Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ölfelder zum Anfassen

05.01.2006


Beim Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation IMK in Sankt Augustin tagten die Vertreter der internationalen Öl- und Gasindustrie, um die neuesten Ergebnisse beim Einsatz von Virtual Reality-Technologien für die Exploration von Rohstoffen zu diskutieren.


Präsentation in der i-CONE
(c) Fraunhofer IMK


Arbeiten im TwoView-Display
(c) Fraunhofer IMK



Für die Erkundung von Ölfeldern und die Planung von Bohrlöchern werden immer häufiger Methoden der virtuellen Realität (VR) eingesetzt, um die komplexen geowissenschaftlichen Datensätze zu visualisieren, zu analysieren und zu bearbeiten. Die internationale Öl- und Gasindustrie ist zu diesem Zweck seit 1998 im VRGeo Konsortium organisiert, das zwei Mal im Jahr auf Schloss Birlinghoven in Sankt Augustin tagt, um die neuesten Forschungs- und Entwicklungsergebnisse zu diskutieren und zu evaluieren. Die Abteilung "Virtual Environments" im Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation ist der primäre Forschungs- und Entwicklungspartner. Industrielle Mitglieder sind BP, Chevron, Landmark, Norsk Hydro, Petrobras, Schlumberger und Statoil. Technologiepartner sind die Firmen HP und Barco, weitere Forschungspartner die Christian Michelsen Research/CMR, die Universität Trondheim und die Universität Rio de Janeiro (PUC Rio).



Beim aktuellen Treffen zeigten die Fraunhofer Wissenschaftler die Kopplung zweier projektorbasierter VR-Display-Systeme namens i-Cone und TwoView, so dass die Tagungsteilnehmer nahtlos zwischen der Analyse eines Ölfelds im großen Display-System und der Weiterbearbeitung im kleinen Display-System wechseln konnten. Explorationsergebnisse z.B., die einer großen Arbeitsgruppe präsentiert werden, können somit wieder mit ins "stille Kämmerlein" genommen werden, um dort weiterbearbeitet zu werden. Alles geschieht hierbei in Virtueller Realität.

Im zylindrischen 240° VR-Display i-Cone finden Gruppen von bis zu 30 Personen Platz. Sie können dort gemeinschaftlich Öl- und Gasdaten analysieren. Im VR-Display TwoView können zwei Personen durch die exakte stereoskopische Wiedergabe sehr genaue Manipulationen der Darstellung vornehmen. Besonderes Augenmerk bei der Kopplung der beiden Display-Systeme wurde auf die Aspekte der Benutzbarkeit einer solchen Display-übergreifenden Applikation gelegt. "Der Grad der Immersion einer VR-Applikation hängt im entscheidenden Maß von ihrer Benutzbarkeit ab. Der Übergang von einem Display in ein anderes muss daher nahtlos sein, d.h. dieselben Interaktionsgeräte und Stereobrillen können in beiden Displays verwendet werden und die Anwendung bietet einen intuitiven Kopplungsmechanismus", sagt Projektleiter Thorsten Holtkämper über die neueste Entwicklung des Fraunhofer IMK.

Verschiedene am Fraunhofer IMK entwickelte VR-Technologien wurden zur Realisierung dieses Vorhabens eingesetzt. Unter anderem wurden neue drahtlose Interaktionsgeräte vorgestellt, die sich gleichzeitig als Eingabestifte für PDAs und Tablet PCs zur Steuerung der Öl- und Gasapplikation verwenden lassen. Auch die Technologie der "Multiviewpoint Images" kam zu Einsatz, um in beiden Displays die kollaborative Interaktion mehrerer Personen mit der VR-Darstellung zu verbessern. Zur volumetrischen Darstellung der sehr großen seismischen Datensätze der Öl- und Gasindustrie wurde das Software-Paket Octreemizer genutzt, das jetzt in der Version 2.0 vorliegt und durch die Implementierung des Raycasting-Verfahrens weiter an Darstellungsqualität gewonnen hat.

Für das Fraunhofer IMK hat sich das Konsortiumsmodell in VRGeo als beispielhaft für die direkte Kooperation mit der Industrie in der angewandten Forschung erwiesen. Das Institut visiert die Gründung von Konsortien mit weiteren Industriezweigen wie z.B. der Wasserversorgung an.

Ansprechpartner:
Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation IMK
Schloss Birlinghoven
53754 Sankt Augustin
Dr. Manfred Bogen, 02241/14-2367, manfred.bogen@imk.fraunhofer.de
Thorsten Holtkämper, 02241/14-3419, thorsten.holtkaemper@imk.fraunhofer.de

Presse Institute | idw
Weitere Informationen:
http://www.imk.fraunhofer.de/de/vr_geo
http://www.imk.fraunhofer.de
http://www.vrgeo.org

Weitere Berichte zu: Display Display-System Gasindustrie IMK Medienkommunikation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise