Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Raumklang per Kopfhörer

12.08.2005


Musikfreunde können zukünftig auch unterwegs hochwertigen Surround-Klang genießen: Ensonido® gaukelt dem Ohr über Stereo-Kopfhörer mehrere Lautsprecher vor. Mit den gemessenen Bewegungen des Kopfes erzeugt die Software ein räumlich konstantes Klangfeld. Die Technologie wird auf der Internationalen Funkaustellung in Berlin präsentiert.


Raumklang oder Familienfrieden? Während der eine seine Ruhe will, freut sich der andere auf einen Film mit Rundum-Ton. Momentan ist hier noch Verhandlungsgeschick angesagt, denn für Surround-Klang beschallen üblicherweise fünf oder mehr Lautsprecher den Raum. Der Griff zum Kopfhörer mag zwar den Familienfrieden sichern, bedeutet aber meist, auf ein solches Klangerlebnis verzichten zu müssen. "Zwar gibt es schon Systeme, mit denen Surround-Klang auch über Kopfhörer erreicht wird", meint Jan Plogsties, Leiter des Projektes Ensonido am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen, "die Klangqualität lässt allerdings häufig noch zu wünschen übrig."

Die Software Ensonido®, die die Fraunhofer-Forscher entwickelt haben, optimiert dieses Klangerlebnis. "Den 5.1-Surround-Sound, den wir so über übliche Stereokopfhörer erreichen, konnte man in dieser Qualität bisher nur über fünf Lautsprecher und einen Tieftonlautsprecher erzeugen", sagt Plogsties. "Möglich machen das kopfbezogene Raumübertragungsfunktionen." Dies ist ein Filter, der die akustischen Signale in der gleichen Weise verändert, wie sie auf dem Weg vom Lautsprecher zum Ohr verändert werden - etwa durch unterschiedliche Reflektionen an Decke und Wänden." Auch die Eigenschaften des Kopfes berücksichtigt Ensonido®: Steht ein Lautsprecher beispielsweise hinter dem Zuhörer, müssen Hauptanteile des Signals zunächst an der Ohrmuschel vorbei. Ein Head-Tracker mit Beschleunigungssensoren registriert alle Drehungen des Kopfes. Die Software verändert das akustische Signal entsprechend: Der Musikfreund hat so den Eindruck, als bliebe das Schallfeld stehen, während er sich im Raum bewegt. Auch seine Lieblingshörumgebung kann er mit einem Griff über die Software einstellen - sei es eine Kirche oder ein Kino.


Die technische Grundlage liefern neue Audiokodierverfahren wie MP3 Surround. Es komprimiert die sechs Kanäle des 5.1-Surround-Sounds so effizient, dass MP3 Surround-Dateien nur fünf Prozent mehr Speicherplatz benötigen als herkömmliche MP3s. "Bereits bei der kommenden Generation tragbarer MP3-Geräte sollte der Nutzer das einhüllende Klangerlebnis auch unterwegs genießen können", hofft Plogsties. "Die beiden Technologien Ensonido und MP3 Surround eignen sich aber auch für DVD-Player, mobile Radios und Handys." Auf der internationalen Funkausstellung IFA, die vom 2. bis 7. September in Berlin stattfindet, können Besucher der Halle 5.3 das neue Hörerlebnis testen.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Stefan Geyersberger
Telefon: 0 91 31 / 7 76-3 16, Fax: -3 99
amm_info@iis.fraunhofer.de

Matthias Rose
Telefon: 0 91 31 / 7 76-30 11
amm_info@iis.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.ensonido.de
http://www.fraunhofer.de/fhg/fair/2005/IFA2005.jsp

Weitere Berichte zu: Ensonido Klangerlebnis Kopfhörer Lautsprecher MP3 Surround-Klang

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE