Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Web 2.0-Anwendungen lösen Ursprungsversprechen des Internets ein

04.10.2006
Partizipation und Glaubwürdigkeit sind Schlüssel zum Erfolg
BVDW-Experten aus unterschiedlichen Bereichen sehen mit zunehmender Reichweite der verschiedenen Web2.0-Anwendungen lange existierende Hoffungen und Versprechen der Internetwirtschaft eingelöst. Weblogs, Videoblogs, RSS-Feeds & Co. - von vielen momentan noch als Phänomen unter Insidern und "Heavyusern" abgetan, wird nach Meinung von BVDW-Gesamtvorstand Andrea Schulz und Jörg Rensmann, stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Services & Innovationen im BVDW nach und nach Einzug in die Kommunikationsstrategien der Unternehmen halten. Dabei lassen sich die verschiedenen Anwendungen als Instrumente in der Vermarktung als auch in der internen Kommunikation einsetzen. Entscheidende Bausteine für den erfolgreichen Einsatz der Technologien sind, so die Experten beim Kongress "Chance Web 2.0", Glaubwürdigkeit, Kritikfähigkeit, Authentizität, Relevanz sowie die Ermöglichung echter Partizipation.

"Web 2.0 ist eine Haltung und keine Technologie", rekurriert Andrea Schulz (artundweise), Leiterin des Arbeitskreises Zukunftstrends der Fachgruppe Agenturen, auf eine Aussage von Tim O´Reilly, und bringt damit das Kennzeichnende der vermeintlich neuen Anwendungen auf den Punkt. Das Internet ist heute Dreh- und Angelpunkt für viele Geschäftsprozesse von Unternehmen. Die Web2.0-Anwendungen bieten den Unternehmen ein hervorragendes Potenzial, ihre Prozesse zu optimieren und in der Außenkommunikation und im Marketing dialogorientierter vorzugehen, als das bisher der Fall ist. Aber: "Nicht alles was neu ist, ist gut und nicht alles, was gut ist, ist neu im Internet. In der Tat kennen wir einige der zuletzt immer wieder thematisierten Anwendungsszenarien nicht erst seit gestern, sondern schon seit einigen Jahren - den Unterschied macht die wesentlich größere Reichweite im Jahr 2006." Das hat dazu geführt, dass nun auch die Unternehmen dem Thema die notwendige Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit widmen.

Loyalität und Prozessoptimierung durch Transparenz und Ehrlichkeit

Hinzu komme, dass der User heute ohne irgendwelche technischen oder finanziellen Hürden Content im Internet produzieren kann in Wort, Bild, Ton und Film. "Unternehmen werden sich mittelfristig darauf einstellen müssen, dass sie die Kontrolle über ihr öffentliches Bild nicht behalten können. Sie können lediglich Plattformen anbieten, um den Überblick zu behalten und sich in die Kommunikation von Kunden, potentiellen Kunden oder Nicht-Kunden einzuklinken", so die Trendexpertin. "Letztlich werden sie lernen müssen, transparent und ehrlich mit der Öffentlichkeit umzugehen." Wer das Ernst nehme und entsprechende Angebote mache, würde im Gegenzug mit Loyalität und nutzergesteuerter Produkt- und Prozessoptimierung belohnt.

"Es geht grundsätzlich darum, dass der User von heute kompetenter und emanzipierter ist. Wer angesichts dieser Tatsache immer noch auf Einbahnstraßenkommunikation setzt und seine Werbebotschaften aus TV- oder Printmedien eins zu eins ins Internet überträgt, der hat das Medium nicht verstanden und von dem fühlen sich die Internetnutzer, also letztlich seine Kunden, missverstanden", so Andrea Schulz, die beim Kongress auf die Einsatzszenarien der Web 2.0-Anwendungen im Unternehmensumfeld einging. "Allein in Deutschland existieren rund 760.000 Produktnamen - ein Vielfaches des individuellen Wortschatzes. Das zeigt, wie hart der Kampf um die Aufmerksamkeit des Einzelnen ist", skizziert die Geschäftsführerin der Bremer Agentur artundweise die Rahmenbedingungen für Unternehmen. Gerade vor diesem Hintergrund böten Weblogs, Podcasts, Videoblogs, Communities & Co. interessante Perspektiven für das Finden und Binden von Kunden.

Mit RSS Unternehmensprozesse steuern

Ganz ähnlich beurteilt RSS-Experte Jörg Rensmann die Möglichkeiten. Daneben ließen sich viele der neuen Technologien aber auch hervorragend innerhalb der Unternehmen einsetzen. Anhand konkreter Beispiele konnte der langjährige IT-Journalist und heutige Chef des Osnabrücker Software-Anbieters infoMantis GmbH nachweisen, wie der Einsatz sogenannter RSS-Anwendungen, bei denen User verkürzt gesagt, Website-Inhalte abonnieren und im Moment der Veröffentlichung direkt informiert werden, Unternehmensprozesse vereinfachen und optimieren kann. So werden bereits heute Tools eingesetzt, um Mitarbeiter nicht einfach nur zu informieren, sondern auch zu motivieren. "Dank flexibler Schnittstellen lassen sich die Anwendungen in viele unterschiedliche Prozesse einbinden und mit persönlichen Botschaften beispielsweise der Führungsebene eines Unternehmens anreichern - so etwas schafft Nähe", beschreibt Jörg Rensmann beispielhaft die Vielseitigkeit der RSS-Anwendungen.

"Viele verbinden mit der RSS Technologie Newsfeeds, die im RSS Reader zu als Bleiwüsten versanden und dem User in Analogie zum E-Mail-Programm im Angesicht der vielen ungelesenen Nachrichten eher das Gefühl vermitteln, mal wieder eine Menge verpasst zu haben", so RSS-Spezialist Rensmann. "Clever verpackt als interaktiver Online-Screensaver, Desktop-Ticker oder Alerting-Applikation rückt die Technologie in den Hintergrund und die RSS-Angebote erreichen plötzlich eine viel breitere Zielgruppe und schaffen Mehrwert durch die Kombination von ansprechender Information und Unterhaltung. So inszeniert, machen RSS-Tools dem Anwender Spaß und tragen dazu bei, die strategischen Ziele der Unternehmenskommunikation zu erreichen", so Rensmann weiter.

"Echte Innovation geht noch einen Schritt weiter: Wer RSS kombiniert mit solchen Lösungen im Unternehmen richtig einsetzt, führt etwa die E-Mail wieder auf die 1:1-Kommunikation zurück. Wichtige News, die sich an alle Mitarbeiter wenden oder neue Infos zu bestimmten Themen werden nicht mehr per E-Mail oder Newsletter kommuniziert, sondern per RSS direkt am PC-Desktop eingeblendet", sieht Rensmann weitere Vorteile von Web 2.0 Technologien im Unternehmenseinsatz. "So wird der Informationsfluss regelrecht umgedreht - was für deutlich mehr Effizienz und Transparenz in der firmeninternen Kommunikation und bei der Nutzung von firmeninternem wie externem Wissen etwa über Knowledge-Pools sorgt."

Seiner Auffassung nach, erlauben es die neuen Web 2.0 Tools endlich, vom User gewollte Informationen mit den aus Unternehmenssicht essentiellen Informationen zu verknüpfen. Gleichzeitig lassen sich der Informationsfluss und die Nutzung sehr gut bewerten und analysieren. Und das schließlich sei es, was die interaktiven Medien vom Start an versprochen haben: Eine effiziente, transparente und flexible Interaktion zwischen verschiedenen Dialoggruppen. Web 2.0 macht´s möglich!

Kontakt:
Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.
Christoph Salzig, Pressesprecher
Tel. 0211 600456 -26, Fax: -33
Mobil 0177 8528616
salzig@bvdw.org

Über den BVDW:

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. ist die Interessenvertretung aller am digitalen Wertschöpfungsprozess beteiligten Unternehmen.

Der BVDW steht im ständigen Dialog mit Politik, Öffentlichkeit und anderen Interessengruppen (Verbraucherorganisationen, andere Branchenverbände etc.), um ergebnisorientiert, praxisnah und effektiv die dynamische Entwicklung der Branche zu unterstützen.

Zudem bietet der BVDW ein Expertennetzwerk, das Unternehmen und Interessierten innerhalb wie außerhalb der Branche schnell und gezielt Antworten auf konkrete Fragestellungen rund um die Lösungen der Digitalen Wirtschaft liefert.

Der BVDW bietet ein umfangreiches Service- und Informationsportfolio für seine Mitgliedsunternehmen. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, Effizienz und Nutzen digitaler Technologien transparent zu machen und so den Einsatz in der Gesamtwirtschaft, Gesellschaft und Administration zu fördern.

Christoph Salzig | directnews
Weitere Informationen:
http://www.bvdw.org

Weitere Berichte zu: 0-Anwendung Digital RSS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie