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Eingriffe an der Netzhaut des Auges ohne Naht möglich

17.01.2008
10. Hallesches Augenheilkunde-Symposium

Zum zehnten Mal veranstaltet die hallesche Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde vom 25. bis 27. Januar 2008 ein Symposium zu aktuellen Entwicklung des Fachgebietes. Die Tagung zählt zu den führenden Veranstaltungen auf diesem Gebiet in Deutschland.

Eingriffe an der Netzhaut des Auges ohne Naht, die Behandlung der altersbedingten Makula-Degeneration (mit etwa vier Millionen Betroffenen in Deutschland) und die stadiengerechte Therapie bei Augenerkrankungen von Diabetikern sind die drei Hauptthemen.

Eingriffe an der Netzhaut des Auges ohne Naht, die Behandlung der altersbedingten Makula-Degeneration (mit etwa vier Millionen Betroffenen in Deutschland) und die stadiengerechte Therapie bei Augenerkrankungen von Diabetikern sind die drei Hauptthemen beim 10. Halleschen Augensymposium, welches vom 25. bis zum 27. Januar 2008 durchgeführt wird. Das Thema des Symposiums lautet "Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen - Aktuelle Konzepte und Kontroversen". Dabei werden etwa 20 Operationen in bewährter Art und Weise aus 6 OP-Sälen live in die Hörsäle übertragen. Die wissenschaftliche Tagung zählt zu den bedeutendsten auf dem Gebiet der Augenheilkunde in Deutschland.

Professor Dr. Gernot Duncker, Direktor der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde, erwartet wieder mehr als 300 Ärzte und Wissenschaftler, um aktuelle Entwicklungen in der Ophthalmologie zu demonstrieren und zu diskutieren. Referieren werden unter anderem der Präsident der internationalen Gesellschaft für Augenverletzungen, Professor Ferenc Kuhn (Birmingham, USA) sowie Gäste aus Deutschland, Polen und Österreich. "Wir konnten wieder die führenden Experten auf dem Gebiet der Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen für das Symposium gewinnen", sagt Professor Duncker. Er sei stolz, dass es in den vergangenen zehn Jahren immer wieder gelungen sei, aktuelle Themen auf die Tagesordnung gesetzt und ein hohes Niveau der wissenschaftlichen Diskussion erreicht zu haben.

Nur etwa ein Millimeter (20 bis 25 Gauge - amerikanische Maßeinheit) ist die Operationspforte groß, die beim Einsatz kleinster Instrumente bei Eingriffen am Auge entsteht. Diese Operationen an der Netzhaut des Auges, die nur unter dem Mikroskop durchgeführt werden können, haben den Vorteil, dass auf Grund der winzigen Operationspforte keine Nähte gesetzt werden müssen. "Das Auge verheilt deutlich schneller", sagt Oberärztin Dr. Marita Amm. Den Einsatz dieser Instrumente werden die Operateure live demonstrieren.

Auch die viel diskutierten, erst seit kurzem bestehenden Möglichkeiten der Behandlungen der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) stehen im Zentrum der Live-Operationen und Referate. Dabei werden verschiedene Substanzen gegen Gefäß-Wachstumsfaktoren in den Glaskörper des Auges injiziert. Die operativen Techniken dazu zeigen die Augenärzte im OP-Saal. Professor Duncker: "Im Gegensatz zur früher eingesetzten Lasertherapie bewirken die Substanzen nicht nur ein Aufhalten des Sehschärfe-Verfalls, sondern können die Sehfähigkeit in der Mehrzahl der Fälle auch wieder verbessen." In Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen von der altersbedingten Makuladegeneration betroffen. Die Makula ist die funktionelle Mitte der Netzhaut, dort befindet sich die Stelle der größten Sehschärfe. Bei der Degeneration sterben Zellen in der Netzhaut ab beziehungsweise verändern sich krankhaft. Die AMD kann zum vollständigen Verlust der Sehkraft führen und ist in den westlichen Industrieländern der häufigste Grund für eine Erblindung.

Über einen Paradigmenwechsel in der Therapie von Augenerkrankungen bei jungen Diabetikern diskutieren die Augenärzte ebenso während des "10. Halleschen Symposiums". Wurden die Patienten bisher mit einer Lasertherapie behandelt, sind die Augenärzte dazu übergegangen, früher als bisher operativ einzugreifen und den Glaskörper zu entfernen. Die Ärzte gehen davon aus, dass die Betroffenen dadurch langfristig besser sehen werden.

Das Jubiläumssymposium findet im Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Str. 40 (Lehrgebäude) statt. Am Freitag stehen von 12 bis 17 Uhr verschiedene Kurse auf dem Programm und am Samstag findet zwischen 8 und 13 Uhr die Live-Chirurgie statt. Danach folgt bis 19 Uhr die wissenschaftliche Sitzung, diese dauert am Sonntag von 8.30 bis 15 Uhr, dabei werden auch jene Patienten vorgestellt, die einen Tag zuvor operiert worden sind. Das traditionelle Fußballturnier verschiedener Mannschaften aus Kliniken und Unternehmen um den Ophthalmologen-Pokal findet am Freitag ab 18 Uhr in der Universitätssporthalle am Weinbergweg statt.

Jens Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

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