Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arktis und Weltklima

26.05.2003


Klimaforscher treffen sich in Potsdam



Am 2. und 3. Juni 2003 kommen namhafte Klimaexperten aus Europa und USA in der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) zu einem Workshop zusammen, um aktuelle Computermodelle für die Arktis zu diskutieren. Von der Arktis, so vermuten die Forscher, können Impulse ausgehen, die das Klima weltweit beeinflussen. Diesen Zusammenhang zu untersuchen, ist Ziel des europäischen Forschungsprojektes GLIMPSE (Global implications of Arctic Climate Processes and Feedbacks), das den Rahmen für das Treffen bildet.

... mehr zu:
»AWI »Computermodell »GLIMPSE


In dem von AWI-Wissenschaftler Prof. Dr. Klaus Dethloff geleiteten Projekt werden auf die Arktis spezialisierte Computermodelle eingesetzt, die erstmals gleichzeitig die Atmosphäre, die Meeresströmungen und das Meereis beschreiben. Im Zusammenspiel können diese drei eine einmal begonnene Erwärmung so stark beschleunigen, dass es zu einer abrupten Änderung des arktischen Klimas kommt: Eine geschlossene Meereisdecke reflektiert das Sonnenlicht sehr stark. Schmilzt das Eis, so wird in dem entsprechenden Gebiet das Sonnenlicht nicht mehr so sehr reflektiert und das Wasser erwärmt sich an der Oberfläche. Damit erwärmen sich auch die darüber liegenden atmosphärischen Luftschichten, was zu einem weiteren Abschmelzen von Meereis führt.

Eine solche schnelle Veränderung der arktischen Temperaturen bliebe nicht auf eine Region in der Arktis beschränkt. Sie könnte die Stärke der in Europa vorherrschenden Westwinde und damit das Wettergeschehen über dem europäischen Kontinent nachhaltig beeinflussen, also auch hier zu einem Umschwung des Klimas führen. Dieser und ähnliche Mechanismen, machen die Arktis zu einem möglichen Motor für schnelle, weltweite Klimaänderungen. Dabei reagiert die Atmosphäre nicht nur auf äußere Veränderungen wie die Zunahme der Kohlendioxid-Konzentration, sondern kann auch durch interne, nichtlineare Prozesse gewissermaßen von selbst in einen anderen Zustand übergehen. Das Ziel des Projektes ist es daher, die Ergebnisse der Arktismodelle in globale Modelle zu übertragen, die Ursachen von plötzlichen Schwankungen des weltweiten Klimas zu verstehen und ihre Wahrscheinlichkeit abzuschätzen.

Globale Klimamodelle werden wie Dummys benutzt. Mit ihnen testen Wissenschaftler die Auswirkung der Emission von Treibhausgasen auf das Klima. Bisherige Modelle beschreiben die Atmosphäre in der Arktis jedoch nur ungenau. Dies kann dazu führen, dass kleine Veränderungen im arktischen Klima, die weltweite Folgen haben können, in den Modellen übersehen werden. "Erst, wenn wir die Informationen von regionalen und globalen Modellen vereinen, können wir die Änderungen des Klimas verlässlich beschreiben", sagt Dr. Annette Rinke von der Forschungsstelle Potsdam des AWI. "Das wollen wir mit GLIMPSE für die Arktis erreichen."


Dipl.-Phys. Claudia Ratering | idw
Weitere Informationen:
http://www.awi-potsdam.de/www-pot/atmo/atmo-d.html
http://www.awi-potsdam.de/www-pot/atmo/glimpse/index.html

Weitere Berichte zu: AWI Computermodell GLIMPSE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie