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Wie bleibt der Standort Deutschland an der Spitze? Globale Welt fordert die Bildung heraus

08.11.2006
  • Diskussion bei Audi mit hochkarätig besetztem Podium
  • AUDI AG beschreibt die Anforderungen an das Bildungssystem der Zukunft
  • Mitarbeiter müssen flexibel und lebenslang lernbereit sein

Die Frage, die heute bei der Veranstaltung "Globalisierung und Bildung - Herausforderungen für schulische und berufliche Bildung" im Audi-Forum Ingolstadt gestellt wurde, war spannend - zumal sie einen Grundpfeiler unserer Gesellschaft thematisiert:

Wie kann man Bildung in Deutschland und in Europa an die Weltspitze führen? In Vorträgen und einer Diskussionsrunde zeigten Repräsentanten der AUDI AG, des Forschungsinstituts für berufliche Bildung Nürnberg, der Fachhochschule Ingolstadt und der IG Metall gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsminister für Unterricht und Kultus, Siegfried Schneider, mögliche Antworten im Audi Forum Ingolstadt auf.

Die Veranstaltung diente vor allem der Analyse der zukünftigen Anforderungen von Unternehmen an Bewerber und Mitarbeiter. Denn das Beispiel Audi zeigt: Das welt-weite Netz aus Fertigungsstandorten, Zulieferern und Absatzmärkten verdichtet sich, und die Zyklen für technische Innovationen verkürzen sich. "Unsere Mitarbeiter müssen deshalb zum Lernen in jeder Lebensphase bereit sein, um ständig wechselnde Anforderungen effizient in Top-Qualität bewältigen zu können. Das ist die Grundlage für Freude an der Arbeit, an der Leistung und für die Begeisterung der Kunden", betonte Dr. Werner Widuckel, Vorstand für Personal- und Sozialwesen der AUDI AG.

Siegfried Schneider, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus, bekräftigte: "Kinder und Jugendliche brauchen Kompetenzen, die über ihre bisher erworbenen hinausgehen, um mit der Wissensdynamik Schritt zu halten und in einer globalisierten Welt erfolgreich zu sein. Voraussetzung ist die Erkenntnis, dass man nie ausgelernt hat."

Damit der Standort Deutschland an der Spitze bleibt, müssen nicht nur verstärkt Ingenieure ausgebildet werden, um den steigenden Bedarf - insbesondere wegen der zunehmenden Komplexität der Prozesse - zu decken. Widuckel: "Audi hat dazu klare Vorstellungen: Da einfache Arbeiten abnehmen, benötigen Mitarbeiter neben der fachlichen eine zunehmend interdisziplinäre Kompetenz, damit Wissen nicht nur angewendet, sondern weiterentwickelt werden kann." Der dafür not-wendige lebensbegleitende Lernprozess werde in Zukunft nicht nur den beruflichen, sondern gleichsam den privaten Alltag prägen.

Unter dem Stichwort "Selbstlernkompetenz" seien vor allem die Schulen - so der Audi Personalvorstand - gefordert: "Da komplexes Wissen auf Vorrat nicht mehr lernbar ist, sollen Lehrer Methoden zur Wissensaneignung vermitteln, Neugierde für realitätsnahe Lernsituationen wecken sowie vom Fachunterricht mit Frontalcharakter auf das Bearbeiten von Lernfeldern in Gruppenarbeit übergehen." Und: "Die Lehrer selbst sollten die Möglichkeit von Betriebspraktika nutzen, um die Notwendigkeit lebensbegleitenden Lernens zu verdeutlichen."

Die Überlegungen der AUDI AG im Rahmen der Veranstaltung, zu der das Unternehmen gemeinsam mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) und dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Ingolstadt eingeladen hatte, erstreckten sich auch konkret auf das Bildungssystem. Dessen Durchlässigkeit müsse auf nationaler wie internationaler Ebene erhöht werden. "Unterschiedliche Bildungswege in Europa müssen verstärkt miteinander vergleichbar gemacht beziehungsweise gegenseitig anerkannt werden", erklärte Dr. Werner Widuckel. Audi wünscht sich des Weiteren die Stärkung des dualen Partners Berufsschule durch die verantwortliche Übernahme des theoretischen Teiles der Abschlussprüfungen. Denkbar ist eine verantwortliche prozessbegleitende Qualitätssicherung durch die Lehrer statt einer reinen Endkontrolle.

Nach den Vorträgen von Dr. Widuckel, Kultusminister Schneider und Prof. Dr. Eckart Severing, Leiter des Forschungsinstituts für berufliche Bildung, diskutierten Widuckel, Schneider, Prof. Dr. Gunter Schweiger, Präsident der FH Ingolstadt, sowie Dr. Klaus Heimann, Funktionsbereichsleiter der IG Metall, unter der Moderation von Christof Prechtl, Leiter Bildungspolitik vbw, die Thesen der Referate.

Dass Bildung vor dem Hintergrund der Globalisierung der AUDI AG ein echtes Anliegen ist, zeigt ein Blick auf die Statistik: Audi agiert auf 110 Märkten weltweit und beschäftigt Mitarbeiter mit 81 unterschiedlichen Nationalitäten.


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