Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alpha-ID 2008: Aktualisierter Diagnosenschlüssel beim DIMDI veröffentlicht

10.01.2008
Das DIMDI hat die Version 2008 der Alpha-ID veröffentlicht. Diese Identifikationsnummer für Diagnosen spezifiziert als fortlaufende Nummer die Einträge des Alphabetischen Verzeichnisses der ICD-10-GM. Damit können die Kodes beim elektronischen Datenaustausch zur Dokumentation, Auswertung und Übermittlung von Diagnosen eingesetzt werden.

In der ICD-10-GM, der deutschen Modifikation der Internationalen Klassifikation der Krankheiten, werden medizinische Diagnosen zu Klassen zusammengefasst und mit Kodes bezeichnet. Das Klassifizieren mithilfe der ICD-10-GM wird durch das zugehörige Alphabetische Verzeichnis unterstützt: Jedem der über 76.100 Texteinträge des Alphabetischen Verzeichnisses ist jeweils einer der ca. 15.000 ICD-10-GM-Kodes zugeordnet.

Die ICD-10-GM-Kodes werden in erster Linie für Entgeltsysteme, Qualitätssicherung und statistische Zwecke genutzt. In der medizinischen Versorgung werden Kodes benötigt, die mehr Detailinformation enthalten. Mit der Alpha-ID wird jedem Texteintrag des Alphabetischen Verzeichnisses der ICD-10-GM eine stabile, nicht sprechende Identifikationsnummer zugeordnet, die somit die Funktion eines nicht klassifizierenden, aber Detailinformationen erhaltenden Diagnosenkodes übernimmt.

Der hohe Verbreitungsgrad des Alphabetischen Verzeichnisses in Deutschland macht die Alpha-ID ohne ein Mehr an Bürokratie einfach und flächendeckend zugänglich.

... mehr zu:
»Alpha-ID »ICD-10-GM
Eindeutige Kodierung - bessere Kommunikation
Zentral gepflegte Terminologien sind unerlässlich zur eindeutigen Kommunikation im Gesundheitswesen, die eine immer größer werdende Rolle für die Qualität der Versorgung spielt. Nur damit ist eine systematische elektronische Dokumentation möglich, um sie im Behandlungsprozess für weiterführende Maßnahmen zu nutzen: Informationen zu Diagnose und Behandlung eines Patienten sind in Patientenakten, Arztbriefen und Überweisungen enthalten. Elektronische Systeme nutzen kodierte Informationen, um diese mit anderen Systemen austauschen zu können und auf dieser Basis medizinische Entscheidungen, z. B. über Arzneimitteltherapien, zu unterstützen.

Beispielsweise sind in der Alpha-ID Version 2008 neue Begriffe zu Arzneimittelallergien enthalten, mit denen diese nun präzise kodiert und statistisch ausgewertet werden können. Nur über die Darstellung der Alpha-ID ist eine Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arzneimittelüberempfindlichkeiten und -allergien (derzeit über 400 Einträge) möglich, die allein auf der ICD-Klassenebene nicht erfolgt. Dazu einige Beispiele zur ICD-10-Klasse T88.7 "Nicht näher bezeichnete unerwünschte Nebenwirkung eines Arzneimittels oder einer Droge":

I112330 - T88.7 Herzglykoside-Überempfindlichkeit
I112383 - T88.7 Sulfonamid-Überempfindlichkeit
I112507 - T88.7 Allergie gegen trizyklische Antidepressiva
I112379 - T88.7 Tetracyclin-Überempfindlichkeit
I112443 - T88.7 Überempfindlichkeit durch monoklonale Antikörper
I112425 - T88.7 Baldrianwurzel-Überempfindlichkeit
I112485 - T88.7 Estradiol-Allergie
I112342 - T88.7 Kontrastmittel-Überempfindlichkeit
Die neue Version der Alpha-ID zum Alphabetischen Verzeichnis der ICD-10-GM ist über den DIMDIWebshop im ASCII-Format erhältlich für 20 €: www.dimdi.de - DIMDI Webshop.
Pflegeverfahren der Alpha-ID
Mithilfe des standardisierten Pflegeverfahrens der Alpha-ID beim DIMDI werden neue Anforderungen kontinuierlich integriert. Vorschläge für weitere Einträge zur Alpha-ID werden bis 30.06.2008 beim DIMDI angenommen:

Helpdesk Klassifikationen: Tel.: +49 221 4724-524, eMail: klassi@dimdi.de

Das DIMDI stellt hochwertige Informationen für alle Bereiche des Gesundheitswesens zur Verfügung. Es entwickelt und betreibt datenbankgestützte Informationssysteme für Arzneimittel- und Medizinprodukte und verantwortet ein Programm zur Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien (Health Technology Assessment, HTA). Das DIMDI ist Herausgeber amtlicher medizinischer Klassifikationen wie ICD-10-GM oder OPS und pflegt medizinische Terminologien, Thesauri, Nomenklaturen und Kataloge (z. B. MeSH, UMDNS, Alpha-ID, LOINC, OID), die u.a. für die Gesundheitstelematik von Bedeutung sind.

Das DIMDI ermöglicht den Online-Zugriff auf seine Informationssysteme und 70 Datenbanken aus der gesamten Medizin. Dazu entwickelt und pflegt es moderne Software-Anwendungen und betreibt ein eigenes Rechenzentrum.

Susanne Breuer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dimdi.de/static/de/ehealth/alpha-id/index.htm
http://www.dimdi.de/static/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlgm2008/fr-icd.htm

Weitere Berichte zu: Alpha-ID ICD-10-GM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften