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Da: ein Ball! - Wie Babys kommunizieren lernen

08.08.2008
Tagung zur geteilten Aufmerksamkeit
Geteilte Aufmerksamkeit: Vorstufe der sozialen Interaktion
Europäische Fachtagung in der RUB-Philosophie

Wenn Babys bemerken, dass sich die Aufmerksamkeit anderer genau wie die eigene auch auf den bunten Ball richtet, ist das der erste Schritt zur Kommunikation. Bald werden sie auf Gegenstände zeigen und versuchen die Aufmerksamkeit anderer zu lenken, irgendwann auch verbal.

Diese "geteilte Aufmerksamkeit" ist außerdem die Grundlage der so genannten Intentionalität: dem Phänomen, dass wir an etwas denken oder uns etwas wünschen können, das gar nicht da ist. Die Funktion und die Natur der geteilten Aufmerksamkeit zu ergründen ist Ziel der internationalen Fachtagung, die Dr. Tobias Schlicht und Prof. Dr. Albert Newen (Institut für Philosophie der RUB) am 15. und 16. August veranstalten (je ab 9 Uhr, Internationales Begegnungszentrum Beckmannshof IBZ, RUB-Campus).

Die Teilnehmer erwarten Vorträge aus den Disziplinen Philosophie, Entwicklungspsychologie, Neuropsychologie, Neurowissenschaft und Informatik.

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Wünsche, Hoffnungen, Überzeugungen: Immer ist da "etwas"

Man kann nicht denken, ohne an irgendetwas zu denken. Man kann nicht wünschen, ohne sich irgendetwas zu wünschen, und man kann nicht hoffen, ohne auf irgendetwas zu hoffen. Der philosophische Ausdruck für die Fähigkeit des menschlichen Geistes, sich auf Gegenstände und Sachverhalte in der Welt zu richten, ist Intentionalität. Intentionale Zustände sind Überzeugungen und Wünsche: Man kann davon überzeugt sein, dass es gerade draußen regnet und sich daher einen Regenschirm wünschen. Die Gegenstände, auf die sich der Geist richtet, müssen nicht einmal existieren, denn man kann auch Sherlock Holmes bewundern oder glauben, dass Elvis noch lebt.

Da offenbar physische Phänomene nicht in dieser Weise von etwas anderem handeln, sehen es Forscher als ein zentrales Problem an zu klären, was die Natur und die Funktion dieser "Denk- und Aufmerksamkeitsvorgänge" ist, die ein wesentliches Fundament unserer geistigen Fähigkeiten ausmachen. Dieser Frage widmen sich die internationalen Referenten bei der Tagung. Sie ist Teil des Forschungsprojekts "Selbstbewusstsein und Begriffsbildung beim Menschen".

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de
http://www.ruhr-uni-bochum.de/philosophy/staff/newen/

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