterien eine Alternative zu den Lithium-Ionen-Batterien sein. Dr. Jens Tübke vom Fraunhofer Institut für Chemische Technologie sagte, dass die Vorteile dieser Batterien ein hoher Wirkungsgrad, eine lange Lebensdauer und ein geringer Wartungsaufwand sind. Ein weiterer Pluspunkt ist der flexible Aufbau, d.h. die Trennung von Energiewandler und –speicher.

Nach dem erfolgreichen Start der Veranstaltung wird das VDI Wissensforum bereits am 6. und 7. Juli 2010 das Thema mit einer Folgeveranstaltung in Düsseldorf vertiefen. Mehr dazu in Kürze unter www.vdi.de/elektromobilitaet2010

VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.
Strategie & Kommunikation / Presse
Gergana Spassova
VDI-Platz 1
40468 Düsseldorf
Telefon: +49 (0) 211 62 14-315
Telefax: +49 (0) 211 62 14-156
E-Mail: spassova@vdi.de

Gergana Spassova | VDI
Weitere Informationen:
http://www.vdi.de
http://www.vdi.de/elektromobilitaet2010

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

18.08.2017 | Geowissenschaften