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Weltweit erster Einsatz an einem Lichtbogenofen

12.05.2010
LiquiRob verbessert Arbeitssicherheit sowie Präzision von Messung und Probenentnahme

Das Robotersystem LiquiRob von Siemens im Einsatz am Lichtbogenofen von SAM Neuves Maisons, Riva France.

Als weltweit erster Stahlproduzent setzt die Riva-Gruppe LiquiRob von Siemens an einem Elektrolichtbogenofen ein. Das Robotersystem wurde am französischen Standort Neuves-Maisons installiert und übernimmt dort die Probenentnahme sowie die Temperatur- und Celox-Messungen.

Der Aufenthalt des Bedienpersonals in potenziell gefährlichen Bereichen ist nicht mehr erforderlich. Dies verbessert die Arbeitssicherheit erheblich. Das für einen vollautomatischen Betrieb ausgelegte System gewährleistet präzise und zuverlässige Messungen bei kurzen Taktzeiten. Die Abnahmebescheinigung wurde Mitte März erteilt.

Das Werk Neuves-Maisons produziert Draht- und Betonstähle und gehört zum Unternehmensbereich SAM der in Mailand, Italien, ansässigen Riva-Gruppe. Zur Stahlerzeugung dienen ein Elektrolichtbogenofen mit einem Abstichgewicht von 150 Tonnen und ein Pfannenofen. Der Stahl wird auf einer sechssträngigen Sequenz-Gießanlage zu Knüppeln vergossen, die abschließend in einem Walzwerk weiterverarbeitet werden.

Probenentnahmen und Messungen von Temperatur und Sauerstoffaktivität des Flüssigstahls wurden bisher innerhalb der Ofeneinhausung vom Bedienpersonal mithilfe eines Manipulators durchgeführt. Diese anstrengenden und gefährlichen Tätigkeiten werden jetzt vom LiquiRob-System übernommen, das durch ein Fenster in der Schlackentür direkt auf das Stahlbad zugreift. Die Bedienung und Überwachung des Robotersystems erfolgt von einer zentralen Leitwarte aus. Siemens war für die Integration des LiquiRob-Systems in die bestehende Ofen-Einhausung, die Einbindung in die vorhandene Automatisierung des Lichtbogenofens und die Inbetriebnahme verantwortlich und übernahm die Schulung des Betriebspersonals.

Die in Neuves-Maisons realisierte Lösung beinhaltet auch die Installation von drei automatisierten Magazinen für die Proben- und Messkartuschen. Die Magazine lassen sich gefährdungslos außerhalb der Ofeneinhausung befüllen. Entnahme- und Messvorgänge können vollautomatisch abgewickelt werden.

Im Vergleich zum Einsatz von Manipulatoren bietet LiquiRob eine Reihe von Vorteilen. Es benötigt ein kleineres Fenster in der Schlackentür, die Kartusche dringt weiter in den Ofen ein und taucht tiefer in das Stahlbad. Dadurch werden Fehlmessungen vermieden und die erhobenen Messdaten haben eine deutlich höhere Genauigkeit. In Verbindung mit der automatisierten Kartuschenwahl lassen sich kürzere Taktzeiten erreichen. Dies liefert ein präziseres Bild der Entwicklung von Stahltemperatur und -zusammensetzung.

LiquiRob wurde von Siemens speziell für die Verbesserung von Arbeitssicherheit und Messqualität unter den rauen Einsatzbedingungen in der Eisen- und Stahlindustrie entwickelt. Seine Premiere hatte das System 2008 im Stahlwerk Gwangyang des koreanischen Unternehmens Posco. Dort wird LiquiRob zur Probenentnahme, zur Messung der Stahltemperatur im Verteiler und zur Gießpulverdosierung auf der Gießbühne einer zweisträngigen Brammenstranggießanlage eingesetzt.

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von umweltfreundlicher Produktions-, Transport-, Gebäude- und Lichttechnik. Mit durchgängigen Automatisierungstechnologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität, Effizienz und Flexibilität seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Drive Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility und Osram. Mit weltweit rund 207.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2009 einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro.

Die Siemens-Division Industry Solutions (Erlangen) ist mit den Geschäftsaktivitäten Siemens VAI Metals Technologies, Water Technologies und Industrial Technologies einer der weltweit führenden Lösungsanbieter und Dienstleister für Industrie- und Infrastrukturanlagen. Dies umfasst die Planung und Errichtung, den Betrieb und den Service für den gesamten Lebenszyklus. Eine breite Palette von Umweltlösungen unterstützt Industrieunternehmen dabei, Energie, Wasser oder Betriebsmittel effizient einzusetzen, Emissionen zu reduzieren und Umweltrichtlinien einzuhalten. Mit weltweit rund 31.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry Solutions im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro.


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