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Chancengleichheit und Vielfalt in der chemischen Industrie

05.02.2009
Am 27. und 28. Februar 2009 findet das jährliche Get-Together des Arbeitskreises Chancengleichheit in der Chemie (AKCC) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in Bensheim an der Bergstraße statt.
Gemeinsam mit der Werksgruppe BASF des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der Chemischen Industrie (VAA) wird das Thema "Vielfalt in der chemischen Industrie - Chancen und Umsetzung" behandelt, mit Beiträgen wie "Diversity & Inclusion - Zukunftspotentiale schöpfen" (Saori Dubourg, BASF SE, Ludwigshafen), "Karrieren von Frauen in der Forschung & Entwicklung" (Bianca Krol, inomic GmbH und FOM, Essen) oder zum

Projekt "Wissenschaftskarrieren: Orientierung, Planung und Beratung am Beispiel der Fächer Politikwissenschaft und Chemie" (Dr. Heike Kahlert, ZIF HAWK/Stiftung Universität Hildesheim).

Diversity & Inclusion (Vielfalt & Einbeziehung/Wertschätzung) ist in vielen Unternehmen zu einem wichtigen Integrationsinstrument geworden, das die Vielfältigkeit der Mitarbeiter/innen und individuelle Unterschiede, wie Ausbildung, Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, Behinderung, Religion, ethnische Herkunft und Nationalität, respektiert und wahrt.

Die hieraus resultierende Wertschätzung hilft nicht nur jedem Mitarbeiter, sondern auch den Unternehmen, weil der Einzelne mit größerem Engagement tätig ist. Unternehmen, die dieses Konzept anwenden, können kreativer und innovativer werden, was auch den Kunden nutzt.

Saori Dubourg leitet seit Anfang 2008 bei der BASF als Senior Vice President das Projekt "Diversity & Inclusion". Ziel des Projektes ist es, die vielfältigen Diversity- und Inclusion-Maßnahmen bei der BASF unternehmensweit zu bündeln und zu stärken und ihre ökonomische Relevanz aufzuzeigen. Es geht darum, alle Mitarbeiter zu gewinnen, die mit sozialer und fachlicher Kompetenz bereit sind, sich engagiert für die Ziele und Werte des Unternehmens einzusetzen.

Saori Dubourg hat an der Universität Trier Diplom-Kauffrau mit den Schwerpunkten strategisches und Industriegüter-Marketing sowie Japanologie studiert. Seit 1996 ist sie in verschiedenen Funktionen bei der BASF tätig, unter anderem von 2004 bis 2007 als Direktorin der Geschäftseinheit Acryl-Monomere und Superabsorber.

Bianca Krol wird u. a. Ergebnisse einer aktuellen Studie vorstellen, die aufzeigt, welche Hemmnisse sich für Frauen ergeben können, wenn sie in der industriellen Forschung Karriere machen wollen. Lösungsansätze zur Verbesserung der Chancengleichheit werden vorgestellt.

Bianca Krol studierte an der Universität Essen Volkswirtschaftslehre, war anschließend am Wissenschaftlichen Institut der AOK tätig, worauf ein Forschungsaufenthalt an der Universität Witten/Herdecke folgte. Seit 2002 ist sie als Partnerin und seit 2006 als Geschäftsführerin im Beratungsunternehmen inomic tätig. Darüber hinaus lehrt sie an der Fachhochschule für Ökonomie & Management in Essen Statistik und Wirtschaftsmathematik.

Heike Kahlert studierte Soziologie an der Universität Hamburg und promovierte in Soziologie an der Universität Bielefeld. Sie hat derzeit eine Maria-Goeppert-Mayer-Gastprofessur für internationale Frauen- und Genderforschung am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterstudien (ZIF) der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst FH Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) und der Stiftung Universität Hildesheim inne und leitet das im Zentrum ihres Vortrags stehende Forschungsprojekt "Wissenschaftskarrieren: Orientierung, Planung und Beratung am Beispiel der Fächer Politikwissenschaft und Chemie" an der Universität Rostock.

Dieses von der GDCh unterstützte Projekt will der Frage nachgehen, warum weniger Frauen als Männer nach der Promotion eine Habilitation oder eine äquivalente wissenschaftliche Qualifikation anstreben oder gar abschließen und worin die Gründe hierfür auf individueller, institutioneller und struktureller Ebene liegen.

Frauen sind in den oberen Ebenen des Wissenschaftsbetriebes weiterhin und beharrlich unterrepräsentiert - trotz einer in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegenen Bildungsbeteiligung, die sich ausdrückt in einer wachsenden Zahl von Abiturientinnen, besseren Schulabschlüssen von jungen Frauen im Vergleich zu jungen Männern und steigenden Frauenanteilen bei den Studienanfängerinnen und -absolventinnen.

Viele wissenschaftliche Karrieren von Frauen werden nach Abschluss der Promotion nicht fortgesetzt. Dieser "Frauenschwund" drückt sich in einem deutlich niedrigeren Frauen- als Männeranteil bei den abgeschlossenen Habilitationen und bei den Professuren aus - mit fächerspezifischen Unterschieden.

Während laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2006 der Anteil der Frauen bei den Promotionen bei 40,87% lag, gab es bei den Habilitationen nur noch einen Frauenanteil von 22,18% und bei den Professuren von 15,23%.

Alle Vorträge werden eingehend diskutiert, und Diskussionen stehen auch im Mittelpunkt der am zweiten Tag stattfindenden AKCC-Mitgliederversammlung, zu der Gäste willkommen sind. Hier erhofft man sich vom Plenum viele neue Ideen für aktuelle Projekte, zu denen beispielsweise die Beiträge des AKCC zum GDCh-Wissenschaftsforum Ende August/Anfang September 2009 in Frankfurt gehören.

Die Tagung im Bensheimer Hotel Felix (s. www.gdch.de/akcc2009) ist kostenlos, allerdings müssen die Teilnehmer des Get-Together die Kosten für Verpflegung und Übernachtung selbst tragen. Eine Anmeldung wird unbedingt erbeten und ist formlos zu richten an Dipl.-Ing. Renate Kießling: r.kiessling@gdch.de (Tel 069 / 7917 580; Fax: 069 / 7917-1580). Hotelreservierungen sind selbst vorzunehmen.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 28.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 25 Fachgruppen und Sektionen, darunter den Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie (AKCC), der im Jahre 2000 gegründet wurde, mit über 180 Mitgliedern. Der AKCC befasst sich u.a. mit den Themen Frauen im Beruf, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Mädchenförderung. Vorsitzende ist Dr. Petra Schultheiß-Reimann, Clariant GmbH, Frankfurt.

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

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