Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Patienten mit Datenaura

05.11.2001


Verschiedene Sensoren leiten ihre medizinischen Messdaten drahtlos an ein Kästchen weiter, das am Gürtel getragen werden kann. Wie eine Aura umgibt der Funkstandard »Body Area Network« den Patienten der Zukunft.
Copyright © 2001 Fraunhofer-Gesellschaft


Funkmessungen im reflexionsarmen Raum.
Copyright © 2001 Fraunhofer-Gesellschaft


Wenn sich intensiv betreute Krankenhauspatienten im Schlaf drehen und wenden, können sie einen Kabelsalat verursachen. Löst sich im Gewirr von Schläuchen und Kabeln gar der Pulssensor, gibt das Überwachungsgerät Alarm und mit dem heilsamen Schlaf ist’s vorbei. Solche Unannehmlichkeiten gäbe es nicht und der wache Patient könnte sich frei bewegen, wenn die Sensoren ihre Daten wie Blutdruck, Herzschlag oder Körpertemperatur drahtlos übermitteln würden. Doch die existierenden Funkübertragungsstandards bereiten Probleme oder sind für den Betrieb in Krankenhäusern nicht zugelassen. Ein neues Verfahren, das gerade für die Medizintechnik entwickelt und eingeführt wird, besitzt das Potenzial, sicherer, flexibler und besser verträglich als die bisherigen zu sein: »Body Area Network« oder kurz BAN. Ein erstes funktionsfähiges System, das aus mehreren Komponenten besteht, wird auf der Messe MEDICA in Düsseldorf der Öffentlichkeit vorgeführt (21.-24. November, Halle 10, Stand D36).

»Das BAN kann man sich so vorstellen, als sei der Patient von einer Aura von Daten umgeben«, beschreibt Ingenieur René Dünkler, Marketingleiter am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, das Netzwerk. »Die verschiedenen Sensoren besitzen nur eine geringe Reichweite und funken ihre Messwerte an ein Kästchen, das am Gürtel getragen wird. Von dort reisen die Daten zu einer Basisstation, die auch in der Wohnung des Patienten aufgestellt werden kann. Denkbar ist, dass der Arzt dann die Daten via Internet auf den Bildschirm bekommt.«

Mit nur 0,4 Milliwatt soll die mittlere Sendeleistung von BAN um ein bis zwei Größenordnungen geringer werden als bei den Standards DECT oder GSM, der für Mobiltelefone eingesetzt wird. Daneben trägt eine sehr niedrige Sendefrequenz von derzeit acht Megahertz dazu bei, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen für den Patienten kaum zu erwarten sind. Ein weiterer Vorteil besteht in der Flexibilität von BAN: Der für drahtgebundene Geräte verwendete VITAL-Standard ist in ihn bereits integriert - die bestehende Ausrüstung kann also weiterhin verwendet werden. Sollte sich in Zukunft die Bluetooth-Technologie durchsetzen, kann sie ebenfalls in BAN eingebunden werden. Ein dritter Vorteil ist die höhere Datensicherheit des neuen Übertragungsprotokolls. Schließlich muss gewährleistet sein, dass die Funkdaten dem Patienten zugeordnet sind und nicht von dessen schlafenden Nachbarn stammen.

Dipl.-Ing. Robert Schmidt | Mediendienst

Weitere Berichte zu: BAN Datenaura

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer HHI mit neuesten VR-Technologien auf der NAB in Las Vegas
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht Fraunhofer IDMT auf der Prolight + Sound 2017: Objektbasierte Tonmischung wird noch einfacher!
03.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung