Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gecko wegweisend für die Heilung von Erkrankungen der Lymphgefäße

15.01.2003


Viele Echsen streifen als Überlebensmechanismus ihren Schwanz ab, um dann einen neuen nachwachsen zu lassen. Forscher der University of Adelaide (AU), Australien, sind der Ansicht, dass ein besseres Verständnis dieses Prozesses auch bei der Behandlung von lymphatischen Leiden bei Menschen eingesetzt werden kann.



Die Ergebnisse des Forscherteams der AU, geleitet von Professor Chris Daniels (Department of Environmental Biology) und Professor Rod Cooter (bisher Leiter des Department of Plastic and Reconstructive Surgery an der AU und am Royal Adelaide Hospital) sind in der aktuellen Ausgabe des New Scientist zusammengefasst.

... mehr zu:
»Lymphoedema


Das Team untersucht, wie sich das lymphatische Netzwerk einer Echse verhält, wenn diese ihren Schwanz verliert, und wie dieses Wissen bei der Behandlung von Lymphoedema (dem Anschwellen von Gliedmaßen aufgrund einer Schädigung des lymphatischen Systems) angewandt werden kann.

Sekundäre Lymphoedema ist eine verbreitete Nebenwirkung von Mastektomien und anderen radikalen chirurgischen Eingriffen.

Im Rahmen unserer Studie untersuchten wir den gewöhnlichen australischen Gecko Christinus marmoratus und seine Art der Schwanz-Regeneration," so Dr. Daniels.

"Der Verlust und die folgende Neubildung eines Körperteils sind zweifellos ein großer Schock, aber Geckos und andere Echsen besitzen anscheinend die Fähigkeit, dies mit minimalem Stress und geringen Schwellungen im betroffenen Bereich zu tun."

"Unsere Studie hat gezeigt, dass die vermehrte Produktion eines bestimmten Protein-Wachstumsfaktors dazu beiträgt, dass der Gecko im Bereich des Schwanzverlustes so schnell das lymphatische System regenerieren kann. Dieser Wachstumsfaktor ist dem im menschlichen Körper vorhandenen VEGF-Protein sehr ähnlich."

Dr. Cooter zufolge sind die Ergebnisse ermutigend für die Behandlung von Lymphoedema beim Menschen, aber weitere Forschungen sind notwendig.

"Die Entdeckung, dass Geckos einen Protein-Wachstumsfaktor ähnlich einem im Menschen vorkommenden verwenden, bringt uns der besseren Behandlung von Lymphoedema einen Schritt näher - aber ein beträchtliches Stück Weg ist noch zurückzulegen," so Dr. Cooter.

"Diese Entdeckung sollte unser Verständnis über das Wachstum von Lymphgefäßen im menschlichen Körper verbessern, mit der langfristigen Zielsetzung, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse mit den neusten Entwicklungen der Mikro-Chirurgie kombinieren zu können und so eine effektive Behandlung für Lymphoedema-Leidende bereitzustellen."

Weitere Informationen:

Dr. Rod Cooter
Tel.: 0061-8-8223 1330

Dr. Chris Daniels
Tel.: 0061-8-8303 6129
Email: chris.daniels@adelaide.edu.au

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de

Weitere Berichte zu: Lymphoedema

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie