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Rollenenergiekette für Kran-Riesen

30.10.2008
Die neue Energiekette „P4“ von Igus wurde unter anderem zur Energie- und Datenversorgung von riesigen Containerkranen und Schiffsentladern entwickelt. Die Profilrollen-Energiekette funktioniert im Gegensatz zu ihren Vorgängern nicht mehr gleitend, sondern Kettenober- und -untertrum rollen versetzt aufeinander.

Ungeplante Stillstandszeiten von Krananlagen sind das Schlimmste, was passieren kann“, erklärt Theo Diehl, Produktmanager im Bereich Krane bei der Kölner Igus GmbH. Kein Wunder, kann doch der Liegeplatz für große Containerschiffe laut der Hamburger Hafen- und Lagerhaus-Aktiengesellschaft (HHLA) täglich bis zu 50 000 Euro kosten. Die Ship-to-Shore-(STS-)Krane der Terminalbetreiber in den großen Seehäfen müssen deshalb möglichst ungestört rund um die Uhr laufen — außer sie werden planmäßig gewartet.

Um mit den immer höheren Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Schiffsentladekranen Schritt halten zu können, hat Igus in Forführung der zehnjährigen Innovationsgeschichte der gleitenden Energieketten in der inzwischen fünften Entwicklungsphase eine rollende Energiekette konstruiert. Die Profilrollen-Energiekette „P4“ stellt eine völlig neue Generation von Energieketten dar. Dabei besitzt das Rollenkettenglied nicht länger die doppelte Teilung wie die anderen Kettenglieder.

Weniger Geräuschentwicklung durch pfiffige Kontruktion

Dieser Umstand und die Tatsache, dass die Rollen nicht mehr übereinander, sondern Ober- und Untertrum der Kette seitlich versetzt zueinander rollen, wirkt sich positiv auf das Lärmverhalten aus. „Geräuschentwicklung wird ein ganz interessantes Thema in der Zukunft“, so Produktmanager Diehl. Wegen der Nähe der Krananlagen zu den teuren Wohngebieten am Wasser müssten die Terminalbetreiber in Zukunft dem Thema Geräuschemissionen mehr Aufmerksamkeit schenken.

Harald Nehring, Prokurist Energiekettensysteme bei Igus: „Mit P4 steht jetzt ein Produkt mit ausreichenden Reserven auch für die schnellsten und größten zur Zeit denkbaren Krane zur Verfügung. Wir haben bereits den ersten Auftrag, das neue System auf einem Containerkran im größten deutschen Binnenhafen zu installieren. Zudem ist für ‚P4‘ auch ein Test im Kundenauftrag auf einer 245 m langen Versuchsstrecke in einem chinesischen Terminal in Diskussion.“

In China setzt man bei Krankette auf Igus-Produkte

Im Kransegment macht Igus mit der Volksrepublik China den größten Umsatz — da wirke sich die Gründung von Igus China positiv aus. Aber auch Finnland, Italien und Holland sind klassische „Kranländer“, dazu Japan und Singapur. Überall dort will Igus seine neue Profilrollen-Energiekette zum Einsatz bringen.

Das wartungsarme „System P4“, ein modularer Baukasten, ermöglicht die sichere Energie- und Datenübertragung auf langen Verfahrwegen der Krane bis 1000 m. Speziell entwickelt für In- und Outdoor-Krananlagen sowie für Fördersysteme, ist die Neuentwicklung besonders leise und abriebfest bei hohen Geschwindigkeiten und großen Leitungs-Füllgewichten bis zu 30 kg/m. Durch die Verwendung von Mittellaschen gibt es praktisch keine Gewichtsbegrenzungen. Weil Ober- und Untertrum der Kette versetzt aufeinander rollen, werden die tribologisch optimierten Kunststoff-Profilrollen nicht überrollt, sondern rollen auf einer durchgängigen breiten Fläche, was die Lebensdauer der Kette noch weiter erhöht.

Zudem ist die Teilung der Kettenglieder mit und ohne Rolle jetzt gleich, so dass die Energiekette im Radius besonders ruhig und vib-rationsarm läuft. Die Rollen selbst sind fest in die Seitenteile der Kette integriert. Kabelschonende „Auto-Glide“-Stege aus tribologisch optimiertem Kunststoff und ein spezielles Rinnensystem führen die Energiekette sicher. Das P4-System ist mit der Innenhöhe 56 mm und in fünf Innenbreiten (200, 250, 300, 350 und 400 mm) lieferbar. Die Biegeradien betragen wahlweise 250, 300 oder 350 mm.

Bernd Maienschein | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/index.cfm?pid=1680&pk=152283

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