Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

4. Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie geht an Olaf Jöris

25.01.2002


Am 31.01.2002 wird auf Schloß Hohentübingen zum vierten Mal der Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie verliehen. Diesjähriger Preisträger ist Dr. Olaf Jöris vom Forschungsbereich Altsteinzeit des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz mit Sitz in Neuwied. Der Preis, der von der Abteilung Ältere Urgeschichte und Quartärökologie des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen ausgelobt und erstmals von der Firma ratiopharm gestiftet wird, ist mit 5000 Euro dotiert und damit die höchste jährlich vergebene Auszeichnung für Nachwuchsarchäologen.

Zur Preisverleihung am

Donnerstag, 31.01.2002, um 11.15 Uhr im Hörsaal der Klassischen Archäologie auf Schloß Höhentübingen mit dem Vortrag des Preisträgers "Die aus der Kälte kamen - Von der Kultur später Neandertaler in Mitteleuropa"

sind Öffentlichkeit und Medien herzlich eingeladen.

Jöris, geboren 1969, erhält die Auszeichnung für seine Dissertation an der Universität Köln mit dem Titel "Der spätmittelpaläolithische Fundplatz Buhlen (Grabungen 1966-69). Stratigraphie, Steinartefakte und Fauna des Oberen Fundplatzes" sowie für eine Reihe hochwertiger Aufsätze zu Themen aus der älteren Urgeschichte und Quartärökologie.

In seiner Arbeit befasst sich Jöris mit den in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts am so genannten Oberen Fundplatz in Buhlen in Nordhessen ausgegrabenen archäologischen Funden aus der Zeit des späten Neandertalers vor etwa 60-90.000 Jahren. Im Zentrum stehen die Funde der so genannten Keilmessergruppe. Jöris gelang es, durch Zusammenfügen der Werkzeuge mit ihren Herstellungsabfällen die "Lebensgeschichte" solcher Stücke zu rekonstruieren. Er konnte dabei zeigen, dass die Keilmesser ihre Form im Laufe der Verwendungsdauer teilweise erheblich verändern. Damit revidierte er die seit den 60er Jahren bestehenden chronologischen Gliederungsschemata, die sich an der unterschiedlichen Form der Keilmesser orientieren.

Den technologischen Aspekten schließt Jöris Analysen der Tierknochen aus den Fundschichten an, bei denen es sich zum Teil um Reste der Jagdbeute handelt. Änderungen in der Zusammensetzung der Tierarten in den verschiedenen Schichten lassen eine Entwicklung des Klimas von gemäßigteren hin zu kalten Bedingungen erkennen. Die intensiven Nutzungsspuren an den Knochen und das Vorherrschen bestimmter Körperteile sowie die Topographie des Platzes deuten darauf hin, dass es sich um einen mittel- bis längerfristig besiedelten "Wohnplatz" handeln könnte. Saisonale Indikatoren bei den Faunenresten machen eine Besiedlung des Platzes im Winterhalbjahr wahrscheinlich.

Dr. Olaf Jöris wird seine Arbeit in einem Pressegespäch vorstellen, zu dem ich Sie für

Donnerstag, 31.01.2002 um 10.00 Uhr in das Dienstzimmer von Prof. Nicholas Conrad, Institut für Ur- und Frühgeschichte (Ältere Abteilung, 1.Stock),

auf Schloß Hohentübingen herzlich einlade.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Seifert

Michael Seifert | idw

Weitere Berichte zu: Quartärökologie Urgeschichte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung
27.06.2017 | Fraunhofer IISB

nachricht Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle
27.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie