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Deutschland - Land der Ideen

09.07.2007
Höchstleistungsrechenzentrum lädt zum Tag der offenen Tür - Von Supercomputern und virtuellen Realitäten

Land der Ideen - eine Initiative des Bundespräsidenten Horst Köhler - macht Station in Stuttgart. In der Veranstaltungsreihe "365 Orte im Land der Ideen" öffnet das Höchstleistungsrechenzentrum (HLRS) der Universität Stuttgart als ausgewählter Ort am Samstag, den 21. Juli ab 11.00 Uhr seine Türen allen Interessierten.

Wie funktioniert der schnellste Vektorrechner Europas? Wozu dienen Computersimulationen? Wie finden mit Hilfe dieses Supercomputers Forscher aus aller Welt und Fachleute aus der Industrie Lösungen für die komplexen Probleme unserer Zeit von Energiefragen über medizinische Probleme bis hin zur umweltverträglichen Mobilität? Antworten auf diese Fragen gibt es beim Tag der offenen Tür im Höchstleistungsrechenzentrum. An zehn Stationen zeigt es Simulationen aus der Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, der Medizin und vielen weiteren Bereichen. In virtuellen dreidimensionalen Räumen werden die Besucher durch die fantastische Welt der simulierten Realität geführt. Neueste Rechnertechnologien werden präsentiert und gleichzeitig die Geschichte des Höchstleistungsrechnens an der Universität Stuttgart. Auch für das leibliche Wohl der Besucher wird gesorgt. Familien mit Kindern sind herzlich willkommen. Für den Nachwuchs haben die Wissenschaftler ein umfangreiches Kinderprogramm vorbereitet.

Zeit: 21. Juli, 11.00 bis 17.00 Uhr
Ort: Campus Vaihingen, Höchstleistungsrechenzentrum, Nobelstraße 19
Vor Beginn des öffentlichen Teils gibt es ab 10.00 Uhr einen Festakt, zu dem Medienvertreter herzlich willkommen sind. Nach einer Einführung durch HRLS-Direktor Prof. Michael Resch und Grußworten von Staatssekretär Dr. Dietrich Birk vom Wissenschaftsministerium des Landes, der Stuttgarter Bürgermeisterin Dr. Gabriele Müller-Trimbusch und Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel wird Thomas Raab von der Deutschen Bank einen Preis der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" überreichen.

Ausstellung dokumentiert rasante Rechnerentwicklung

Als das HLRS 1996 gegründet wurde, standen der Universität Stuttgart Rechner mit einer Leistung von rund 700 Megaflops zur Verfügung. Ein herkömmlicher PC ist heute etwa vier Mal so schnell. Der 2005 in Betrieb genommene Vektorrechner hat eine Leistung von 12,6 Teraflops - eine Steigerung um den Faktor 20.000 in nur zehn Jahren. Der aktuelle Rechner des HLRS ist damit rund 4.000 Mal schneller als ein PC. Die Ausstellung dokumentiert die Geschichte dieser rasanten Entwicklung anhand der Rechner von den Crays der frühen 90-er Jahre bis zur heutigen NEC SX-8, deren 576 Prozessoren atemberaubende Simulationen erlauben. Dass das HLRS gleichzeitig auf Standardsysteme für die Industrie setzt, hat es zum führenden Anbieter von Rechenzeit für die Industrie weltweit gemacht.

Wie simuliert man einen E-Klasse-Mercedes?

An zehn Stationen können sich die Besucher über das HLRS informieren. Das Spektrum reicht von Filmen über den Bau des neuen Institutsgebäudes und die Installation des Großrechners im Jahr 2005 über die Darstellung von Simulationsergebnissen mit Augmented Reality-Methoden am Beispiel eines E-Klasse Mercedes oder Führungen durch den Rechnerraum in kleinen Gruppen. Die Gäste erhalten Einblick in die Forschungsstruktur und die Zusammenarbeit mit der Industrie sowie die internationale Vernetzung des HLRS. Dabei übernimmt das HLRS auch Leitungs- und Koordinierungsaufgaben und ist in großen Forschungsvorhaben besonders aktiv. So ist es an dem zurzeit größten europäischen Projekt, dem Projekt Business Experiments in GRID, mit insgesamt 75 Projektpartnern und einem Gesamtbudget von über 26 Millionen Euro beteiligt und leitet das Projekt BREIN (Business and objective driven REliable and Intelligent grids for real BusiNess) mit einem Gesamtvolumen von rund zehn Millionen Euro.

Simulationen von der Kerosineinsparung bis zum Blutkreislauf

In einem VR-Kino erleben die Besucher, wie mikroskopisch kleine Löcher in Tragflächen von Flugzeugen schon bald große Mengen Kerosin einsparen könnten oder wie Turbinenblätter für ein Gezeitenkraftwerk in Korea entworfen und optimiert werden. Bei Simulationen von Hubschrauberflügen lassen sich die Kräfte berechnen, die auf die Rotorblätter wirken oder diese zur Lärmreduzierung optimieren. Forscher zeigen die verschiedenen Einzelschritte zur Simulation der Blutströmung bei einer lebensbedrohlichen Gefäßerweiterung, von der Aufarbeitung der Bilder, die ein Computertomograph gewinnt, über die Erzeugung eines Rechennetzes bis hin zur Simulation und der graphischen Auswertung der Daten. Solche Simulationen stellen in Zukunft die Basis für chirurgische Eingriffe dar.

Im Porsche Fahrsimulator über den Nürburgring

Weitere Stationen informieren über Forschungsprojekte aus Telemedizin, Vielteilchensimulation oder Rapid Prototyping oder Anwendungen aus der Virtuellen Realität in einer besonders für den Mittelstand geeigneten VR-Umgebung. Im Cave können die Besucher im Porsche-Fahrsimulator in höchster Geschwindigkeit über den Nürburgring brausen oder gemütlich durch virtuelle Gebäude wandern. Bei 3D-Visualisierungen von Simulationsergebnissen aus Feuerraumsimulationen wird gezeigt, wie stein- und braunkohlebetriebene 300 MW-Kraftwerksfeuerungen optimiert werden.

Weitere Informationen sowie Fotomaterial
zum Tag der offenen Tür unter http://www.hlrs.de/news-events/2007/land-der-ideen/,

zur Initiative "Deutschland Land der Ideen" unter http://www.land-der-ideen.de/.

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.land-der-ideen.de
http://www.hlrs.de/news-events/2007/land-der-ideen/

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