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Schneller drehen, mehr sehen - neuer Hochleistungs-Computertomograph am Universitätsklinikum Ulm

24.04.2008
Am Universitätsklinikum Ulm wurde jetzt der weltschnellste Hochleistungs-Computertomograph in Betrieb genommen - der erste in Europa.

Das moderne System führt einen Herz-Scan schnell, hochauflösend und mit 80% weniger Röntgenstrahlung durch. Die Bilder des neuen 256-Zeilen Brilliance iCT Scanners von Philips sind gestochen scharf und eröffnen den Ulmer Medizinern neue Möglichkeiten in der Diagnose, Behandlung und Erforschung ernster Herzerkrankungen.

Die Bildgebung in der Radiologie wird vor immer neue Herausforderungen gestellt. Untersuchungen müssen immer schneller und einfacher durchzuführen sein - besonders wichtig ist das für Patienten mit Mehrfachverletzungen oder akuten Herz-Erkrankungen. Dabei gilt es grundsätzlich, dass der Patient der geringst möglichen Strahlendosis ausgesetzt ist. Am Universitätsklinikum Ulm befindet sich nun Europas neuer Super-Scanner erstmals im Einsatz.

"Der 256-Zeiler gilt für uns quasi als Kardio-Scanner", kommentiert PD Dr. Martin Hofmann, Oberarzt der Ulmer Universitätsklinik für diagnostische und interventionelle Radiologie eines der zukünftigen Haupteinsatzgebiete des iCT. "Für die Qualität der Untersuchungsergebnisse ist die Messgeschwindigkeit und die Höhe der Auflösung gleich wichtig. Nur aus diesen beiden Komponenten kann man eine schnelle und zuverlässige Diagnose ableiten."

Da das Herz sich während der Untersuchung immer bewegt, wurde in der Vergangenheit mit Hilfe einer EKG-Ableitung der Scan in der "ruhigsten" Phase durchgeführt. Verwackelungen (Bewegungs-Artefakte) auf den Aufnahmen konnten so vermieden werden.

Mittlerweile ist die Bildakquisition des Herzens so schnell, dass selbst bei hoher Herzfrequenz gute klinische Ergebnisse mit niedrigst möglicher Dosis erzielt werden. Im Notfall kann während eines Ganzkörper-Scans das Herz auch ohne EKG-Triggerung dargestellt werden. Bisher nicht sichtbare Details der Herzkranzgefäße können in Zukunft präzise dargestellt werden und es wird zukünftig sogar möglich sein, auch Durchblutungsphasen des Herzmuskelgewebes zu erkennen.

Dabei ist bei dem Brilliance iCT Scanner die Strahlenbelastung für die Patienten um bis zu 80 Prozent geringer als bei Systemen, die heute im Einsatz sind. Möglich ist das unter anderem durch die hohe Geschwindigkeit des Geräts, aufgrund derer der Patient der Röntgenstrahlung nun deutlich kürzer ausgesetzt ist, und den besonders empfindlichen Detektor, der die Bilddaten besser aufnehmen und dosissparender verarbeiten kann.

Um den wachsenden klinischen Anforderungen gerecht zu werden mussten die Ingenieure von Philips eine vollkommen veränderte CT-Plattform entwickeln. Diese beinhaltet eine neuartige Röntgenröhre, einen speziell entwickelten Detektor und eine weltweit einzigartige Luftlagerungstechnik für die bildgebenden Komponenten, die um den Patienten rotieren.

"Die von uns speziell entwickelte Lagerungstechnik kann man mit einem Luftkissenboot vergleichen. Nur sie macht es möglich, dass die Tonnen schwere Gantry vier mal pro Sekunde um den Patienten rotieren kann", erklärt Dr. Gerald Poetzsch, Leiter der Businessline CT bei Philips eines der Technologie-Highlights. "Die Fliehkräfte, die dabei entstehen und auf die einzelnen Komponenten wirken, sind ebenfalls riesig. Aus einer Tonne Gewicht werden bei dieser hohen Rotationsgeschwindigkeit 35 - das ist soviel wie ein großer LKW."

Dank der Kombination dieser neuen Technologie-Entwicklungen können nun detaillierte und klare Bilder eines ganzen Organs innerhalb kürzester Zeit geliefert werden, einschließlich des Herzens und des Gehirns, und auch langfristige Veränderungen können frühzeitig aufgezeigt werden.

Über die besonderen Anforderungen des Herzens hinaus wird der iCT in Ulm zukünftig auch für die klinische Forschung an anderen Organen eingesetzt. "Die Kombination aus Morphologie, angiographischer, dynamischer und funktioneller Bildgebung stoßen uns Türen auf. Wir erhoffen uns von dem System deutliche Fortschritte in der schnellen Diagnostik von Schlaganfällen und hochempfindlichen Erkennung von inneren Blutungen bei schwerverletzten Unfallopfern", verspricht sich Dr. Hoffmann davon.

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de

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