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Blickgesteuerte Technologien für Sprachanwendungen

23.03.2005


Noch erscheint es uns unmöglich, dass es schon in naher Zukunft Realität sein soll, Artikel in einer Fremdsprache zu lesen, die wir nicht flüssig beherrschen, ohne dabei in irgendeiner Form auf ein Wörterbuch zurückzugreifen. Die neuesten Entwicklungen der Sprachtechnologie könnten dies jedoch schon bald Wirklichkeit werden lassen.



Befehlsbasierte Blickkommandos werden bereits bei Anwendungen für Behinderte erfolgreich eingesetzt, die aufgrund von sprachlichen Einschränkungen oder begrenzter Beweglichkeit nur eingeschränkt kommunizieren können. So kann man z.B. eine Tastatur bedienen, indem man einfach die Buchstaben anschaut. Dazu benötigt man eine Spezialtastatur, die Augensignale erkennen kann, oder ähnliche Möglichkeiten der Kommandoauswahl. Jetzt wurde die Möglichkeit, Befehle mit Hilfe der Augen zu erteilen, erweitert, um eine natürliche Interaktionsform für mehrsprachige Anwendungen zu entwickeln.

Im Rahmen des Projektes iEye wurde eine Software entwickelt, bei der allein über Blickkontakt Informationen in mehreren Sprachen abgerufen werden können. Dazu wurde das Conexor Lexical Module (CLM) entwickelt, über das auf externe Sprachquellen wie z.B. zweisprachige Wörterbücher und Enzyklopädien zugegriffen werden kann. Die in diesen Quellen enthaltenen Informationen werden in ein standardisiertes Format mit dem Namen Custom Dictionary Format (CDF) umgewandelt.


Außerdem gibt es eine Schnittstelle zur Wartung der Nutzerdatenbank im gleichen Format. Elektronische Dokumente in einer Fremdsprache können in einer Umgebung, die mit Blickkontakten funktioniert, gelesen werden. Trifft der Leser auf ein Wort oder eine Wendung, die er nicht versteht, merkt das System dies aufgrund von Veränderungen im Blickverhalten. Es greift automatisch auf das Wörterbuch zu, um nach der Übersetzung zu suchen. Diese erscheint dann entweder auf dem Bildschirm oder sie wird angesagt.

Das System läuft auf den Betriebssystemen Windows 98 und Windows 2000. Der Prototyp steht bereits für Tests zur Verfügung. Die voll entwickelte Software wird ein bedeutender Fortschritt für die Sprachtechnik sein.

Timo Jarvinen | ctm
Weitere Informationen:
http://www.connexor.com

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