Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ohne Mathematik läuft nichts: Internationale Konferenz an der TU Clausthal

03.09.2008
Der Geldautomat, das Handy, die Börse - nichts davon würde funktionieren ohne höhere Mathematik. Mehr als 50 Vertreter dieser Wissenschaft, angereist aus 17 Ländern, treffen sich in dieser Woche auf Einladung der Technischen Universität Clausthal zu einer internationalen Konferenz.

Thema der Tagung, die im Haus "Hessenkopf" in Goslar stattfindet, sind Partielle Differenzialgleichungen und Spektraltheorie.

Im Jahr der Mathematik bietet die renommierte Konferenz einen willkommenen Anlass, manche Vorurteile gegenüber den Zahlenforschern zu relativieren. So ist weit verbreitet, dass die Mathematik bei Pythagoras beginnt und bei Leibniz und Newton endet, also ziemlich veraltet ist. "Es gibt nichts Neues mehr zu erforschen?

Von wegen, die Fachliteratur nimmt an Umfang und Tiefe rasant zu", sagt der Hauptorganisator der Konferenz, Professor Michael Demuth vom Clausthaler Institut für Mathematik. "Es werden Forschungsfelder entwickelt, tiefliegende Verbindungen gefunden und Erkenntnisse gesammelt, die sowohl innermathematisch als auch für andere Wissenschaften relevant sind."

Gern wird auch behauptet, die Denker seien ein wenig weltfremd und reden nur über Formeln und Theoreme. Dabei werden die Fachtagungen meist auch mit einem kulturellen Teil ergänzt. So wird der Clausthaler Professor Hans-Heinrich Kairies die Experten aus aller Welt an einem Abend am Klavier unterhalten und mit der Musikhochschule Goslar ein Konzert geben. Ebenso ist eine Wanderung über den sogenannten Liebesbankweg geplant, der rund um den Bocksberg führt. Besonders Professor Michiel van den Berg freut sich darauf. "Ich habe schon als 14-Jähriger im Harz Mineralien gesammelt", berichtet der Wissenschaftler aus dem englischen Bristol.

Mancherorts gilt die Mathematik, um eine weitere Voreingenommenheit zu nennen, als brotlose Kunst. Blickt man auf die heutigen Berufsfelder erweist sich diese Annahme ebenfalls als Klischee. Außer an Schulen und Hochschulen sind Mathematiker in Banken, Versicherungen, in der Autoindustrie und oder sogar in der Biotechnologie gefragt. Laut Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, wäre sein Job ohne die Unterstützung von Mathematik-Experten "nur als unverantwortlicher Blindflug" zu bezeichnen. Für den Stellenwert der Konferenz, die seitens der TU Clausthal in dieser Internationalität und Größe zum zweiten Mal organisiert wird, sprechen auch Förderer wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Land Niedersachsen.

Zum ersten Mal hatte die Arbeitsgruppe um Professor Demuth die Tagung im Jahr 2000 veranstaltet. Jahre später teilte einer der Gäste, der französische Mathematiker Pierre Duclos, dem Organisator mit: "Eure Konferenzreihe, hat mir damals die Tür zum Osten geöffnet."

Auch bei der aktuellen Auflage, die zusammen mit den Professoren Bert-Wolfgang Schulze aus Potsdam und dem Göttinger Ingo Witt organisiert wird, sind kluge Köpfe aus der östlichen Welt dabei, zum Beispiel der 80-jährige Professor Mikhail S. Agranovich aus Moskau. Oder Professor Hua Chen, Institutschef der chinesischen Wuhan Universität. Die Hochschule aus Fernost mit ihren 40.000 Studierenden pflegt seit Jahren eine Kooperation mit der TU Clausthal.

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de
http://www.math.tu-clausthal.de/Arbeitsgruppen/Operatortheorie/PDE2008/Welcome.h...

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie