Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Essstörungen verbundene Risikofaktoren

15.12.2004


Das Auftreten von Essstörungen wie Magersucht und Bulimie in verschiedensten Bevölkerungsschichten ist gut dokumentiert. Jedoch ist sehr wenig über die damit verbundenen Risikofaktoren bekannt. Zwar liegen nur sehr wenige wissenschaftliche Daten für die folgende Behauptung vor, es wird aber angenommen, dass umfeldbedingte und genetische Faktoren eine Rolle spielen.



Im Rahmen eines größeren EU-Projektes hat eine Forschergruppe des Londoner Kings College die mit Essstörungen verbunden Risikofaktoren bei Jugendlichen untersucht. Der Gruppe gelangen auch wichtige Einblicke in das Zusammenspiel dieser Faktoren.

... mehr zu:
»Essstörung »Magersucht


Das Projekt war so strukturiert, dass die genetischen und umfeldbedingten Risikofaktoren zunächst getrennt voneinander betrachtet wurden und anschließend die Wechselwirkungen dieser Faktoren untersucht wurden. Die Analyse brachte einige interessante Zusammenhänge ans Licht. Die Fettleibigkeit 14-jähriger Mädchen wurde mit dem täglichen Fernsehkonsum und selbst berichteter Unbeliebtheit unter Gleichaltrigen beider Geschlechter in Verbindung gebracht. Jungen berichteten zusätzlich noch von Schlafstörungen.

Als Teil der genetischen Studie wurden mehrere Kandidatengene untersucht. Die Ergebnisse zeigten erstmalig, dass das Gen des vom Gehirn hervorgerufenen neurotropen Faktors (Brain-Derived Neurotrophic Factor = BDNF) mit dem Krankheitsbild der Essstörungen zusammenhängt. Weiterhin wurde verdeutlicht, dass ein Typ des 5-HT2c-Gens mit dem Auftreten von Magersucht bei Frauen in Verbindung steht.

Die Analyse der Interaktion genetischer und nicht genetischer Risikofaktoren schreitet stetig voran, aber die Ergebnisse liefern Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Genvariationen, der Persönlichkeit und dem Essverhalten. Aus den Analysen kann geschlussfolgert werden, dass es noch weitere Verbindungen zwischen den bestehenden Risikofaktoren gibt. Somit können neue Ansätze für die Früherkennung von stark gefährdeten Gruppen sowie neue Wege für den Kampf gegen diese Essstörungen gefunden werden. Diese Erkenntnisse sind auch für Gesundheitsdienste, Psychologen und das Gesundheitswesen von großer Bedeutung.

Kontakt:

Prof. David Collier
Kings´s College London
De Crespigny Park, Denmark Hill
SE5 8AF London, UK
Tel: +44-207-8480631
Fax: +44-207-8480802
Email: d.collier@iop.kcl.ac.uk

Prof. David Collier | ctm
Weitere Informationen:
http://www.iop.kcl.ac.uk

Weitere Berichte zu: Essstörung Magersucht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik