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Harnstein-Prognoseverfahren auf der MEDICA

19.11.2002


Wer schon einmal einen Blasen- oder Nierenstein hatte, muss damit rechnen, sehr bald noch einmal eine Kolik durchzumachen - unter häufig dramatischen Schmerzen. Wissenschaftler der Urologischen Klinik der Universität Bonn haben nun ein Messverfahren entwickelt, mit dem sich das Harnsteinrisiko sehr schnell und genau abschätzen lässt. Sie können so den Erfolg der eingeschlagenen Behandlungsstrategie einfach überprüfen und ihr Therapiekonzept optimieren; das Risiko weiterer Harnsteine wird deutlich gesenkt. Die Forscher präsentieren das neue Verfahren vom 20. bis zum 23. November auf der Medizin-Messe MEDICA in Düsseldorf, Halle 12, Stand C32.



Harnsteine haben sich zu einer wahren Volkskrankheit entwickelt: Die Zahl der Patienten hat in den letzten zwei Jahrzehnten um 25 Prozent zugenommen; jeder 20. Bundesbürger erleidet in seinem Leben eine der extrem schmerzhaften Koliken. Grund sind Substanzen im Harn, die auskristallisieren und zu millimeter- bis zentimetergroßen Steinen heranwachsen können.



Die Bonner Wissenschaftler untersuchen die Neigung des Urins, derartige "Steine" zu bilden. Dazu geben sie der Harnprobe tropfenweise eine Triggerlösung zu, mit der sie die Kristallisation anregen. Sobald sich die ersten Mikrokristalle bilden, trübt sich die Probe. Der Vorgang ist für das unbewaffnete Auge kaum sichtbar, mit einem Spezialgerät, einem Photometer, können die Experten aber sicher feststellen, wann die Kristallisation einsetzt. Je weniger Triggerlösung sie bis zu diesem Zeitpunkt zutropfen mussten, desto "spontaner" erfolgte die Steinbildung und desto höher ist das Harnsteinrisiko. Das weltweit einmalige Verfahren ist sehr genau und schnell - schon nach 15 Minuten liegen die Ergebnisse auf dem Tisch. Die Ärzte können so den Erfolg der verschriebenen Diät oder der medikamentösen Behandlung jederzeit überprüfen.


Ansprechpartner auf der MEDICA:
Rüdiger Mull
Universität Bonn - Transfer und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0160/6329-144

Frank Luerweg | idw

Weitere Berichte zu: Harnsteinrisiko Kristallisation MEDICA Triggerlösung

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