Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizinisches Implantat mit einteiligem Körper zur Einbringung in Knochengewebe

29.03.2012
Künstliche Implantate zur Behandlung oder Rekonstruktion von degenerativen, traumatischen und entzündlichen Veränderungen an den Gelenken sind wichtige Hilfsmittel der Orthopädie und der Unfallchirurgie. Trotz einer Vielzahl an Operationen und einem umfangreichen Erfahrungsschatz sind Implantationen mit Risiken behaftet.

Die häufigste Ursache für ein Versagen von Endoprothesen stellt eine aseptische Lockerung im Implantatlager dar. Die Ursache liegt hier nicht in einer Infektion des Gelenks, sondern in einer Auslockerung an den Grenzflächen Knochen-Endoprothese bzw. Knochen-Zement. Eine Endoprotheseninfektion tritt weniger häufig auf, ist aber schwerwiegender und geht meist mit weiteren Operationen und der Entfernung des Gelenkersatzes einher. Wissenschaftliche Untersuchungen der Pathogenese, Diagnose und Behandlung von infektiösen Entzündungen des Knochenmarks und des Knochens (Osteomyelitis und Osteitis) werden meist am Tiermodell durchgeführt. So werden beispielsweise Drähte in den Markraum in Verbindung mit Bakterien eingebracht und Infektionen provoziert. Generell weisen die wissenschaftlichen Methoden gewisse Ungenauigkeiten und Nachteile auf, die mit einer unkontrollierten Verbreitung der Bakterien sowie dem mangelnden Knochenkontakt zwischen Draht und Knochen zusammenhängen. Obwohl Implantatinfektionen wesentliche Komplikationen in der orthopädischen und traumatologischen Versorgung darstellen, gibt es bisher keine antimikrobiell wirkenden Implantate beziehungsweise Oberflächen, die sich in der klinischen Anwendung etabliert haben. Ebenso fehlen geeignete Modelle zur Untersuchung von Oberflächen und Beschichtungen von Implantaten mit direktem Knochenkontakt (Pressfitsitz) im Tiermodell, die dazu dienen, reale Bedingungen im Menschen bestmöglich darzustellen und Infektionsrisiko-minimierende Implantate zu entwickeln. Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Nachteile der wissenschaftlichen Modelle zur Beurteilung der Wirkung von mikrobiellen Implantatoberflächen zur Reduktion implantatassoziierter Infektionen. Tierexperimentelle Untersuchungen eignen sich für Studien zur Beurteilung der antimikrobiellen Wirkung und des Einwachsverhaltens beschichteter Implantate. Daher wurde die Erfindung speziell für den Einsatz im Tiermodell entwickelt und bietet die Möglichkeit, antimikrobielle Oberflächen für Implantate, die in ein kortikospongiöses Knochenlager eingebracht werden, hinsichtlich ihrer Eigenschaften zu testen. In dem Modell wird die Grenzfläche zwischen Implantat und Knochenlager im metaphysären Bereich eines Knochens abgebildet. Bei dem Erfindungsgegen-stand handelt es sich um ein medizinisches Implantat mit einteiligem Körper zur Einbringung in Knochengewebe. Der Körper weist einen zylindrischen und einen zum distalen Ende konisch zulaufenden Abschnitt sowie einen vom distalen Ende ausgehenden, in das Implantat verlaufenden, röhrenförmigen Kanal auf. Die Querschnitte der einzelnen Abschnitte sowie des Kanals sind elliptisch, kreisrund oder oval und der Kanal kann ein Innengewinde aufweisen. Das Implantat kann vollständig oder teilweise mit antimikrobiell wirkenden Substanzen beschichtet werden und ermöglicht die Testung von Beschichtungen hinsichtlich ihrer antimikrobiellen Wirksamkeit im Tiermodell. Die Oberflächengestaltung wird in der Form humaner Implantate gewählt. Eine gezielte Nachbildung bakterieller Biofilme oder des Knochenwachstums werden realisiert. Generell können beliebige Beschichtungen, wie beispielsweise antimikrobielle Kupfer oder Silber enthaltende, antibiotikahaltige oder bioaktive Schichten (beispielsweise plasma-polymerisierte Schichten), aber auch Oberflächenbehandlungen, wie unter anderem eine Strahlung mit Korund, getestet werden. Nutzen / Vorteile / Besonderheiten: • Testen verschiedener Implantat-Oberflächen und Oberflächenbeschichtungen

• Verbesserung der tierexperimentellen Untersuchung humaner Implantat-Modelle

Weitere Informationen: PDF

PVA Mecklenburg-Vorpommern AG
Tel.: +49 (0)381/49 74 741

Ansprechpartner
Dr. Rüdiger Werp, Tobias Parikh

info@technologieallianz.de | TechnologieAllianz e.V.
Weitere Informationen:
http://www.technologieallianz.de/angebote.php?sort=sag&id=2684&lang=de
http://www.technologieallianz.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Technologieangebote >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie