Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleiner Schritt in der Planung, große Kostenersparnis in der Produktion: Reinigungstechnologien des Fraunhofer FEP überzeugen

01.10.2010
Auf der internationalen Leitmesse für Reinigung in Produktion und Instandhaltung »parts2clean« stellt das Fraunhofer FEP systematische Lösungswege in der Reinigungstechnik für industrielle Prozesse vor
Putzen.

Für viele eine leidige Pflicht im Alltag. Aber sauber ist nicht gleich rein, lehrt uns die Werbung. Oft können winzige, mit dem Auge nicht sichtbare Verschmutzungen riesige wirtschaftliche und gesundheitliche Schäden anrichten. Im Handel kommt es immer wieder zu Rückrufaktionen aufgrund von fehlerhaften Produkten.


Zwar ist nicht alles Gold, was glänzt, aber lupenreine Oberflächen sind in der industriellen Fertigung bares Geld wert. © Fraunhofer FEP

Aktuelle Nachrichten über mit Bakterien verunreinigte Nährlösungen zeigen zudem, wie wichtig eine genaue Kontrolle von Sterilisationsprozessen ist. Fehler in den Reinigungsprozessen sind daher nicht nur kostspielig und rufschädigend für den Hersteller, sondern können vor allem für den Verbraucher gefährlich werden.

Wie ein Saugnapf nicht auf einer fettigen oder staubigen Fliese haftet, so werden Beschichtungen von Oberflächen abblättern, wenn diese vorher nicht gründlich gereinigt wurden. Das Abblättern der Beschichtung beeinträchtigt nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern geht oft mit einem Verlust der Funktion eines ganzen Produktes einher. Daher ist ein wichtiger Schritt in der Wertschöpfungskette, die Reinigung der Ausgangsmaterialien von Staub, Fett, Rost oder anderen Verunreinigungen.

Das Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP in Dresden entwickelt Anlagen und Technologien zur Beschichtung und Modifikation von Rohstoffen, Halbzeugen und Bauteilen. Die Bedeutung einer gründlichen Oberflächenvorbehandlung ist den Wissenschaftlern des Institutes daher seit langem bewusst. Frank-Holm Rögner befasst sich am Fraunhofer FEP seit langem mit Reinigungstechnik und kennt die Knackpunkte im industriellen Tagesgeschehen: »Obwohl die Kosten für Reinigungsprozesse oft bis zu 30 % an den Gesamtproduktionskosten einnehmen, verfügen selbst große Industrieunternehmen häufig nicht über eine ausreichende Strategie zur Optimierung der Reinigungsschritte. Dabei könnten durch Schulung der Mitarbeiter und einer Einbindung der Reinigungstechnik bereits zu Beginn der Wertschöpfungskette Kosten- und Materialaufwand drastisch reduziert werden.«

Im Gesundheitsbereich kommt neben hohen Anforderungen an die Sauberkeit, die Notwendigkeit für sterile Oberflächen hinzu. Deshalb beschäftigen sich die Dresdener Forscher zudem mit der Sterilisation und Desinfektion von Produkten mithilfe niederenergetischer Elektronen. Diese Methode ist wichtig, um gerade empfindliche Produkte, wie beispielsweise Medizinprodukte, Pharma- und Lebensmittelverpackungen und medizinische Instrumente schonend, aber effizient und zuverlässig von Keimen zu befreien. Neben der Elektronenstrahltechnologie zur Sterilisation/Desinfektion und nasschemischen Reinigungsanlagen sowie Plasmaätzverfahren zur Materialvorbehandlung, verfügt das Fraunhofer FEP über eine institutseigene Analytik-Abteilung und eine biomedizinische Laboreinheit. So können Reinigungserfolge direkt werkstofftechnisch und mikrobiologisch nachgewiesen werden.

Gemeinsam mit anderen Instituten, die sich zur Fraunhofer-Allianz „Reinigungstechnik“ zusammengeschlossen haben, bringt das Dresdener Institut sein Reinigungs-Know-how in eine umfassende Lösungsstrategie ein. Aufgrund der vielfältigen Kompetenzen der Partner-Institute können branchen- und prozessübergreifend Reinigungsaufgaben gelöst werden. Damit die Erfahrungen direkt im produzierenden Gewerbe ankommen, bietet die Fraunhofer-Allianz themenbezogene Weiterbildungen und seit 2009 auch ein Grundlagenseminar für Ingenieure und Meister an, bei denen anwendungsnah auf zentrale Fragestellungen der Reinigung eingegangen wird.

Besuchen Sie das Fraunhofer FEP und die Fraunhofer-Allianz „Reinigungstechnik“ auf der internationalen Leitmesse für Reinigung in Produktion und Instandhaltung »parts2clean« vom 12. - 14. Oktober 2010 in Stuttgart in Halle 1, Stand F 610/G 707. http://www.parts2clean.de/

Bei einem Rahmenprogramm, welches die parts2clean begleitet, können Interessierte in Vorträgen von Experten der Reinigungstechnik ihr Know-how erweitern. Auch zahlreiche Vertreter der Reinigungsallianz werden über ihre Reinigungsstrategien berichten und für Fragen zur Verfügung stehen. Das Rahmenprogramm findet in Halle 1, Stand F 608 / G 705 statt.

[MM]

Wissenschaftlicher Kontakt:
Frank-Holm Rögner
Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP
Telefon +49 351 2586-242
frank-holm.roegner@fep.fraunhofer.de
Pressekontakt:
Annett Arnold
Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP
Telefon +49 351 2586-452
annett.arnold@fep.fraunhofer.de

Annett Arnold | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fep.fraunhofer.de/
http://www.allianz-reinigungstechnik.de
http://www.parts2clean.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Medica 2017 – TU Kaiserslautern präsentiert Fortschritte in der Medizintechnologie
20.10.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben
18.10.2017 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie