Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationales Symposium zur Katastrophenforschung

13.11.2002


Warum die Dinosaurier ausgestorben sind, glaubt heute jedes Kind zu wissen. Ein Meteoriteneinschlag wird sowohl von Laien als auch von der Mehrzahl der Experten dafür verantwortlich gemacht, dass nicht nur die großen Echsen, sondern auch eine Vielzahl anderer Organismen am Ende der Kreidezeit für immer von der Erde verschwanden.



Weniger bekannt ist den meisten, dass das Aussterben dieser Spezies am Ende der Kreidezeit nur eine Tragödie von vielen war, die unsere Erde betroffen haben - und dass es zwar eine große, aber bei weitem nicht die größte Katastrophe in der Geschichte des Lebens darstellt.



Selten haben die Wissenschaftler für die anderen Zeiten mit extrem hohen Artensterben so eingängige Theorien parat wie für die so genannte Kreide-Tertiär-Grenze. Zwar glauben einige, dass auch zu anderen Zeiten das massenhafte Artensterben durch Meteoriteneinschläge verursacht wurde, die Indizien sind jedoch mager. Eher spricht man von Klimaveränderungen, aber auch Vulkanismus und Schwankungen in der Durchlüftung der Ozeane werden gerne herangezogen.

Im Bereich der Katastrophenforschung werden beinahe jede Woche neue aufregende Entdeckungen gemacht. Trotzdem ist man sich bei den Mustern und Ursachen nicht so recht einig und viele Fragen sind noch offen: Waren die Katastrophen, die wir zu sehen glauben, wirklich so drastisch wie uns der Fossilbericht glauben macht? Sind Meteoriteneinschläge als Ursachen auch für andere Aussterbeereignisse wahrscheinlich? Welche Rolle spielen Klimaveränderungen? Warum waren einige Tiergruppen offenbar viel stärker betroffen als andere? Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen.

Die Antworten darauf ließen das heutige Gefahrenpotenzial abschätzen, das unserer Erde droht. Wenn zum Beispiel Klimaschwankungen in der Vergangenheit einen viel stärkeren Einfluss auf die Lebewelt hatten als Meteoriteneinschläge, sollte sich die Forschung zukünftig mehr auf das Erdsystem konzentrieren. Sollten sich allerdings Himmelskörper als ständige Bedrohung erweisen, muss sich die Forschung verstärkt auf das gesamte Sonnensystem erstrecken.

Im Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin wird im Rahmen des Graduiertenkollegs "Evolutive Transformationen und Faunenschnitte" vom 21.-23. November 2002 ein internationales Symposium zum Thema "Mesozoische und Känozoische Bioevents: Verbindung mit Impakts und anderen Ursachen" abgehalten. Zahlreiche hoch angesehene Wissenschaftler aus den USA, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Deutschland werden die neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Aussterbeforschung diskutieren. Da die extrem weit zurück liegenden Katastrophen noch wenige konkrete Daten liefern, konzentriert sich das Symposium auf die Ereignisse der letzten 200 Millionen Jahre.

Themen sind:
· Wie wichtig war die Rolle von Meteoriteneinschlägen für Aussterbeereignisse?
· Wie wirkte sich der Meteoriteneinschlag am Ende der Kreidezeit konkret auf die Lebewelt aus?
· Welchen Einfluss hatten Klimaveränderungen auf die Evolution?
· Welche Rolle spielten Vulkanausbrüche?
· Was sagt uns die Selektivität des Aussterbens?
· Wie stark verfälscht der lückenhafte Fossilbericht unsere Sichtweise von erdgeschichtlichen Katastrophen?
· Wie verlief die Erholung der Lebewelt nach den globalen Katastrophen?

Die Tagung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Sie findet vom 21.-23. November 2002 im Hörsaal 201 des Museums für Naturkunde statt. Tagungssprache ist Englisch.

Informationen:

Dr. Wolfgang Kießling, Museum für Naturkunde
Tel. (030) 2093 8576
Fax: (030)2093 8868
E-mail: wolfgang.kiessling@museum.hu-berlin.de

Heike Zappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.museum.hu-berlin.de/forschen/grako/2002_meso_sympo.htm

Weitere Berichte zu: Katastrophenforschung Klimaveränderung Kreidezeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

nachricht Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen
01.12.2016 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie