Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Offene Fragen der Strahlenschutzforschung im 21. Jahrhundert

17.02.2004


Vom 16. bis 18. Februar 2004 treffen sich über 110 Wissenschaftler aus 21 Ländern im GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg. Sie diskutieren den gegenwärtigen Wissensstand über die gesundheitlichen Wirkungen niedriger Dosen ionisierender Strahlung.



Die Frage nach gesundheitlichen Effekten durch ionisierende Strahlung bei niedrigen Dosen und Dosisleistungen betrifft jeden: Wir alle sind diesen Einwirkungen ständig - mehr oder weniger - ausgesetzt. In den hundert Jahren, seitdem Gesundheitsschäden durch hohe Dosen ionisierender Strahlung bekannt und damit die Notwendigkeit eines geeigneten Schutzes davor deutlich wurden, sind die nach und nach gewonnenen Erkenntnisse über Strahlenwirkungen weltweit in eine Vielzahl von Empfehlungen, Normen, Verordnungen und Gesetzen eingeflossen. Generell gewährleisten diese Regelungen auf praktikable Weise einen angemessenen Schutz von Mensch und Umwelt.



Dabei sollte jedoch nicht übersehen werden, dass wesentliche Grundlagen des Strahlenschutzes auf Annahmen basieren, die unbewiesen oder grob vereinfachend sind. Dazu zählen beispielsweise die Verwendung der effektiven bzw. Organ-Dosis als maßgebende Größe im Strahlenschutz anstelle des mit der Bestrahlung verbundenen Gesundheitsrisikos, der bislang unbewiesene Ansatz einer linearen Dosiswirkungsbeziehung ohne Schwellenwert sowie die Vernachlässigung individueller Unterschiede beim Stoffumsatz und in der Strahlenempfindlichkeit. Diese Schwachstellen haben zur Folge, dass das derzeitige Konzept für eine vergleichende Bewertung und Optimierung von Schutzmaßnahmen, die mit hohen Kosten verbunden sein können, oft ungeeignet sein kann.

Neue Forschungsmethoden und -ergebnisse, die im Rahmen dieses Workshops präsentiert werden, lassen erwarten, dass die grundlegenden Mechanismen bei der Antwort eines Organismus auf die Einwirkung von Strahlung nach und nach aufgedeckt werden.

Damit kann die Basis für ein besseres Strahlenschutzkonzept gelegt werden und das Ziel, individuell die Gesundheitsrisiken durch ionisierende Strahlung bestimmen zu können, rückt ein großes Stück näher.

Prof. Dr. Herwig G. Paretzke vollendet am ersten Tag des Workshops sein 60. Lebensjahr. Seit 11 Jahren leitet er das Institut für Strahlenschutz der GSF, an dem er seine berufliche Laufbahn vor 36 Jahren begann und dem er - unterbrochen von zahlreichen Gastaufenthalten in Europa und Übersee - zeitlebens treu blieb. Der Themenkreis seiner hauptsächlichen wissenschaftlichen Interessen spannt sich von den Spurstrukturen ionisierender Strahlung über die Ausbreitung von radioaktiven Stoffen in der Umwelt und in Nahrungsketten hin zur Analyse von Strahlenrisiken, zu Konzepten und Maßnahmen zur Risikoverringerung sowie zu Mechanismen der Strahlenwirkung und der Krebsentstehung. Herwig Paretzke war und ist Mitglied in den führenden nationalen und internationalen Strahlenschutz- und Strahlenforschungsgremien. In den letzten Jahren legte er sein ganz besonde-res Augenmerk darauf, Strahlenschutzforschung und -kompetenz in Deutschland zu erhalten und Nachwuchs für dieses Forschungsgebiet zu gewinnen.

Gertrud Aßmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsf.de

Weitere Berichte zu: Strahlenschutz Strahlenschutzforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie