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Umweltfragen und soziale Aspekte erfordern neue Investitionen in Bergbauregionen

12.05.2010
Künftig müssen Bergbauunternehmen stärker in Umweltschutz und Arbeitssicherheit investieren, um ihre Zukunftsfähigkeit und Ertragskraft nachhaltig zu sichern.

„Immer häufiger erfordern Wasserknappheit, steigende Energiekosten und eine wachsende soziale Verantwortung in den Bergbauregionen zusätzliche Maßnahmen, deren Kosten den Ertrag belasten”, sagte Bernd Zehentbauer, Senior Vice President Mining Technologies bei Siemens VAI.

„Energieeffizienz und Aufbereitungstechnologien für Wasser helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Mit Elektroantrieben für Trucks und Shovels, Förderanlagen und Erzmühlen senken wir den Energieverbrauch und entlasten die in vielen Abbaugebieten heute schon äußerst knappe Energieversorgung”, so Zehentbauer. „Durch die Erweiterung des Technologieportfolios zur Aufbereitung von Abwasser hilft Siemens beispielsweise, das Problem der Wasserknappheit zu entschärfen. Mit Manufacturing-Execution-Systemen (MES), die Betriebsdaten entlang der Produktionskette analysieren, schaffen wir Transparenz und helfen dem Management, Entscheidungen hinsichtlich einer effizienten und umweltschonenden Betriebsführung zu treffen.”

Viele Bergbauregionen leiden zunehmend an Energieknappheit. In Südafrika und Chile beeinträchtigt dies bereits die Produktion. Betriebe im Norden von Chile reduzieren ihren Stromverbrauch, um einer Rationierung zuvorzukommen. „Der Einsatz energieeffizienter Antriebslösungen wird immer wichtiger für eine nachhaltige Produktion und hilft, Energie zu sparen”, betonte Zehentbauer. Siemens hat Wechselstrom-Antriebssysteme für schwere Trucks zum Materialtransport im Tagebau entwickelt, bei denen das Dieselaggregat im optimalen Drehzahlbereich betrieben wird. Gegenüber herkömmlichen Dieselantrieben verringern die diesel-elektrischen Antriebssysteme nicht nur die Umweltbelastung, sondern sparen Kraftstoff und senken die Betriebskosten.

Der Einsatz getriebeloser Antriebssysteme (Gearless Drives; GD) hilft ebenfalls, den Energieverbrauch zu senken. In den vergangenen 30 Jahren hat Siemens seine GD-Systeme kontinuierlich weiterentwickelt und umfangreiche Erfahrungen in Low-Speed-Anwendungen wie Mahlwerksantrieben, Wickelantrieben für Bergwerke, Eimerkettenbagger und Schleppketten gewonnen. Ein zusätzliches Potenzial sieht Zehentbauer in der Verbindung von Bandfördertechnik und GD-Technologie: „Bandförderer haben sich als eine sehr effiziente und wirtschaftliche Methode erwiesen, um Schüttgut in Bergbauanwendungen zu befördern; und zwar unabhängig von der Entfernung, der Menge oder der Art des Geländes. In puncto Energieeffizienz und Verfügbarkeit sind getriebelose Antriebe ein logischer Schritt für die Weiterentwicklung von Fördersystemen.” Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs müssen aber über die Betrachtung einzelner Systeme hinausgehen. „Wichtig ist ein ganzheitliches Energiemanagement”, so Zehentbauer. Das bedeutet, dass Siemens heute den kompletten Antriebsstrang und die gesamte Anlagenautomatisierung berücksichtigt. Denn sowohl die Antriebs- als auch die Automatisierungsebene leisten einen wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz und reduzieren die Betriebskosten.

Neben der Energiefrage behindert in vielen Abbaugebieten der Welt Wassermangel die Ausweitung der Produktion. „Die Konkurrenz von Siedlungen, Landwirtschaft, Industrie und Bergbau um Wasser nimmt überall zu”, sagte Zehentbauer. Technische Lösungen von Siemens in der Aufbereitung wie beispielsweise Membransysteme, helfen, Wasser besser zu nutzen und die Umwelt zu entlasten. Mit der Übernahme der US-amerikanische Firma Industrial Process Machinery, Manchester, New Hampshire (IPM), hat Siemens sein Portfolio zum Entwässern von Rohstoffkonzentraten erweitert: Derzeit sind bereits über 100 IPM-Hochleistungs-Filterpressen im Einsatz. Kurze Presszyklen und schnelle Verschiebbarkeit der Filterplatten sorgen für einen kosteneffizienten Betrieb. Die erzeugten Presskuchen weisen zudem einen so geringen Feuchtigkeitsgehalt auf, dass auf zusätzliche thermische Trocknungsanlagen verzichtet werden kann. Dies senkt den Energieverbrauch und damit auch die Betriebskosten deutlich.

„Die mit dem Energieverbrauch und der Wasserversorgung verbundenen sozialen und umweltpolitischen Herausforderungen belasten den Tagebaubetrieb immer stärker und erfordern zusätzliche Investitionen”, erklärte Zehentbauer. Um die Steigerung der Produktion und zugleich eine Steigerung der Kosten in Griff zu bekommen, müssen die Unternehmen neue Wege gehen, das heißt, ihre Betriebsabläufe optimieren. „Dabei ist es nicht nur damit getan, einen Betriebsbereich zu optimieren. Vielmehr müssen Stillstandszeiten reduziert und Materialien noch schneller ausgeliefert werden. Dabei hat die Einhaltung der Materialqualität eine große Priorität”, sagte Zehentbauer. Mit MES-Systemen bietet Siemens eine Lösung, Maschinen- und Abbaudaten eines Tagebaubetriebs zu analysieren und im gesamten Produktions- und Betriebsablauf Stärken und Schwächen zu erkennen.

„Durch diese so genannte Transparenz in Echtzeit ist das Management in der Lage, die Betriebsabläufe besser zu steuern und die Wirtschaftlichkeit ihrer verschiedenen Produktionsstätten einzuschätzen”, so Zehentbauer. MES-Systeme ermöglichen Anweisungen für das Bedienpersonal auszulösen und unterstützen Wartungsteams bei der Risikoüberwachung, um Schäden an Anlagen vorzubeugen. Dies reduziert Ausfälle und vermeidet unplanmäßige Unterbrechungen der Produktion. Auf diese Weise werde nicht nur die Produktion gesteigert, sondern auch die Lebensdauer der Produktionsanlagen und der Feldeinrichtungen verlängert.

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von umweltfreundlicher Produktions-, Transport-, Gebäude- und Lichttechnik. Mit durchgängigen Automatisierungstechnologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität, Effizienz und Flexibilität seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Drive Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility und Osram. Mit weltweit rund 207.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2009 einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro.

Die Siemens-Division Industry Solutions (Erlangen) ist mit den Geschäftsaktivitäten Siemens VAI Metals Technologies, Water Technologies und Industrial Technologies einer der weltweit führenden Lösungsanbieter und Dienstleister für Industrie- und Infrastrukturanlagen. Dies umfasst die Planung und Errichtung, den Betrieb und den Service für den gesamten Lebenszyklus. Eine breite Palette von Umweltlösungen unterstützt Industrieunternehmen dabei, Energie, Wasser oder Betriebsmittel effizient einzusetzen, Emissionen zu reduzieren und Umweltrichtlinien einzuhalten. Mit weltweit rund 31.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry Solutions im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro.


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