Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Rheumazentrum lädt ein!

29.11.2001


Den Dies academicus 2001 am 3. Dezember nutzt das Rheumazentrum der Universität Leipzig, um von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr den Studenten, Angehörigen der Universität, besonders aber interessierten Leipziger Bürgern seine neuen Räumlichkeiten zu zeigen und über sein Leistungsspektrum zu informieren.

Das Rheumazentrum war im Sommer im Rahmen der Zentralisation des Zentrums für Innere Medizin gemeinsam mit den Ambulanzen der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV von der Härtelstraße in das Rote Haus, Philipp-Rosenthalstraße gezogen. Damit ist die gesamte Klinik unter Leitung von Prof. Dr. Holm Häntzschel in das Medizinische Viertel umgezogen. Für Prof. Häntzschel ist das ein Schritt in Richtung interdisziplinärer Zusammenarbeit und Qualitätssteigerung in der Patientenbetreuung.

Allein im Roten Haus befinden sich jetzt viele Fachrichtungen unter einem Dach. "Für unsere Patienten, die oft schon älter sind und viele Beschwerden gleichzeitig haben, ist das sehr vorteilhaft.", so Prof. Häntzschel. Allein drei Ambulanzen der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV, die Rheumatologie, die Infektions- und Tropenmedizin sowie die Ambulanz für Stoffwechselerkrankungen (Lipid- und Adipositas-Sprechstunde) befinden sich im Mitteltrakt des Roten Hauses. Im Haus befinden sich außerdem Speziallaboratorien, ein Patientenschulungsraum, sowie die Ergotherapie und der Kliniksozialdienst. Dass dies für die Patienten Zeit und Wege spart, liegt auf der Hand.

Am Dies academicus können aber nicht nur die neuen Räume besichtigt werden. Dr. Frank Zeiger, Koordinator des Rheumazentrums, und Dr.Sybille Arnold informieren im Anschluss an die Führungen auch über die Aufgaben und Möglichkeiten des Rheumazentrums. Rheuma-Patienten finden hier eine wichtige Anlaufstelle für die Probleme, die sich aus ihrer Krankheit ergeben. Dabei arbeitet das Rheumazentrum eng mit den sozialen Vereinigungen Deutsche Rheuma-Liga, Deutsche Vereinigung Bechterew, Borreliose-Selbsthilfe und Selbsthilfe Lupus Erythematodes zusammen, deren Vertreter an der Veranstaltung teilnehmen werden.

Der Begriff "Rheuma" fungiert als Sammelbezeichnung für Krankheiten des Stütz- und Bindegewebes des Bewegungsapparates, die mit ziehenden und reißenden Schmerzen verbunden sind und auf innere Organe übergreifen können. Rheuma geht einher mit z.T. schwersten Deformierungen und Versteifungen der Gelenke, die zu großen funktionellen Beeinträchtigungen führen können. Noch kann man die äußerst vielschichtige Krankheit nicht heilen, sondern nur deren Symptome mildern. So gibt es relativ wirksame Medikamente gegen die Schmerzen sowie ergo- und physiotherapeutische Maßnahmen, um die Beweglichkeit der Gelenke so lange wie möglich zu erhalten. Wenn die Gelenke bereits deformiert oder steif geworden sind, kann der Patient zurückgreifen auf Funktionshilfen, die ihm helfen, den Alltag besser zu bewältigen. Die Palette reicht von Fingerschienen über spezielle Schreib- und Essgeräte bis hin zu Bandagen.

Das Rheumazentrum kooperiert mit niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen und Universitäten. Es kümmert sich ebenso um Informationsveranstaltungen für Patienten wie um die Ausbildung von Studenten und die Weiterbildung von Ärzten. Es unterstützt Selbsthilfegruppen und erarbeitet Qualitätsrichtlinien für die Patientenbetreuung. Es informiert nicht nur über modernste diagnostische und therapeutische Verfahren, sondern es leistet auch seinen Beitrag für die Rheumaforschung. Kurz: Es hält ein ganzes Netzwerk vor, dass Patienten und ihren Ärzten Sicherheit im Umgang mit der chronischen Krankheit Rheuma gibt. Ein Rheumapass, den jeder Patient bekommt, enthält alle wichtigen Informationen für den behandelnden Arzt: die rheumatologische Diagnose, sonstige Erkrankungen, Medikamente, Operationen, Laborparameter, Krankenhausaufenthalte, Physio- und Ergotherapien, Rehabilitationen und Nachsorgeempfehlungen.

Renate Anderle, die zur Zeit gerade die ergotherapeutischen Maßnahmen des Rheumazentrums in Anspruch nimmt, weiß die Spezialeinrichtungen des Hauses zu schätzen. Die 60jährige ist seit mehr als 20 Jahren Rheumapatientin und braucht von Zeit zu Zeit die professionelle Hilfe der Therapeuten, um die Gelenke beweglich zu halten. Sie kommt zweimal die Woche in die Ergotherapie und freut sich über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten: Seidenmalerei, Korbflechten, Keramikarbeiten, Weben - ganz gezielt wird die richtige Beschäftigung für jeden Patienten ausgewählt. Frau Anderle spürt schon erste Erfolge: "Die Beweglichkeit meiner Finger hat sich deutlich gebessert", meint sie.

Dr. Zeiger vergisst nicht die psychischen Ergebnisse der Arbeitstherapie zu erwähnen. "Die Patienten akzeptieren schwer, dass die Krankheit sie nicht wieder verlässt. Im Kreis ihrer Leidensgenossen fühlen sie sich aufgehoben und eher bereit, ihre Krankheit anzunehmen. Für den Dies academicus sind auch Selbsthilfegruppen eingeladen, um die Kontaktaufnahme zu erleichtern. Jeder Besucher ist uns willkommen!", betont er. "Auch für Fragen stehen wir gern zur Verfügung."

Dr. Bärbel Adams | idw

Weitere Berichte zu: Rheumazentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017
24.07.2017 | Universität Hamburg

nachricht Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen
24.07.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie