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Roboter-Handprothese nutzt 3D-Scan und -Druck

03.12.2014

"Revolutionärer Durchbruch" soll Patienten normales Leben ermöglichen

Das Hightech-Start-up Open Bionics http://openbionics.com  hat eigenen Angaben zufolge einen "revolutionären Durchbruch" bei der Herstellung von individuell gefertigten Roboter-Handprothesen erzielt.


Robo-Hand: kostengünstig aus dem 3D-Drucker

(Foto: openbionics.com)

Wie das Unternehmen aus dem englischen Bristol wissen lässt, hat man hierfür einen neuartigen technologischen Ansatz entwickelt, der moderne Möglichkeiten von 3D-Scanverfahren mit den Vorteilen des 3D-Drucks kombiniert. "Das ist das erste Mal, dass das auf diese Weise erfolgreich umgesetzt worden ist", betont der Hersteller. Mit der neuen kostengünstigen Produktionsmethode wolle man betroffenen Menschen - vor allem Kindern - wieder neue Hoffnung auf ein normales Leben geben.

System finanziell erschwinglich

"Es gibt auf der ganzen Welt geschätzte 11,4 Mio. Menschen, denen die Hand amputiert worden ist", erklärt Open Bionics auf seiner Webseite. Die meisten davon könnten auf keine Prothese zurückgreifen, was die Lebensqualität der Betroffenen deutlich einschränkt. "Einige laufen noch mit Haken anstelle von richtigen Prothesen herum. Nur sehr wenige haben tatsächlich die Möglichkeit, eine Roboter-Hand zu nutzen", schildert die Firma die gegenwärtige Situation.

"Unsere Entwicklung ist von enormer Bedeutung, weil damit hochqualitative Handprothesen endlich finanziell erschwinglich werden", betont das Start-up. Das sei insbesondere bei Kindern wichtig, da diese aufgrund ihres Wachstums alle zwölf Monate eine neue Prothese benötigen würden. Halbwegs brauchbare Modelle, die nicht nur billige Materialien verbaut haben, würden zwischen 10.000 (12.685 Euro) und 70.000 Pfund (88.794 Euro) kosten. "Unsere Prothesen starten bei 1.200 Pfund (1.522 Euro)", stellt Open Bionics klar.

Prototyp mit Verbesserungsbedarf

Das innovative Produktionsverfahren des Unternehmens setzt sich aus zwei unterschiedlichen Phasen zusammen. Im ersten Teil wird ein herkömmlicher Tablet-Computer dazu verwendet, jenen Bereich des Körpers, wo später einmal die Prothese angebracht werden soll, millimetergenau zu vermessen. Dazu wird ein spezielles Scan-Programm eingesetzt, während das Tablet beispielsweise mehrmals im Kreis um einen amputierten Armstumpf geführt wird.

Die Daten werden anschließend mithilfe einer eigens entwickelten Software zu einem Profil zusammengefasst, das an einen 3D-Drucker weitergeleitet wird. Dieser kann dann daraus eine perfekt sitzende, maßgeschneiderte Prothese fertigen.

"Der gesamte Prozess dauert nur wenige Tage", erläutert der Hersteller. Dieser hat bis zur endgültigen Marktreife des neuen Verfahrens aber noch einiges an Arbeit vor sich, wie er selbst gesteht: "Der aktuelle Prototyp muss noch verändert werden, damit er schnittiger und leichter wird", so Open Bionics.

Markus Steiner | pressetext.redaktion

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