Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel und Faunenveränderung bei Insekten

04.10.2007
Vom 13.-14. Oktober 2007 gemeinsame Tagung des NABU-BFA Entomologie mit dem LFA
Entomologie Berlin/Brandenburg sowie den Berliner entomologischen Fachgruppen, dem Entomologischen Verein Orion und dem Naturkundemuseum der Humboldt- Universität zu Berlin

Insekten sind zum einen Indikatoren für die Klimaprozesse, zum anderen stehen sie als Schädlinge in Land- und Forstwirtschaft und als Krankheitsüberträger, Parasiten und Lästlinge des Menschen im Mittelpunkt des Interesses. Die Entomofaunistik untersucht anhand ökofaunistischer Befunde und auf der Basis von Langzeit-Erhebungen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Insektenwelt.

Dazu liegt für verschiedene Insektengruppen in Mitteleuropa auch ein auswertbares paläontologisches Datenmaterial aus den letzten Jahrmillionen vor. Diese Material zeigt, dass die zur Zeit erreichten Temperaturen in Mitteleuropa trotz aller Unkenrufe noch weit unter jenen Werten der interglazialen Warmzeiten in Mitteleuropa liegen. Der Faunenwechsel zwischen den Kalt- und Warmzeiten des Pleistozäns war enorm und führte zu der bekannten relativen Artenarmut der Organismenwelt Mittel- und Nordeuropas.

Das heißt Fauna und Flora Mitteleuropas sind bereits seit Jahrtausenden solch einem klimabedingten Wandel unterworfen. Ist alles also halb so schlimm? Keinesfalls, denn wenn wir Menschen in das ohnehin schon komplizierte Klimagefüge so massiv eingreifen wie in den letzten Jahrzehnten, dann ist mit unabsehbaren Folgen zu rechnen und wir stehen jetzt bereits vor der Gefahr, dass das Ganze unumkehrbar werden könnte. Die Entomologen legen einen besonderen Fokus der Tagung auf Humanparasiten und Krankheitsüberträger, so mit dem Thema: "Kommt die Malaria wider?" Das sind Aspekte, an die der normale Bürger gar nicht denkt. Was geschieht aber mit den an Kälte angepassten Reliktarten? Für die arktisch-alpinen Relikte scheint dies weniger ein Problem zu sein, denn diese sind zirkumpolar weit verbreitet. Was wird aber mit den endemischen Arten der Alpen, Karpaten und Pyrenäen? Wo haben diese während der interstadialen Warmzeiten des Pleistozäns überdauert ? Irgendwann ist auch der höchste Alpengipfel eisfrei, was dann? Was kann der Naturschutz tun? Werden die aktuellen Ansätze der europaweiten Naturschutzprogramme (FFH-Richtlinie, Natura 2000) dem Klimawandel gerecht? Was bedeutet in der Praxis der Land- und Forstwirtschaft solch ein geringer Anstieg der Jahresdurchschnitts-Temperatur von nur 1 oC? Dieser geringe Anstieg bedeutet bereits, das wichtige Schädlinge, wie z. B. Blattläuse, eine weitere Generation pro Jahr hervorbringen mit unabsehbaren Folgen für den Pflanzenschutz. Es ist also höchste Zeit zum Handeln, alle Anstrengungen müssen unternommen werden, um weitere heute bereits vermeidbare Beeinflussungen des Klimas zu unterlassen.

Kontakt:
Pressesprecherin:
Dr. Gesine Steiner,
Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin, Invalidenstrasse 43, 10115 Berlin

Tel.: +49 (0)30 - 2093 8917 Fax : +49 (0)30 - 2093 8914, gesine.steiner@museum.hu-berlin.de

Wissenschaftlicher Ansprechpartner
Prof.em.Dr.rer.nat.habil Gerd Müller-Motzfeld, Vorsitzender des Bundesfachausschusses Entomologie im NABU
Zoologisches Institut & Museum Universität Greifswald
J.-S.-Bach-Straße 11/12, 17489 Greifswald
Tel. +49 (3834) - 864272, kaefermm@uni-greifswald.de

Dr. Gesine Steiner | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de
http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/Insekten/

Weitere Berichte zu: Klimawandel Krankheitsüberträger Warmzeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?
16.01.2017 | Wissenschaft im Dialog gGmbH

nachricht 14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“
12.01.2017 | BusinessForum21

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie